Wind 14-16kn auf 60-70°, 1/2 – 1 Knoten Strömung West, 2-3 Meter Wellen, Motor auf 2200 U/min und 4 statt 2 Stunden!
Das ist der unmittelbare Logbucheintrag nach dem Eintreffen in der Blue Lagoon am südlichen Zipfel der Hauptinsel von St. Vincent. Aber erst alles mal der Reihe nach. Wir haben trotz des zeitweise Regens Super geschlafen in der Admiralty Bay von Bequia. Etwas böig ist es schon an diesem Freitag Morgen, 25. Januar 2019. Der Wetterbericht ist ja gut also können, oder besser versuchen wir loszukommen. Denn unser Anker steckt gerade unter einem Bojenlieger vor uns. Sind etwas zu nah an die Dinger ran und müssen nun etwas zaubern. Es geht aber erstaunlich gut und so laufen wir von diesem wunderschönen Platz aus. Zu erst in Richtung Süden zum Loch raus, dann um’s Eck und auf direktem Kurs 40° auf St. Vincent zu. Das war der Anfang. Es kamen die Wellen, der Wind und am Schluss haben wir auf der Karte noch die Strömung bemerkt und mussten korrigieren. Also noch mehr gegen den Wind. Wie wir es in das Logbuch geschrieben haben, es war eine Achterbahnfahrt ohne Ende! “Rumpelig” Trotzdem sind wir um halb Zwei vor der blauen Lagune am Südspitz.
Reicht die Tiefe jetzt schon? Denn das Hochwasser ist erst um 15:10 Uhr. Die Logge geht auf 2.5, 2.2, 2.0 und schliesslich auf 1.8 Meter runter, als wir die Einfahrt zur inneren Lagune befahren. So haben wir nur noch die sprichwörtliche Handbreite unter dem Kiel. Drin! Die Zahlen steigen wieder und schon kommt der Marinero und fragt nach den Wünschen. Einen Platz am Steg wäre nicht schlecht. Kein Problem. Ich brauche nur ein Festmacher und mache alles bereit für euch. So gurken wir mit seiner Hilfe ohne Probleme an den Steg. Fest, angemacht, fertig.
Doppelt so lange wie geplant hatten wir für die sieben Meilen. Ein Grund darauf Anzustossen haben wir eigentlich nicht, sind aber froh endlich da zu sein und mal wieder ohne die Banane an Land gehen zu können. Ab in die Beiz und ein Ice-Kaffee buchen. Schön ist es hier.
Guter Kaffee und schnelles WiFi, wir sind fast selig 😉 Am Abend setzen wir uns schon bald in die zweite Etage und geniessen die traumhafte Sicht auf die Marina und die untergehende Sonne.
Ein MahiMahi mit Kruste für mich und für Gaby ein indisches Huhn. Sie ist happy!
Ja, sie hatte an diesem Tag etwas leiden müssen. Dieses ewige auf und ab war schon etwas viel. Darum geniesst sie es jetzt doppelt. Zum Schluss mal wieder ein Espresso – wir sind im Himmel.
Am nächsten Tag ist mal wieder viel Arbeit angesagt. Zuerst ein kurzer Spaziergang in die nahe Stadt. Calliaqua ist nur über den Highway zu erreichen. Kann ja nicht so schlimm sein. Doch ist es. Alle kommen mit Vollgas ums Eck und wir müssen fast auf die Seite flüchten. Etwas Brot, Gemüse und Früchte, dann rollen wir auf der gefährlichen Strecke zurück zur Marina. Dazwischen erhaschen wir die Aussicht auf die Lagune. Der offizielle Eingang rechts, das brechende Riff und der gefährlichen Südeingang.
Zurück auf der Ulalena füllen wir den Dieseltank mal wieder nach, damit die losen Kanister endlich von der Reling verschwinden. Die zwei leeren Kanister verschenken wir an einen Schweizer, der hier eine Fisch-, Tauch- und Ausflug’s Firma führt. Danke, vielen Dank. Leider finden wir keine Zeit mehr, ein gemeinsames Bier zu trinken. Endlich reinigen wir mal das Deck gründlich mit Süsswasser und auch die Logge hat ein Bad im Essig verdient. Jetzt rennt das Ding wieder! Ohne Dämpfung 😉 Dann ersetzen wir noch ein paar Schlösser, also besser die Schnapper der Türen. Duschen angesagt. Gaby willst auch? Nein, nein, wenn es nur kalt Wasser gibt sicher nicht. Dann stinke ich lieber. So ist auch meine Reinigung nur kurz. Viel zu kalt das Duschwasser. Am Abend wollen wir dann nur was kleines Essen. Die Crew hat aber viel, viel Aufgebaut, denn es gibt Heute Samstag ein – Buffet! Über und über voll sind die ganze Tische mit feinen Sachen. Sollen wir? Hast du hunger? Au, ja. Zwei Mal das Ganze. So bin ich den ganzen Abend am “schleppen” und Gaby isst wie wenn sie schon lang nichts mehr gehabt hat. Es ist so was von fein! Beim Dessert verputzen wir drei, vier, fünf Teller. Gaby kann fast nicht mehr von den überaus feinen Cupcakes lassen. Eigentlich nur blöd, dass wir kein Foto von der “Fressorgie” gemacht haben.
Regen, regen und nochmals Regen. Dieser Sonntag ist fast wie in der Schweiz. Einfach nur nass. Dazwischen nur kurz trocken. Eine gute Zeit, endlich mal ausgiebig zu lesen. eMail’s checken und News lesen. Dazu natürlich den Blog updaten. Man! Haben wir in diesen Jahr schon sooooo viel erlebt. Sind doch erst gerade angekommen 😉
Gegen Abend schauen wir noch kurz einer Predigt am Strand zu. Die Singen wirklich schön und an diesem einzigartigen Ort. Da würde auch mancher in der Schweiz öfters dabei sein.
Kochen? Nö, keine Lust. So lassen wir uns im zweiten Stock nieder und geniessen was kleines, wirklich, nur was kleines. Und gönnen uns die Ruhe.
Morgen Abend wollen wir in die Nacht fahren. Die Westküste soll immer noch etwas “heiss” sein. Eigentlich waren, und vielleicht ist immer noch, an vielen von uns bereits besuchten Ort ein Sicherheitsproblem. Dingi klauen oder sogar einbrechen in die Boote und Sachen entwenden. Wir schliessen daher immer alles ab und schauen, das unser Dingi niemals im Wasser ist. Was soll’s. Jeder sagt was anderes. Unser Bauch sagt, diese Insel umfahren und direkt nach St. Lucia zu segeln. So wollen wir im laufe vom Morgen von St. Vincent ausklarieren und kurz vor Anker gehen. Gleich neben an, hinter der Young Island. Wenn die Sonne weg ist, rauschen wir gegen Norden ab.
Die blaue Lagune war wirklich ein nettes Plätzchen. Nicht geeignet zum Laufen oder Posten, aber zum verweilen ideal.







