Dorian

Freitag, 6.9.19, 17h:
Die Ulalena lebt! “Ulalena rode out the storm very nicely at the dock” sie wurde also nicht einmal vor Anker gesetzt. Uffff …

Die Ulalena lebt!

Freitag, 6.9.19, 12h:
Dorian ist weitergezogen. Der Wind ist weg, aber was ist mit der Ulalena? Wir warten auf Neuigkeiten von der Marina.

Predict 6 9 19

Five Things to Know About Hurricane Dorian

Donnerstag, 5.9.19, 10h:
Jetzt gehts los. Hoffentlich halten die Anker!

Dorian bewegt sich nach Norden

Die Böen und das Wasser sind angekommen

Etwas Wind steht schon an

Montag, 2.9.19, 9h:

South Carolina Governor Henry McMaster has ordered a mandatory evacuation for Beaufort County beginning Monday, September 2nd at noon. The marina will follow suit. The Hurricane Action Plan is now activated, and all vessels must evacuate from the docks.

AL052019 5day cone with line and wind

Brrr, ist das kalt!

Wir sind genial begrüsst worden, haben den Kühlschrank mit Essbarem gefüllt und die Ärzte getroffen. Haben uns abgekühlt und das Wetter ist uns momentan total schnuppe. Die Gewitter, der Regen und auch der Sonnenschein findet fast ohne uns statt. Gaby hat doch noch einen Käfer eingefangen, bekommt Medis und ist momentan wacker im Aufbautraining. Essen, Pause und wieder essen 😉

Viel Spazieren ist nun angesagt

Beim spazieren vergessen wir fast den Frust der letzen Tage und schauen nun nach vorn. Die Planung hat noch nicht ganz begonnen, aber die Ideen sind schon wacker am wachsen. Beaufort, wir kommen bald. Vermutlich aber erst nächstes Jahr. Bis bald.

Fertig lustig

Die Route 278 Brücke, bei der wir übernachtet haben ist momentan ganz ruhig. Also der Verkehr Heute Sonntag schläft noch. Wir haben Super geschlafen und er Wind hat mit 2.9 Knoten seine Kraft über Nacht verloren. Ideal. Trotzdem sind wir schon beizeiten auf und wollen los. 8:30 Uhr währe geplant gewesen, damit wir auf dem Beaufort River auch wirklich mit der Strömung zur Stadt geschoben werden. Sind aber über eine halbe Stunde früher dran. Die überaus geschäftige Insel Hilton Head besuchen wir nicht, auch der wirklich sichere Hafen der Windmill Harbour Marina laufen wir nicht an. So gurken wir schon bald unter der grossen, mächtigen Hilton Head Brücke durch und dem schönen Skull Creek entlang zum Port Royal Sound. Die Bäume, eigentlich die ehemaligen Bäume am Ufer faszinieren uns gewaltig. Herrlich diese anzuschauen.

Die alten Bäume am Ufer des Skull Creek

Die Überfahrt durch den breiten Port Royal Sound mit der über zwei Knoten schnellen Strömung lässt uns richtig rasen. Kaum sind wir im Beaufort River, merken dann sehr schnell, dass die Tide noch nicht gekentert ist und wir in Zeitlupe vorankommen. Eine ganze Stunde sind wir zu früh. Tja. Bald aber sehen wir die nächste Brücke mit der ersten Marina von Beaufort. Jetzt nur noch einen grossen Bogen um den Sand der Stadt und da sehen wir schon von weitem die kurrlige Brücke von Beaufort. Wie dreht die sich “ächt”?

Die Drehbrücke von Beaufort

Auf dem Bord-PC, der ja eigentlich immer noch keine lokalen Karten drauf hat, checke ich hin und wieder die Distanzen und vor allem die AIS Signale. Vor allem die Grossen (A Klasse). Prompt sehe ich von weitem einen Dicken auf uns zurauschen. Die Brücke geht für ihn auf und schon bald treffen wir auf ihn. Haben wir genügend Platz?

Frachter auf dem kleinen Fluss

Locker passieren wir ihn und rufen fast gleichzeitig die Brücke an. Schon wieder einer, denken wir, doch wir kriegen eine Antwort. Wir öffnen. Super, nur die Verbindung ist zum ersten Mal total zerhackt. Er will noch eine Anmerkung machen, doch die geht im Äther verloren. So stehen wir vor der Brücke und warten. Nichts. Hmm, haben wir doch was wichtiges verpasset? Wir rufen ihn nochmals an und er sagt was von, wenn ihr sicher seit, mache ich auf. Sicher? Wir sind (fast) immer sicher. Dann endlich ein paar Minuten später fängt sich das riesen Ding an zu drehen. Verrückt, ganz verrückt sieht das aus.

Die Beaufort Brücke macht den Weg frei für uns

Vor lauter Brücke, Fender und Festmacher, fahren wir viel zu nahe an die Tonne “1” ran, die uns zur Lady’s Land Marina führt. 1.7 Meter ist etwas knapp und erst noch bei Niedrigwasser. Schnell das Ruder rum und bald geht der Tiefenmesser hoch. Ufff! Glück gehabt. An Ankerlieger vorbei und schon sehen wir unser Tagesziel.

Die Lady's Island Marina kommt in Sicht

Es ist kurz vor zwei Uhr als wir vor der Marina stehen. Funk? Nichts. So machen wir an einem freien Aussensteg fest und ich suche den Dockmaster. Willkommen auf Lady’s Island und unserer Marina, werden wir begrüsst. Platz haben wir, aber leider nicht den da. Eine Lücke weiter. Kein Problem. Ich laufe zurück zur Ulalena und ein paar Minuten später machen wir an unserem Platz fest. Es gefällt uns auf Anhieb extrem gut. Genialer Platz, wunderschöne Umgebung und freundliche Leute. Anmelden, Sonnenschutz hoch und was kleines Essen. Der Wind ist weg und so klettert das Thermometer auf über 33°. Der Venti ist an und pustet etwas Luft durchs Boot. Am Abend schauen wir uns um und merken erst richtig, in was für eine geniale Gegend wir gekommen sind.

Die Lady's Island Marina mit unserem Platz

Bei Hochwasser sieht das Schilf einfach gewaltig aus.

Bei Hochwasser das Schilf vor der Marina

Wir haben Hunger. Das nahe gelegene Dockside kommt uns sehr gelegen und soll auch sehr gut sein. Doch wir kommen gerade zur Unzeit zur Beiz. Es ist sechs Uhr und alle wollen genau jetzt einen Tisch. Wir lassen uns auf die Liste setzen und warten auf dem Parkplatz im Schatten. Dabei sehen wir eine coole Anhägevorrichtung. Was für eine Idee!

Cooles Anhängsel

Eine dreiviertel Stunde später werden wir doch tatsächlich auf dem Parkplatz abgeholt und nicht ausgerufen. Was für ein Service! Auch als wir an den Tisch geführt werden, ist da schon ein Stuhl weg. Die Beiz ist wirklich, wirklich gestossen voll und das soll nicht nur Heute am Sonntag so sein. Wir bestellen Vollgas. Gaby erhält ein halbes Huhn. Ich dagegen entscheide mich für was lokales, ein Lowcountry Shrimps Stew. Himmlisches Futter dazu noch ein feines Damn Yankee IPA. Hier gefällt es uns definitiv 😉 Nach dem Essen schauen wir uns noch etwas die Umgebung an und sind erneut hin und weg. Was für ein Licht und was für eine Stimmung.

Schöne Abendstimmung

Am nächsten Tag laufen wir schon früh am Morgen los in Richtung Beaufort. Immer wieder komisch, das es mehrere Städte mit diesem Namen gibt. Das andere ist in Nord Carolina und jetzt sind wir ja in Süd Carolina. Entlang der verkehrsreichen Strasse laufen wir im Schatten der Brücke entgegen.

Auf dem Weg zu unserer Lady's Island Brücke

Unsere Brücke von gestern schauen wir uns dann ganz genau an. Das dass nur funktioniert, erstaunlich. Bald sind wir mitten in der Stadt und suchen das Visitor Center.

Schöne Stadt, Beaufort, SC

Das Center haben wir dank dem Maps.me schnell gefunden und stehen schon bald mitten in einer Befestigungsanlage. Viel Information erhalten wir hier zur Stadt und Umgebung. Dazu ist im oberen Stock eine Ausstellung mit vielen geschichtsträchtigen Gegenständen. Der Chef von Dienst packt uns gerade als wir hoch kommen und hält uns einen Vortrag über die Besiedlung und Entstehung der Stadt. Sie war mal die reichste Stadt in ganz Amerika! Die ganzen fruchtbaren Inseln rundherum waren und sind ideal für Baumwolle, Reis und später vor allem Zuckerrohr. So wurde die Stadt reich, bis während des Sezessionskrieg die Grundbesitzer wegen fehlender Befestigungen über Nacht abhauten. Auch hat er noch eine weitere gute Geschichte über die Europäer und was sie hier so alles veranstalteten. Ganz spannend. Wir bedanken uns und spazieren die Strasse weiter. Bei einer Kirche wollen wir nur kurz reinschauen, bleiben aber hängen, denn eine überaus nette Frau zeigt uns “ihre” Kirche und erzählt uns die ganze Geschichte zu diesem grossen Gebäude. Verwundert erfahren wir die Verwendung der Kirche im Sezessionskrieg. Es war ein Spital, wie viele der grossen Gebäude in der Stadt. Die damaligen Umbauten wurden nachher wieder zurückgebaut. Wir ziehen weiter, bleiben aber schon beim nächsten Gebäude stehen. Eine weitere schöne Kirche.

Stolze Kirche der Stadt

Auch hier werden wir “abgefangen” und erhalten eine Führung. Wirklich spannend und die Leute sind extrem nett und interessieren sich auch für uns und unsere Geschichte. Jetzt brauchen wir aber endlich eine Pause. Setzen uns in ein Resti und geniessen einen Kaffee. Bevor wir den langen Weg zurück zur Marina laufen, sehen wir uns noch das alte Quartier auf der Ostseite der Stadt an. Im “The Old Point” sehen wir uns die wunderschönen, alten Gebäude an. Dazu die vielen Bäume.

Schöne Häuser im Old Point Queartier

So spazieren wir zurück zur Ulalena und bloggen noch über die letzten Tage. Dazu sind wir erneut in der Lounge der Marina.

Fast wie zu Hause, die Lounge der Marina

Es ist schon spät, als wir endlich aufbrechen um im Dockside den Znacht zu bestellen. Kurz müssen wir stehen bleiben, um der Sonne gut Nacht zu wünschen! Gewaltig schön hier.

Die Sonne verlässt uns, wunderschön

Heute Dienstag wollen wir uns eigentlich den Leuchtturm im nahen Hunting Island State Park anschauen. Können wir den Wagen haben, fragen wir Dockmaster Mary? Natürlich, aber der ist nicht gerade zuverlässig, ihr könnt meinen haben für diese Strecke. Oh, Super. So gurken wir die schöne Strecke hinaus auf die Hunting Island. Sogar einen Eintritt hat Mary für uns bereit und wir müssen keinen Eintritt für den State Park bezahlen. Der Park ist wirklich sensationell schön. Mitten im Wald schlängelt sich der Weg zum Turm hinaus. Parkplatz hat es genug und so stehen wir bald vor dem grossen Leuchtturm.

Erreichen den Leuchtturm von Hunting Island

Komische Regel haben sie dieses Jahr eingeführt. Es dürfen maximal sechs Personen gleichzeitig auf den Turm. So ist es nicht verwunderlich, dass die Wartezeit bis zu einer halben Stunde beträgt. So vertreiben wir uns die Zeit mit den anderen Gebäuden und einem kleinen Museum. Dazu natürlich schauen wir uns den Turm von ganzem an.

Stolzes Ding, der Leuchtturm von Hunting Island

Dazu haben wir eine ganz besondere Unterhaltung mit der Wärterin. Sie erzählt uns von ihrer Erleuchtung, die sie erst kürzlich erfahren hat. Verrückt! Dann kann ich endlich aufsteigen. Gaby ist ja in guten Händen. Ich komme richtig ins schnaufen, als ich oben ankomme. Verschlägt mir aber gleich wieder den Atem – diese Aussicht!

Der Wald von oben ist noch schöner

Auch die andere Seite verzaubert vor allem mit den gefallenen Bäumen.

Die Sicht nach Norden

Unten angelangt, beträgt die Wartezeit mehr als eine Stunde. Ich glaube, da muss was geändert werden, sagt auch die mittlerweile genervte Wärterin. So schauen wir uns noch die lässigen Bäume am Strand an. Sieht einfach verrückt aus.

Diese Bäume, ganz verrückt

Wir geniessen diese tolle Umgebung.

Eine wirklich schöne Gegend hier am Strand

Natürlich darf der Besuch im Gift-Shop nicht fehlen. Ein schönes T-Shirt muss für Gaby unbedingt her. Daneben sehen wir einen Stuhl, der eigentlich, ideal für Gaby währe. Will sie denn ins Wasser?

Cooler Standstuhl
Fast gleich gross

Nöö, viel zu kalt 😉 So fahren wir durch den Wald langsam wieder zurück nach Beaufort. Da sehen wir noch einen See, den wir uns anschauen wollen.

Schöner See mitten im Park

Unterwegs machen wir halt im Walmart und kaufen die nötigen Esswaren ein. In der Marina haben sie gerade das Wasser abgelassen. Ebbe. Gaby bleibt in der Lounge, während ich die gekauften Sachen auf der Ulalena versorge und den PC zum bloggen hole. Der Steg ist ganz schön steil.

Ebbe in der Marina

Ja, die zwei Meter Höhenunterschied merkt man hier schon gewaltig. Aber dank den guten Schwimmstegen überhaupt kein Problem. Nur am ersten Tag habe ich den Tiefenmesser kurz eingeschaltet um zu sehen wieviel Wasser unter unserem Kiel wirklich noch ist. 2.5 Meter reichen gut.

Am nächsten Tag machen wir uns frisch. Eine kühle Dusche wirkt Wunder. Aber Gaby hat leider wieder ein Tief. Sie liegt im Kühlraum auf dem Sofa und muss sich sogar übergeben. Die Temperatur ist auch etwas erhöht und sie verdreht die Augen. Was sollen wir nur tun. Keine Ahnung was der Grund ist, geschweige denn was ich tun soll damit es ihr besser geht. Als sie nach ein paar Stunden besser “zwäg” ist, reden wir ernsthaft darüber. Spital? Medis? Hier in der Kälte bleiben für eine längere Zeit oder nach Hause fliegen? Darüber schlafen und morgen entscheiden. Der erste August, eigentlich ein Feiertag, aber uns ist nicht zum feiern. Überhaupt nicht. Gaby geht es zwar heute viel besser, aber so kann es nicht weiter gehen. Zudem ist das Wetter auch in den nächsten paar Wochen, was die Prognose so sagt, immer in etwa gleich warm. Wir telefonieren mit zu Hause und entscheiden, einen Flug zu buchen. Aber, ein ganz grosses Aber, wo stellen wir die Ulalena hin? Mary weiss Rat. Sie leiht uns ihren Wagen, vielen, vielen Dank, und wir klappern die Gegend für einen Standlatz ab. Schauen uns zwei Marinas an, werden aber nicht glücklich. Bei der ersten ist es nicht möglich, länger auf dem Land zu sein und die zweite ist schlichtweg zu weit weg, im Umbau und wir müssten noch über 20 Meilen dorthin gurken.

Einziger Stellplatz in der Nähe

Wollen wir den das? Nein. Nach zwei Stunden sind wir zurück und fragen in unserer Marina nach. Was währe wenn? Ach so, das ist überhaupt kein Problem. Die Versicherung verlangt gewisse Vorkehrungen die wir allesamt erfüllen können und einen Zusatzversicherung für das Hurrikangebiet haben wir ja schon länger. Gebucht! Bis wann den? Bis Gaby gesund ist. September? November oder sogar März? Wir lassen es offen. Suchen nun Flüge in die Schweiz und machen eine Liste für die Abreise. Am späten Abend wollen wir doch noch etwas feiern und sind irgendwie froh, eine Lösung gefunden zu haben. Einen feinen Fisch lassen wir uns im Dockside bringen.

Happy day liebe Schweiz

Es ist schon Freitag und wir haben definitiv Flüge nach Hause gebucht. Das währe also am Montag soweit. Hoffentlich haben wir noch genügend Zeit, alles zu organisieren, aufzuräumen und die Ulalena Winter-, Hurrikanfest zu machen. Kurz vor dem nächsten Regen schlagen wir gerade noch rechtzeitig das Genua ab. Trotz des Puffs im Vorschiff, aber es ist trocken und das zählt. Die Koje im Vorschiff ist die grösste Arbeit. Alles raus, putzen, die Sachen für die Reise wegräumen und alles wieder verstauen. Die nächsten beiden Tage wird die Liste immer kleiner und auch fast alle Sachen für den Seesack sind weg. Es wird gewaschen, geputzt, der Motor Winterfest gemacht und die letzen Einkäufe erledigt. Dazu kaufen wir noch einen Mixer für ein paar Dollar. Die restlichen Früchte und Gemüse im Kühlschrank verwenden wir direkt für den ersten Test. Smoothie, fein sieht er aus und schmeckt gar nicht so schlecht 😉

Yammi!

Sonntag, 4. August. Alles erledigt und todmüde. Die Ulalena wird gut umsorgt und für einen allfälligen Ausflug wegen eines Hurrikan ist auch gesorgt und vor allem gezeigt. Denn wenn wirklich ein Grosser kommt, ist die Marina mit ihren Schwimmstegen überhaupt nicht sicher. Das nahe Ankern hat sich in den letzen Jahren bewährt. So wird unsere Ulalena bei Gefahr im nahen Creek geankert. Ein komisches Gefühl haben wir dabei schon, aber die hier in der Marina sind alte Hasen und haben das schon mehrmals gemacht. Ein letztes Mal schauen wir uns den Sonnenuntergang an. Das wird uns mit Sicherheit ganz toll fehlen!

Der letze Sonnenuntergang in der Lady's Island Marina

Der grosse Tag ist da. Alles bezahlt, den Schlüssel abgegeben und das Uber Taxi bestellt. Unser Gefühl als wir so auf dem Parkplatz stehen – wir wollen nicht nach Hause!

Warten aufs Taxi

So werden wir aus dem Traum gerissen. Doch die Vernunft überwiegt und irgendwie freuen wir uns in die kalte Schweiz zu kommen. Der Taxi ist pünktlich und nach zweieinhalb Stunden stehen wir beim Checkin-Schalter auf dem Flughafen von Charlston. Das Einchecken ist so speditiv, dass wir das Anmelden des Aisle Chair fürs Flugzeug fast vergessen. Uups. Doch alles ist in Ordnung und der Start nach Newark erfolgt ohne Verspätung.

Wir verlassen Charlston

Dort steigen wir um nach Lissabon und dann am nächsten Morgen weiter in die Schweiz. Problem? Fast keine. In Newark wird uns nur der Rollstuhl gestohlen, die eine Stunde in Lissabon, in der wir auf das Aussteigen warten mussten, oder die unzähligen Sicherheit check die jedes Mal anders sind. Einmal alles ausladen und einmal nur wenn man Flüssigkeiten hat und trotzdem alles raus muss. Dazu erhalten wir unser Gepäck in Kloten offen und nur mit einem Kabelbinder gesichert. Fehlt was, wir sind viel zu müde um das zu checken. Wir werden abgeholt und freuen uns extrem sie in die Arme nehmen zu können. Vielen Dank ihr Lieben, doch schön (schon wieder) zu Hause zu sein.

Gegenwind

Thunderbolt, Savannah, Tubby’s Tank House, Courtesy Car, Super nette Leute und vieles mehr. Eigentlich haben, hatten wir hier alles und es hat uns Super gut gefallen. Doch es gibt noch soooo viel zu sehen und entdecken an dieser Küste. So sind wir Heute Samstag schon sehr für auf und machen uns bereit für das Ablegen. Etwas Wind, leider Gegenwind und somit recht kühle Temperaturen. Ist doch gut. Leinen los und hmm, habe etwas Schwierigkeiten aus unserer Box zu kommen. Die Strömung ist quer und der Wind packt die Ulalena wacker. Doch einmal mehr den Rückwärtsgang bemühen und wir sind draussen im ICW. Tiefe? Null! Auch der Windmesser ist auf der selben Zahl. Autopilot rein. Schalte alle Instrumente nochmal aus und wieder ein. Dabei merken wir, der Autopilot ist immer noch aus. Also auch kein automatisches Steuern. Was ist den Heute nur los? Fünf Minuten später läuft fast alles wieder rund. Musste nur “kurz” alle Instrumente und Messer neu einlesen. Nur die Logge bleibt immer noch stehen. Und das Ganze kurz nach Sieben Uhr – jetzt bin ich wach 😉 Der wunderschöne Bonaventure Friedhof ist schon fast vorbei, als wir endlich Zeit finden, ein Foto zu machen.

Der Bonaventure Friedhof vom Wasser aus

Und schon kommt die nächste Baustelle. Eine echte diesmal. Die Brücke von Causton Bluff wird um oder besser ausgebaut. Wie sie genau öffnet ist noch unklar. Eine knappe Meile vorher sagt er nur, das wir rechts bleiben sollen. Sollte kein Problem sein. Erst als sie für uns öffnet, bleibt ein Teil zu. Platz sollten wir genügend haben, doch das erste Mal müssen wir wirklich etwas genauer zielen.

Die Brücke von Causton Bluff, nur halb geöffnet

Da ist wirklich was los. Zum Glück Samstag und somit ist Pause auf der Baustelle.

Pause, nichts los auf der Brückenbaustelle

Als wir dann aus dem Windschatten des Wilmington River rauskommen und in Richtung Savannah River zusteuern, spüren wir so richtig wacker den Gegenwind. Über 12 Knoten bremsen uns. Als wir dann in den Fields Cut einbiegen, bleiben wir fast stehen. Neiiii. Strömung und Wind! In Zeitlupe gehts hoch zum Wright River, dabei schauen wir uns gewundert die grossen Frachter auf dem Savannah River an.

Viel Verkehr auf dem Savannah River

Die Strömung bricht und so werden wir etwas schneller. Hinter der Sprayhood spüren wir eigentlich rein gar nichts und können so die langsame Fahrt fast geniessen. Als wir dann in den grossen Calibogue Sound einbiegen, geben wir auf und suchen einen nahen Ankerplatz. Denn hier kommt der Wind mit über 20 Knoten auf uns zugeschossen. Was hat eigentlich der Wetterbericht gesagt? Wind 10 und in Böen 21 Knoten. Eigentlich wie immer. Aber genau, wirklich genau Heute gibt es eine kleine Blase um uns herum, die etwas mehr Wind erzeugt. Man sieht das nur auf Wetterwelt und den haben wir uns gestern nicht angeschaut. Blöd!

Wetterwelt am 27. Juli

So murksen wir die paar Meilen bis zur Hilton Head Brücke hoch und sehen quer ab die Marina von Harbour Town Yacht Basin. Währe doch auch was, aber bei diesen Bedingungen in diese schmale Einfahrt rein? Glaube nicht.

Die Marina von Harbour Town Yacht Basin

Kurz vor der Hilton Head Brücke biegen wir ab und verlassen den ICW. Da hinten sind wir etwas vom Wind geschützt und haben unsere Ruhe. Hoffentlich. Tatsächlich ist es auch so und wir Ankern bereits nach knappen zwanzig Meilen. Bei diesen Verhältnissen weiter zu murksen bringt wirklich rein gar nichts. So machen wir uns einen schönen Nachmittag. Der Wind lässt uns schön angenehm im Cockpit ein Nickerchen machen. Herrlich.

Dann natürlich das neue Wetter runterholen. Morgen, morgen ist der Wind wieder harmlos und bestätigt unseren frühzeitigen Stop. Zum Znacht basteln wir uns eine feine Omelette. Einfach nur fein. Dabei schauen wir uns den Abendverkehr auf der Brücke nach Hilton Head an. Verrückt, aber an diesem Samstagabend stehen sie wirklich schon ein paar Stunden vor sich hin. Dazwischen immer mal wieder einer dieser Mega-Camper. Dreiachser Bus mit den “kleinen” Auto hinten dran. Gross, einfach nur gross! Schön, dass man hier im ICW so viele Ankermöglichkeiten hat und nicht auf eine Insel warten muss. Morgen ziehen wir weiter.

Happy Day, trotzdem Krank und viel spanisch Moos

Der Wecker rattert schon um sieben. Auf, auf und ein schneller Zmorge. Um halb Acht ist es schon 27°, stahlblau und der Wind hat verschlafen. Ganze 5.5 Knoten zeigt er an. Wir sind pünktlich, überpünktlich und schon sehr gespannt auf das Hell Gate. Wir legen um acht von Bier Creek, ähm, Kilkenny Creek ab. Die sieben Meilen sind schnell geschafft und von weitem sehen wir den ersten Segler, der gerade das Hell Gate bewältigt hat.

Segler kommt uns beim Hells Gate entgegen

Die Tide? Wir haben fast zwei Meter mehr, als wir in die Einfahrt einbiegen.

Einfahrt ins Hell Gate

Gaby muss genau jetzt, wie immer, auf die Toilette, jetzt sicher nicht. Es ist nur eine Meile vertröste ich sie und mache Fotos. Ein Auge immer auf den Tiefenmesser. Geschafft! Durch.

Das Hell Gate ist vollendet

Ganz erleichtert fahren wir den Vernon River hoch mit dem Autopilot. Gaby geht es nicht so gut. Es ist ihr schlecht und so legt sie sich im Salon hin. Heute ist es besonders heiss. Während draussen die Delfine um die Ulalena schwimmen. Einfach grandios in diesem schmalen Gewässer diese Tiere zu beobachten.

Delfine umrunden uns

Etwas weiter vorne ein richtig schöner Wald. Fantastisch diese Farben anzuschauen.

Schöne Farben

Gaby braucht mich. Es geht ihr gar nicht gut. Es ist ihr heiss, sie erbricht. Was sollen wir machen? Bei der nächsten Marina raus? Oder die paar Meilen zur geplanten Marina in Thunderbolt? Ich lege ihr kalte, feuchte Tücher auf Kopf und Bauch. Mache mit grosse Sorgen. Wir sind querab von der Isle of Hope Marina und ich versuche mit Gaby zu reden. Sollen wir hier oder doch weiter. Sie nickt und so tuckern wir weiter den Skidaway River hoch. Die Fender sind bereit, die Festmacher an den Klampen montiert und das Funk in der Hand. Die Marine kommt in Sicht, aber keiner antwortet.

Die Thunderbolt Marina kommt in Sicht

Was machen wir? Als zwei weitere auf dem Funk von der Marina keine Antwort erhalten, fahren wir einfach in die Marina ein und machen fest. Wir bei der Tankstelle, sollten doch noch ein paar Liter Diesel bunkern. Der Marinero kommt und fragt nach den Wünschen. Kein Problem, ich komme gleich. Ich schaue nach Gaby. Sie liegt nur da und meldet sich nicht. Der Tank ist schnell voll und auch einen Platz bekommen wir schnell. Dann steigt kurz die Motorkühlung aus, der Motor wird heiss, reicht aber gerade fürs Anlegemanöver. Festgemacht, Landstrom angeschlossen und der kühlende Lüfter schnell eingeschaltet. Jetzt ist es etwas besser. Es ist halb zwei und über 35° im Schatten. Ich schaue mich kurz in der Marina um und finde einen idealen Platz für Gaby. In der Waschküche ist die Temperatur schön angenehm, ja fast schon zu kalt. Alles einpacken und ab ans Land. Es geht ihr schnell besser. Was war den das? Sie gibt Auskunft über Befinden und was da abgegangen ist. Feiern? Feiern können wir Heute leider, leider nicht. So lese ich ihr die Glückwünsche vor und mach ein paar Telefons mit zu Hause. Trinken und etwas kleines Essen als die Sonne dann weg ist, ist das Einzige was momentan geht. Frische Luft tut gut, aber erst nach dem Sonnenuntergang.

Sind beide besorgt

So feiern wir halt im Stillen und schauen uns die geniale Stimmung in der Thunderbolt Marina an.

Geniale Stimmung an Gabys Geburtstag

Gut geschlafen. Zwar haben wir beide viel geschwitzt, aber wir essen richtig viel Zmorge. Ab in die Waschküche. Zuerst die Wäsche waschen und dann zu den Duschen. Wir haben es beide nötig und geniessen das kühle, erfrischende Nass. Alles wieder bestens? Wir denken schon und buchen das Auto für den Nachmittag. Hier gibt es einen Wagen der Marina. Gratis und franko kann man den sich für zwei Stunden ausleihen. Fantastisch. So fahren wir zum nahegelegenen Walmark und Publix. Fürs Tanken reicht die Zeit nicht, wollen aber das nächste Mal den Tank etwas füllen. Den ganzen restlichen Nachmittag verbringen wir in der Waschküche. eMail lesen, Wetter checken und vor allem den morgigen Ausflug nach Savannah planen.
Endlich ist es etwas kühler und wir trauen uns um halb sechs nach draussen. Die langen Hosen noch montieren, dann wollen wir die verpasste Feier Heute nachholen.

Gaby ist bereit, fast bereit fürs Znacht

Wir laufen dem schönen Ufer des Wilmington River entlang zur nächsten Beiz. Soll sehr gut sein, sagte uns der Marinero.

Das schöne Ufer des Wilmington River

Tubby’s Tank House ist der verwirrende Name, aber es ist Programm. Feine, urige Beiz, in der man sich sofort wohl fühlt. Das Essen ist Super und die Kellner wunderbar. So bestellen wir uns lokale Shrimps und genial feine Fettuccini Alfredo. Dazu ein IPA – Happy Birthday liebe Gaby!
Das verspätete Geburi-Geschenk bringt der Marinero am nächsten Tag. Eine ganz Schachtel Doughnuts. Frisch, wirklich frisch und schmecken hervorragend. Etwas Zucker braucht der Mensch und so fräsen wir gleich vier der Dinger rein. Lecker!

Genial feine Doughnuts

Dann aber los. Alles auf den Steg bringen und den Stuhl aufstellen. Töff und Rucksack daneben und zum Schluss Gaby raus. Beim Büro suchen wir einen Fahrer bei Uber, der uns zu nahen Stadt Savannah fährt. Neun Dollar wird uns abgebucht und der Fahrer kommt schnell, fast zu schnell. Wir kommen fast nicht bis zur Schranke. Einsteigen und ein paar Minuten Später sind wir mitten in der Stadt. Beim Forsyth Park steigen wir aus. Leider ist das Cafe geschlossen. Wir fragen nach dem besten Weg zum historischen Stadtteil, werden aber belehrt, dass wir hier mitten drin sind. Die Bull Strasse währe die schönste und da kommen wir dann auch zum Savannah Fluss. Kaum sind wir los gelaufen, können wir nur noch staunen. Diese Bäume mit dem unzähligen spanischen Moos ist einfach zauberhaft, fast mystisch.

Zauberhafte Bäume im Forsyth Park

Wir laufen auf die andere Seite und können uns nicht satt sehen von dieser Kulisse. Der Brunnen, gewaltig schön.

Schöner Brunnen mitten im Park

Diese Häuser, diese Strassen und ein Park nach dem andern. Wir werden von der Schönheit etwas überfahren und brauchen dringend ein längst überfälliges Kaffee. Im SCAD-Cafe finden wir ein weiteres Schmuckstück. Einen ganzer Londoner-Bus haben diese verrücken in die Beiz gestellt.

Eine ganz colle Idee, das SCAD-Cafe

Wir geniessen unseren feinen Kaffe und die einmalige Atmosphäre.

Pause und kalter Kaffee

So streifen wir bald weiter durch die scheinbar unzähligen, schönen Parks. Auch die Bank mit dem Hintergrund für den Forrest Gump Film finden wir und staunen. Wir wollen weiter bis zum Fluss und kommen an der Goldkuppel des Stadthauses vorbei. Eindrücklich.

Das Stadthaus von Savannah

Die Busse haben wir schon lange gesehen. Nur einen Schalter zum einsteigen oder ein Billet zu lösen haben wir noch nicht gefunden. Weiter unten am Fluss werden wir dann endlich fündig.

Riverside von Savannah

Die Riverside ist nicht der Hammer.

Riverside von Savannah

Ein Ticket können wir hier schon kaufen, aber einsteigen geht leider nur beim Visitor Center. Wir wollen wirklich einen Rundfahrt machen und laufen durch die halbe Stadt zum einsteigen. Der nächste Bus, da dürfen wir einsteigen. Wir warten im Schatten und Gaby wird dann mit einem Lift ins Businnere befördert. So schauen wir uns diese lässige Stadt an und erhalten viele Informatives über Häuser, Parks und Geschichte von Savannah. Wir sind begeistert.

Gute Bustour durch Savannah

Auch an der winkenden Frau an der Riverside kommen wir vorbei.

Die Waving Girl Statue begrüsst alle einfahrenden Schiffe

Ein paar Kurven weiter sehen wir auch die alte Stadt Exchange Glocke.

Die alte Stadt Exchange Glocke

Einen Weinkeller, ein Schoggiladen, viele Häuser und natürlich die wunderschönen Parks sehen wir uns auf der fast zweistündigen Fahrt an. War etwas gar viel für Heute. Wir schlafen bei der Wärme fast im Bus ein und begeben uns nach der Rundfahrt schnell in das kühlende Visitor Center. Was Trinken und Essen sollten wir schon, dann einen Film über die Stadt begeistert uns. Zum Schluss noch “kurz” das historische Museum uns zu Gemüte führen. Wir kommen einfach nicht los. Es ist eine so faszinierende Stadt, es hat uns den Ärmel reingezogen. Jetzt ist aber endgültig fertig. Wir verbinden uns mit dem Wifi des Centers und bestellen einen Wagen nach Hause.

Savannah ist wunderschön

Ohne Probleme erreichen wir die Marina. Wir sind beide hundemüde und legen uns bis zum Znacht hin. Hunger haben wir schon lange, warten aber noch etwas, bis sich die Wolken zugezogen haben und es kühler wird. Geniessen den schönen Spaziergang zu unserem Tubby’s Tank House.

Unser Tubby's Tank House

Feines Znacht, aber ganz schlechtes Timing. Eine Minute vor dem Gewitter, versuchen wir noch trocken aufs Boot zu kommen. Fast, aber nur fast schaffen wir es. Ein paar grossen Tropfen erwischen uns. Kaum alles unter dem Dach versorgt, werden die Schleusen vollends geöffnet. Zum Glück haben wir schon vor dem Essen alle Luken geschlossen.

Am nächsten Tag ist Pause und grossen Frust angesagt. Gaby geht es irgendwie gar nicht gut. Am Mittag hat sie sogar ganz leicht Fieber. So verbringen wir fast den ganzen Tag in der Waschküche. Ich mache das Büro, schreibe Blogs und zusammen planen wir die nächsten Ausflüge. Auch reden wir zum ersten mal übers nach Hause fahren. Kann es wirklich sein, dass wir abbrechen müssen? Ein Tag gut, ein Tag schlecht. So macht es definitiv keinen Spass.

Siehe da. Am nächsten Tag ist Gaby wieder fit. Schon früh packen wir alles zusammen und laufen los. Es sind knapp eine halbe Stunde bis zum Friedhof. Ja genau, wir schauen uns Heute einen Friedhof an. Der soll ganz zauberhaft sein und wunderschön am Fluss liegen. Die Bonaventure Cemetery ist wahrlich ein ganz schöner Ort. Da hat man sogar als Toter eine einmalige Lage.

Schön am Fluss gelegen, die Bonaventure Cemetery

Die vielen Gräber sind zwischen den Bäumen angelegt. Einfach nur schön, trotz des eigentlichen Zwecks.

Schön angelegte Gräber

So spazieren wir mehrheitlich im Schatten an zum Teil bekannten Namen vorbei. Die Familie Basler liegt auch hier. Wo die wohl herkommen? Schöne Wege und viele alte und uralte Gräber entdecken wir. Sie reichen fast bis zur Stadtgründung zurück.

Gaby geniesst die Aussicht auf den Fluss

Der Soldatenfriedhof ist schon was spezielles. Ein Stein für alle verschollenen. Eindrücklich.

Soldatenfriedhof mitten drin

Durch die hübschen Strassen spazieren wir wieder zurück zur Marina. Etwas Essen in der Waschküche. Tönt wirklich blöd, ist aber wirklich der einzige Ort, wo es angenehm kühl ist. Bei über 35° auf der Ulalena macht es einfach keinen Spass. Man hat zu überhaupt nichts Lust 🙁 Nach ein paar Minuten sind wir wieder abgekühlt und Gaby will noch unbedingt der Leuchtturm vorne am Strand besuchen. Ich versuche den Courtesy Car der Marina zu buchen, für den Nachmittag zu reservieren. Ja, könnt ihr haben. Kein Problem, sagt uns der Marinero. Super. Schlüssel, einpacken und weg sind wir. Dem Savannah River entlang geht’s auf die Tybee Insel. Sie liegt geradewegs am Eingang zum Fluss und daher ideal für einen Leuchtturm. Immer ein grandioses Erlebnis, einen dieser Dinger anschauen zu können. Majestätisch, ein Wegweiser und immer wieder eindrücklich, einen zu besteigen und die grandiose Aussicht zu geniessen.

Tybee Leuchtturm mit dem Wärterhaus

Die ganzen Geschichten um diese früher wichtigen Türme ist einfach so was von interessant. Dazu auch die zahlreichen Stürme, die an den festen Gemäuer zu rütteln versuchten. Bei einem dieser gewaltigen Hurrikans verschanzten sich Strandarbeiter im Turm und waren somit in Sicherheit. Die Wärter mussten aber in dieser Zeit Tag und Nacht um das Licht kämpfen, damit es nicht ausging und die Schiffe in Not den Sichern Hafen von Savannah erreichen konnten. Die Aussicht – atemberaubend wie immer.

Die Sicht nach Süden

In diesem Turm sieht man zum ersten Mal auch die brennende Lampe, die über die gewaltigen Linsen erst ihr wahres Licht verbreiten können. In 20 Meilen Entfernung ist es immer noch zu sehen. Es erinnert uns immer wieder an die Ankunft in Madeira, da haben wir ein Licht nach Tagen auf See zum ersten Mal in der Morgendämmerung gesehen und sind fast ausgeflippt, das wir die Insel “gefunden” haben.

Kleine Lampe, grosse Wirkung

Schnell oben, viele Fotos und schnell unten, damit ich Gaby die tollen Bilder zeigen kann. Natürlich diskutieren wir immer mal wieder über das Hochtragen. So wie im Dom von Florenz seinerzeit. Vielleicht versuchen wir das bei einem besonders schönen Turm 😉 Die zwei Stunden sind schon um, wir sollten zurück. Leider können wir das Museum auf der anderen Seite der Strasse nicht mehr anschauen. Auch auf dem Weg Zurück war ja schon die Festung von Pulaski, das im Sezessionskrieg eine wichtige Rolle spielte, dafür haben wir einfach zu wenig Zeit. So drehen wir um und bringen den Wagen pünktlich zur Marina. Für ein paar Dollars haben wir noch etwas Benzin eingefüllt. Hunger, grossen Hunger. Zuerst aber noch in die Waschküche und etwas bloggen. So viele Sachen müssen wir verarbeiten, dazu die Fotos anschauen. Es wird kühler und so spazieren wir kurz vor Acht zu unserer Beiz. Einen Grouper gönnen wir uns. Gesehen haben wir ihn schon öfters, aber gegessen noch nie. Er war wirklich sehr, sehr gut und ausserordentlich schmackhaft.
Eigentlich wollen wir morgen Freitag, 26. Juli, weiter nach Norden ziehen, aber die Stadt lässt uns nicht los. Wir wollen noch einen Tag Savannah uns zu Gemüte führen. Es gibt ja noch so viel zu sehen. So ordern wir am nächsten Tag schon recht früh einen Wagen von Uber und lassen uns wiederum im Forsyth Park abladen. Diesmal schauen wir uns das Denkmal des Sezessionskrieg etwas genauer an. Prächtiges Ding, mitten im grossen Park.

Das Denkmal des Sezessionskrieg

Weiter vorne begegnen wir einem Hasen. Der Hase geht spazieren mit seinem Herren. Er ist an einer Leine, verrückte Leute gibts.

Spazierender Hase mitten im Park

Dann noch eine Besonderheit. Frauen, jede mit mindestes einem Kinderwagen machen Sport. Alles dabei und miteinander rennen sie um den Brunnen oder stemmen Hanteln oder sogar Liegestützen mit den Kinderwagen. Da müssen wir wirklich kurz zuschauen. Herrlich – was für eine gute Idee!

Frauen mit Kinderwagen beim Sport

Das Armstrong Haus gleich um die Ecke ist schon etwas speziell und schön anzusehen. Eigentlich nur für eine einzige Familie als zu Hause gebaut. Prachtvoll!

Das Armstrong Haus

Weiter in Richtung Fluss durch die mystischen Parks. Wir lieben es diese grünen Oasen anzuschauen.

Ein weiterer schöner Park

Gaby kriegt schon zum dritten Mal eine Rose. Es sind meistens Schwarze die aus Palmblätter schöne Rosen basteln und eigentlich einem der vielen Touris verkaufen. Ausser sie sehen Gaby und dann ist es geschehen. Wir kommen kurz ins Gespräch und bedanken uns jedes Mal ganz herzlich. Bin schon etwas neidisch auf sie 😉

Schöne Geschenke, Palmblätter Rosen

Kreuz und quer laufen wir durch die Stadt. Beim Museum der Prohibition, also kein Alkohol in den Staten während ganzen 14 Jahren, machen wir halt und kaufen uns ein Billet. Das wollen wir uns ganz sicher ansehen und werden nicht enttäuscht.

Das Museum der Prohibition

Diese vielen Geschichten um das Thema ist so faszinierend. Die Rum-Runner, die sich mit aufgemotzten Ford V8 Motoren ein Rennen mit der Polizei lieferten und der eigentliche Startschuss für die Autorennen der NASCAR war. Oder wie das brennen von Alkohol mehrheitlich in der Nacht stattfand und so der Begriff des Moonshine entstand. Auch die viele Polizei die sich auch heute noch zahlreich auf den Strassen zeigt, wurde seinerzeit stark ausgebaut, um die “Bösen” zu fassen. Ein ganz lässiges, unbekanntes Museum war das. Jetzt gehts weiter zum Schifffahrts-Museum gleich über die Strasse. Wir lassen uns von den vielen Modellen begeistern. Natürlich ist auch das erste dampfbetriebene Boot, das von hier nach Liverpool fuhr ausgestellt. Dazu unzählige Schiffe die hier in Savannah gebaut wurden. Auch die diversen Tragödien werden beschrieben. Genug gesehen. Wir spazieren zurück zum grossen Forsyth Park und fahren mit Uber zurück zur Ulalena. Da haben wir ja noch einiges zu leisten. Den Motor müssen wir uns sicher ansehen. Die diversen Riemen spannen, Öl und Wasser kontrollieren und kurz die Dieselfilter anschauen. Der ist ja ganz rot!

Roter Diesel

Aber sauber. Alles bestens und bereit für den morgigen Start. Wir gehen noch ein letztes Mal in unsere Beiz und geniessen ein deftiges Crab Stew. Fast wie eine Minestrone, schmeckt aber ganz, ganz anders. Super fein. Auf dem Nachhauseweg bestaunen wir den Himmel. Er verfärbt sich in ein gewaltiges Rot.

Wunderschöner Abend

Kurz vor der Ulalena unterhalten wir uns noch mit einem Eigner. Er staunt nur so über unsere Geschichte. Ganz verrückt was ihr da so treibt, sagt er nur. Ich bewundere euch und gute Fahrt für Morgen. Müde fallen wir ins Bett. Diese gewaltig schöne Stadt war einfach grandios. Da kommen wir ganz, ganz sicher noch einmal vorbei, um uns dieses spanische Moos noch einmal zu Gemüte zu führen. Morgen, da wollen wir in die Nähe von Charleston kommen. Wenn’s geht bis Beaufort in South Carolina.

Kilkenny Bier?

Dieser Crescent River ist wirklich wunderschön. Ruhig und die Landschaft ist eifach einmalig. Wir kommen heute Samstag fast nicht los. Gut, wir haben auch nicht viel vor heute. Ganze 20 Meilen oder etwas mehr stehen auf dem Plan. Es war mal wieder eine recht kühle Nacht. Hatten sogar die Decke in den frühen Morgenstunden über uns gezogen. Nur noch 23° stand auf dem Thermometer. Auch der Wind von über 10 Knoten half, die Ulalena mal so richtig durchzulüften.

Schöner Ankerplatz im Crescent River

Der Anker hat gut gehalten, das Einfahren hat scheinbar gewirkt, bringe ich um neun das Eisen fast nicht aus dem Schlamm. Bewaffnet mit Pütz und Bootshacken versuche ich das dreckige Zeugs vom Anker zu befreien. Alles bestens und fast direkt zur roten 156er Tonne. Etwas Sand liegt da schon und somit ist die Abkürzung nicht ideal. Etwas Gegenströmung und kaum sind wir beim Front River, schiebt das Wasser uns zum Sapelo Sound. Dazwischen immer mal wieder die herrlich anzusehenden “Wasserlöcher” mit dem Dickicht und den unzähligen Tieren darin.

Wasserlöcher mit vielen Tieren

Das grosse Meer sehen wir von weitem im Sapelo Sound, aber jetzt geht es wieder aufwärts. Das Wasser kommt uns entgegen und mit knappen drei Knoten schleichen wir fast den Mollclark River hoch. Irgendwie versuchen wir schon lange herauszufinden, wann und vor allem wo die Tide kentert. Gar nicht so einfach. Das nächste Inlet sehen wir schon von weitem und auch die Hundertschaften von Badenden am nahen Sandstrand des St. Catherines Sound schauen wir uns neugierig an. Alle auf einem Haufen. Tja, der Mensch ist wirklich ein Herdentier 😉

Sandstrand vom St. Catherines Sound

Aufwärts. Die Tide ist noch nicht gekentert und so gurken wir die vier Meilen zum heutigen Ziel schön langsam den Bear River hoch. Wollen wir in die Marina ganz am Ende des Kilkenny Creek? Soll nicht viel sein und Heute Samstag vermutlich extrem viel los. Wir drehen ab und verlassen den ICW und suchen uns einen schönen Platz mitten, man lernt ja, im Creek. Was von über vier Meter sagt die Karte. Dazu addieren wir die Tide und lassen die Kette ins Wasser. Einfahren und Pause. Oder auch nicht. Ja, diese Beiz ein paar Meilen weiter hinten scheint wirklich gut zu laufen, denn es fahren unzählige Motorboot an uns vorbei. Nicht ideal, aber für eine Nacht passt es gut. Trinken und das Logbuch füttern, dazu schauen wir gespannt wer gewinnt. Der Wind oder die Strömung. Schon ganz lustig wie wir dann plötzlich quer zum Wind im Creek stehen. Die Sonne geht schon fast unter, als wir die restlichen Gschwelti in einem feinen Salat verarbeiten. Etwas Mayo, Paprika und ein paar Gewürze und fertig ist das Znacht. Der Sonnenuntergang ist ganz zauberhaft und so geniessen wir im Cockpit die schöne Stimmung.

Zauberhafte Stimmung im Kilkenny Creek

Dabei träume ich von einem feinen, kalten Kilkenny Bier. Eigentlich schade, dass es hier dieses feine Bier nicht gibt 😉 Dazu planen wir noch den nächsten Tag. Grosser Tag für Gaby und die niedrigste Stelle des ganzen ICW steht morgen auf dem Programm. Das Hell Gate soll gerade mal 1.5 Meter bei niedrig Wasser haben. Noch ein bisschen Sand und schon hapert’s. Die ca. sieben Meilen bis zum Eingang dieser Abkürzung im Ossabaw Sound müssen wir genau “preichen. Acht Uhr! Um acht müssen wir los, dann sollte es gut passen. Leider haben wir dann aber etwas gar viel Gegenwind den Burnside River hoch. Was soll’s, wir schlafen mal drüber 😉

Mit Gewitter auf Drift

Der Altamaha Sound und vor allem der Little Mud Fluss stehen Heute gross auf der Liste. Es sind beides ungewisse Untiefen und die sollten wir bei etwas höherem Wasser passieren. Bei Niedrigwasser sind die 1.5 Meter etwas zu knapp für uns. Also gutes Timing ist gefordert. Die Einfahrt zum Little Mud Fluss müssen wir spätestens um 12:30 Uhr erreichen. Um Sieben sollten wir hier vom Jekyll Creek los. Schafen wir fast. Eine viertel Stunde später sind wir auf dem ICW.

Was für eine Farbe über dem Jekyll Creek

Das Wetter ist nicht ganz so schön Heute. Immer etwas bewölkt und darum ist die Temperatur sehr angenehm. Die ersten paar Meilen sind kein Problem und so sind wir schon bald beim St. Simons Sound und sehen uns die schöne Sidney Larnier Brücke von weitem an.

Die Sidney Lanier Brücke

Gleich daneben eine Vogelinsel mitten im Sound. Das Gezwitscher ist einfach unüberhörbar laut. Die haben grossen Spass auf dem kleinen Sandhaufen 😉

Birds Only

Mit Strömung zeihen wir den Mackay Fluss hoch. Eine erste Engstelle vor dem Buttermilk Sound meistern wir ohne Probleme. Hier scheint gegraben worden zu sein. Immer schön den “Vorgaben” nach und nur schön Aufmerksam sein. Dann ist der Altamaha Sound im Anzug. Mal links, mal rechts, mal die Rote Seite und mal die Grüne Seite. Keine Ahnung was die haben 😉 Natürlich mit Hochwasser ist das alles kein Problem. Haben wir noch Zeit? Wir fahren dem Intlet des Soundes entgegen und haben immer noch 1.3 Meter über Ebbe! Sensationell! Juble ich Gaby aber nur ganz verhalten zu, denn in den Little Mud Fluss biegen wir erst ein.

Die Einfahrt zum Little Mud Fluss

Alles weit über drei Meter. Locker. Bis wir den Staubsauger sehen. Aha, darum also kein Problem bis jetzt.

Der Staubsauger im Little Mud Fluss

Und nun? Die alte Anleitung kurz checken und bald haben wir das Ding geschafft. Durch, wir sind durch! Das nächste Inlet, der Doboy Sound ist in Sicht und somit ist das Wasser wieder genug tief. Erleichtert, natürlich das unsere Berechnung auch so gut aufgegangen sind. Schon etwas Stolz sind wir. Nur noch ein paar Meilen den Crescent Flus hoch und wir haben unsern Ankerplatz erreicht. Die letze Untiefenmarkierung ist die 160 oder doch die 158A? Wir umfahren beide im grossen Boden und da sehen wir unseren Platz. Genial schön gelegen. Die Tiefe ist perfekt. Nur noch die Tide dazu Rechnung. Als guter Schweizer natürlich nicht in der Mitte, schmeissen wir den Pickel mit 30 Meter Kette in den Schlick. Einfahren? Brauchen wir Heute nicht. Genug tief und genug Platz. Sonst ist keiner hier. Halb vier und diese etwas heikle Etappe ist vollendet. Wir essen was kleines und trinken eine menge Wasser dazu. Pause, wir legen uns wohlverdient hin. Wettercheck. Hmm, da kommt noch ein Gewitter direkt auf uns zu. Eigentlich harmlos. Nur Grün und nicht Rot sagt das Regenradar.

Das Gewitter kommt auf uns zu

Dann sind wir plötzlich quer zum Wind. Was ist denn das? Wir haben Schräglage! Wir sehen uns unsere Position auf der Karte an – falsch, wir sind am falschen Ort!

Etwas auf Drift

Aber die Dummen haben ja immer Glück. Es ist Ebbe. Wir sollten also noch vor dem Znacht die Ulalena in tieferes Wasser fahren können. Dabei dachten wir, es ist aber ein heftiger Wind und heftige Strömung, das uns in so eine Lage bringt. Das Echolot zeigt 1.6 Meter, 1.7 Meter und der Motor wird gestartet. 30 Meter Kette rein und ein paar Meter weiter, natürlich jetzt, in der Mitte des Flusses, aber doch noch ausserhalb des ICW, wird der Anker ein weiters Mal gesetzt und diesmal eingefahren. Sitzt und auch auf der Karte sind wir jetzt in jeder Richtung in genügender Tiefe. Tja, wieder mal was gelernt. Die Natur kann man einfach nicht überlisten und hat immer recht. Die Gschwelti schmecken Heute besonders gut. Ärgern? Ärgern könnte ich mich noch lange.

Georgia wir kommen

Zwei Brücken, drei Untiefen und ein Inlet stehen Heute auf dem Program. Gerade mal 19 Meilen sind es. Nach Fernandina Beach, hart an der Grenze von Florida und Georgia. Easy! Doch wegen der Tide laufen wir schon um 7:40 Uhr von diesem schönen Dock vor Jacksonville aus.

Cooler, freier gratis Steg

Wir fahren mit ein wenig Südwind durch schöne Sümpfe. Dazwischen kleine Inseln mit grossen Bäumen und vielen, vielen Vögeln. Mann, machen die einen Krach!

Laute Vögel in den Bäumen

Dann ein grosser Schreck. Eigentlich sollte in diesem Abschnitt die Tiefe locker passen. Tut sie aber nicht. Es wird immer seichter und seichter. Sch… was ist da los. Steure nach Rechts, noch weniger. Und Links, etwas besser. Dann fällt die Tiefe bis auf 1.5 Meter und danach noch auf 1.2 Meter. Der Ulalena ist das irgendwie egal. Sie zieht ihre Spur durch das Wasser. Ist jetzt auch noch der Tiefenmesser defekt? Hat doch immer gut funktioniert! Dann merken wir es erst. Ich habe Gaby etwas hochgezogen und dabei hat sich die Anzeige umgestellt. Statt der Tiefe wurde der Wind angezeigt. Super! Gibt’s den so was! Fast nicht zu glauben. Nach dem Schreck sehen wir die grosse Brücke von Jacksonville. Sieht schon gewaltig aus.

Die Napoleon Bonapart Broward Brücke

Die Untiefen schaffen wir Dank der genialen Unterstützung vom Buch ICW Cruising Guide wirklich ohne Problem. Immer wieder der Vergleich mit den Navionics Karten und so schlüpfen wir durch den Sumpf. So macht es wirklich Spass. Mann weiss was kommt und wo die Knacknüsse sind. Ohne das Teil, gehts auch, aber dann muss man jeden Meter in den Karten nachfahren und genau anschauen. Was vergessen und rums steckt man im Sumpf. Auch die Nachtlager sind gut beschrieben und machen es einem wirklich einfach die Tagesrouten zu planen. Trotzdem ein Abendteuer 😉 Zwei Brücken und die sind erst noch nebeneinander. Die eine ist genug hoch und die Eisenbahnbrücke sollte offen sein. Der Feldstecher behauptet, kein Problem. Und so ist es auch. Die Geleise sind wohl schon ewig lange nicht benutz worden und so steht die Kingsley Creek Railway Brücke offen für uns da.

Alte Eisenbahnbrücke, Kingsley Creek

Ein letzte Untiefe kurz vor Fernandina Beach und wir fahren zur Stadt hin. Ankerplatz währe gut, die Marina immer noch geschlossen und es ist erst Mittag. Was machen wir?

Fernandina Beach mit der Industrie

Die Tide und das Wetter sind perfekt. Wir ziehen weiter und überqueren im St. Marys Inlet die Grenze. Das Kings Bay Inlet hoch wird doch etwas gar lang. Die Strömung haben wir ein paar Meilen gegen uns und bei der grünen 79 können wir endlich abbiegen. Könnten, den es steht ein Staubsauger im Weg. Wo sollen wir da durch? Links, rechts?

Grosser Staubsauger im Weg

Was kommt den Heute noch auf uns zu? Brücken? Keine! Untiefen? Eigentlich nur die beim St. Andrews Sound, dort gibt es eine Abkürzung mit einer falschen Tonne. Eine Rote wird kurzerhand links statt rechts umfahren. Die grosse Cumberland Insel haben wir fast geschafft. Es ist ein Park, denn wir sicher auch einmal genauer anschauen müssen. Jetzt erreichen wir den kleinen Leuchtturm am nördlichen Ende.

Leuchtturm vom Cumperland Island National Seaschore

Glück? Haben wir auch noch. Die Untiefe ist gar nicht so schlimm und wir erhalten sogar noch einen Lotsen. Ein Fischerboot geht genau da durch und zeigt uns den Weg. Danke und wir dachten schon er versperrt uns den Weg mit seinen grossen Netzen.

Lotse und Fischer

Kaum sind wir abgebogen, sehen wir die Jekyll Insel mit unserem Ankerplatz schon von weitem. Der Wind, die Wellen sind ganz schön hoch. Die Böen gehen bis 18 Knoten und schieben uns mit der halben Genua an unseren Platz im Jekyll Creek. Die Wellen sind wir uns definitiv nicht mehr gewöhnt. Aber kaum ums Eck, Wellen weg und der Wind ist auch fast auf halbe Kraft geschrumpft. So muss es doch sein. Noch eine Meile und ich bereite schon mal den Anker vor. Super Platz, gerade neben der Marina der Insel. Mitten in einem 4 Meter tiefen Loch lassen wir den Anker zu Grund. Sechs Uhr, Pause und gerade noch vor den schwarzen Wolken angekommen. Da kommt sicher noch was runter. Jetzt ist es nur der Wind. Wir trinken viel. Gaby sogar ganze zweit Gläser voll Tea. Dazu schnabulieren wir noch die vorigen Gnoggis. Sind wir doch viel zu müde, aber gut das wir noch eine Strecke angehängt haben. So können wir es schaffen, den Geburi von Gaby in Savannah zu feiern. Kaum liegen wir im Bett, öffnet der Himmel seine Schleusen. Viel Wasser und zahlreiche Blitze in der Umgebung lässet die Ulalena hin und her schlingern. Der Anker hält perfekt. Es ist nur etwas gar ungewohnt, das entweder die Strömung oder der Wind gewinnt und das Boot in der jeweiligen Richtung dreht. Nach einer Stunde ist der Spuck vorbei und wir schlummern ruhig vor uns hin. Gute, ruhige Nacht.

Free City Dock

Was, acht Brücken sind es Heute? Fragt Gaby und hat recht. Eine muss für uns Aufmachen. Die, die gerade neben unserer Marina hier in St. Augustine liegt. Genau, die Löwenbrücke. Wann sie aufgeht ist nicht ganz klar. Ab sieben? Wir sind Heute Mittwoch, 17. Juli schon um sechs Uhr auf und machen uns bereit für den Brückentag. Die Sonne kommt auch schon und so zeihen wir unsere Festmacher ein.

Die Sonne geht über der Löwenbrücke auf

Der Motor läuft gut und ist bald warm, als ich die Bücke anrufe. Wir sind für die sieben Uhr Brücke bereit. Wo seid ihr denn, fragt es aus dem Lautsprecher, vor der Brücke. Das ist ja gut, dann machen wir sie gleich für euch auf. Cool, so gurken wir schon um viertel vor sieben durch die schöne Brücke. Danke!

Die Löwenbrüche macht für uns auf

Vorbei an der wunderschönen Stadt und dem Landungskreuz von Ponce de Leon geht’s nun den Tolomato Fluss hoch.

Ponce de Leon's Landungskreuz

So haken wir eine Brücke nach der anderen ab. Alle kein Problem, eigentlich. Nur bei der San Pablo-Atlantic Boulevard Brücke wird es etwas gar eng. Dazu kann es hier bis zu 6 Knoten Strömung haben. Kurz nach Flaute rasen wir dennoch rassig durch das Nadelöhr. Es kommt ein Segler entgegen und der hat ganz schön zu schaffen. Kein Problem und glücklich, das wir das Ganze richtig berechnet haben. Daneben sehen wir immer wieder diese dürren Bäume. Sie sehen einfach Super aus.

Coole Bäume

Bald geschafft. Noch eine Brücke und wir sind im St. Johns River. Das ist der grosse Fluss hoch nach Jacksonville. Dazu noch ein Inlet und viel, viel Strömung. Die dreissig Meilen haben wir hinter uns und die paar Meilen bis zu unserem Nachtlager schaffen wir doch locker. Die Strömung plagt uns noch etwas, aber dann sehen wir schon den Steg. Hat es Platz für uns? Oder müssen wir ins Päcken? Also bei einem anderen Boot längsseits gehen? Scharf ums Eck und …. keiner da! Alles leer. Genial. Es sind die Free City Docks von Jacksonville und wir dachten, dass es hier immer voll ist. Anlegen? Etwas schwierig. Die Strömung ist natürlich nicht parallel zu den Stegen und schiebt uns immer wieder weg. Also umdrehen und rückwärts. Besser. Wir tasten uns so langsam an den Steg. Die Fender sind justiert und schwups, angekommen. Es ist zwar erst 14:15 Uhr, aber wir haben Durst und Hunger wie Bären. Alles gut festmachen und die vielen Zahlen und Notizen ins Logbuch schreiben. Essen und vor allem bei der Wärme viel trinken. Gaby macht Pause und ich schaue kurz, wo wir gelandet sind. Ein Park ist in der Nähe. Dazu sehen die Muscheln am Poller ganz lässig aus.

Die Muscheln am Poller

Ja, wir sind wirklich ganz alleine. Im Park ist noch ein grosses Fischertreffen am laufen und die Durchsagen hören wir bis aufs Boot. Schön hier, wirklich ein ganz lässiger Platz. Was da wohl in der Hochsaison so abgeht?

Das Free City Dock für uns ganz alleine

Kochen? Ich habe keine Lust zum kochen und wir haben ja noch jede Menge Resten. So verbringen wir eine schön ruhige Nacht an dem Sister Island Creek. Warum nicht immer so? Währ so was von genial, immer so was zu haben. Tja, aber auch Ankern macht spass und ist heir eigentlich überhaupt kein Problem. Morgen ziehen wir weiter.

Die Griechen

Die 15 Meilen haben wir doch schnell hinter uns! Doch die Tide hat da auch noch was zu sagen. Also doch um acht los? Ja sollte passen. Mit diesmal 1.80 Meter kommen aus der MarineLand Marina raus.

Etwas mehr Wasser beim Ablegen von MarineLand

Sollen wir noch eine Nacht hier bei der alten Burg verbringen? Gerade um die Ecke von MarineLand, ist das Fort Matanzas. Soll eine sehenswerte Festung sein. Wir sehen das nationale Monument schon von weitem. Sieht toll aus, doch sonst ist nichts da. Nichts zum Laufen oder sonst ein Museum.

Fort Matanzas

Wir fahren weiter nach St. Augustine. Ein wirklich cooles Hause sehen wir weiter vorne. Mal was wirklich einmaliges.

Cooles Haus

Eine Brücke noch zu öffnen und dann sind wir auch schon vor den Toren von St. Augustine. Der Matanzas Fluss ist fertig und die wunderschöne Löwenbrücke steht vor uns. Direkt daneben unsere Marina.

St. Augustine mit der Löwenbrücke

Weiter draussen sehen wir schon von weitem den schmucken Leuchtturm von der Stadt. Gewaltig hoch und vor allem schön.

Der Leuchtturm von St. Augustine

Eine Reservierung in der Marina währe wirklich nicht nötig gewesen, denn es hat zu dieser Zeit mehr als genügend Platz. Wir werden eingewiesen und parken die Ulalena bald an einem guten Schwimmsteg. Ja, diese Brücke hat es uns wirklich angetan. Sie wird gerade geöffnet und wir schauen gespannt zu, wie das so tut.

Die Löwenbrücke öffnet sich

Es ist die ein Uhr Brücke und wir möchten noch kurz in die Stadt. Eine Rundfahrt wollen wir Morgen eigentlich machen und heute noch buchen. Quer durch den Centralpark zuerst aber mal ein Kaffee trinken.

Der Centralpark von St. Augustine

Dort finden wir einen Stadtplan, der alle Sehenswürdigkeiten auflistet. Guter Anfang. Das Castillo de San Marcos schauen wir uns sicher noch genauer an. Sieht schon von aussen ganz mächtig aus.

Die Mauern des Castillo de San Marcos

Auch die Eingangstüre, also das alte Stadttor, sieht grossartig aus.

Das alte Stadttor

Dann zuhinterst in der St. George Strasse finden wir doch noch einen offenen Stand der Trolleys.

Die geschäftige St. George Strasse

Ja, können wir buchen. Morgen um neu ist es am besten. Der Startbahnhof ist aber leider am anderen Ende der Stadt. Beim alten Gefängnis. Geht das? Sicher, wir sind da. Ihr könnt leider nicht aussteigen wie die anderen und darum ist eure Fahrt gratis. Wow. So schlendern wir durch die geschäftige Strasse zurück zur Marina. Endecken aber noch in einer Seitengasse eine griechisch-orthodoxe Kirche. Da wollen wir kurz rein. Da sind seinerzeit von Ismir, Türkei ein paar Griechen hier nach St. Augustine gekommen. Weiter unten, in New Smyrna Beach haben sie zum ersten Mal gesiedelt. Diese kleine Kirche, also besser ein Schrein, ist wirklich einmalig und es erinnert uns an Griechenland. Auch die “Helgeli” kommen uns sehr bekannt vor. Natürlich ist auch unser heilige St. Nicolaus (Der Heilige der Schifffahrt) vertreten. Klar, kommen da gute Erinnerungen hoch und so ist es gar nicht verwunderlich, das wir uns am Abend beim Griechen treffen. Im Athena essen wir mal wieder Moussaka und ein feiner Lammschmorbraten. Lecker!

Am nächsten Tag sollten wir sicher um halb Neun los. Laut Maps.me dauert es sicher eine halbe Stunde bis zu unserem Startbahnhof. Das alte Gefängnis erreichen wir pünktlich und werden sogleich begrüsst. Kein Problem, ihr könnt den ersten Trolly nehmen, und lassen den Lift runter. Gaby und ich kommen in den hintersten Wagen. Los geht die Fahrt. Viele Geschichten um und vom der Stadt erfahren wir. Wirklich höchst interessant und lehrreich. Da ist natürlich das imposante Gebäude, oder besser Schloss von Lightner. Früher ein Hotel, heute ein Museum mit vielen Antiquitäten zu bestaunen.

Das gewaltige Lightner Museum

Gleich gegenüber das Flagler College, das einmal des Beste, vom besten und Grösste vom grössten Hotel von ganz Amerika war.

Das Flagler College

Dieser Flagler baute eine Eisenbahn quer durch die Ostküste von Florida, um 1888 eröffnete er hier dieses gewalt’s Hotel in St. Augustin. Auch sonst strotzt die ganze Stadt mit solchen massiven Bauten. Wirklich schön das Ganze anzuschauen. Die Fahrt ist nach über anderthalb Stunden fertig und wir um viel Wissen reicher. Auf dem Rückweg zur Marina, schauen wir uns noch eine wunderbare Strasse an. Die Magnolia Avenue soll eine der schönsten in ganz Amerika sein. Hin und weg sind wir, wirklich wunderschön, hier entlang zu schauen und zu spazieren.

Die wunderschöne Magnolia Avenue

Es wird langsam warm und so besuchen wir den Visitor-Center. Viel Infos über die Stadt und seine Geschichte. So besuchen wir das gleich gegenüber liegende Castillo de San Marcos, das seinerzeit für die Befestigung und Verteidigung der neuen Stadt diente.

Der Eingang zum Castillo de San Marcos

Viel Infos über das Leben in der Festung. Auch die diversen Angriffe wurden aufgegriffen. Es war wirklich eine recht karge Angelegenheit, dazumal hier zu dienen.

Karge Unterkunft auf der Festung

Die Aussicht auf die Stadt und die Lagune zeige ich Gaby auf den Fotos. Wirklich schön hier.

Die Festung mit der Brücke
Die Lagune mit dem Inlet

Wir brauchen nun wirklich eine Pause und laufen zurück zur Ulalena. Kommen aber noch beim Entdecker der Stadt vorbei. Juan Ponce de Leon hats gefunden.

Der Entecker von St.Augustin

Gegen Abend wagen wir uns bei kühleren Temperaturen zurück in die Stadt und wollen aber vor dem Znacht noch kurz das Flagler College mindestens von Aussen ansehen. Einfach nur gewaltig, was der hier seinerzeit aufgestellt hat.

Eingang zum Flager College

Nach einem feinen BBQ Znacht schlendern wir zurück zur Ulalena und geniessen den wunderschönen Abend. Die Lichter der Stadt sind fast nicht zu überbieten!

St. Augustine bei Nacht

Auf geht’s, wir wollen los. Der Leuchtturm wartet auf uns auf der anderen Seite der Stadt. Wir sind ready!

Bereit für den Leuchtturm

Vorbei an den Löwen der Brücke.

Bewacher der Löwenbrücke

Schon ein cooles Gefühl, diese wunderschöne Brücke zu Fuss zu überqueren. Weit ist es nicht, aber wir verfehlen die richtige Strasse und müssen einen kleinen Umweg machen. Dann, dann steht der mächtig, gewaltig schöne Leuchtturm vor uns. Wow, einfach nur wow!

Leuchtturm von St. Augustine

Ein Billet und hinauf renne ich fast. Sprachlos, und natürlich auch etwas atemlos, bestaune ich die Aussicht auf Stadt, Strand und Inlet.

Weit hinten die Stadt

Wirklich einzigartig diese Lagune mal von oben zu betrachten.

Super Aussicht auf die Lagune
Und hier geht's Morgen lang

Wieder unten auf dem Boden, muss ich natürlich alle Fotos sofort Gaby zeigen. Immer noch voll fasziniert von der einmaligen Aussicht auf unseren Fluss. Aber im Shop des Leuchtturms kommt Gaby in den Genuss des Turmes. Viele, viele kleine Türme sind hier zu bestaunen.

Gaby im Glück

Es hatte auch noch ein, zwei, ja drei kleine Museen die wir uns anschauen konnten. Dazu war am Eingang eine Musikkapelle aufgetreten die den Gästen ein Ständchen geboten hat. Wir wollen aber weiter. Denn ein ganz anderer Höhepunkt Heute ist gerade vis a vis auf der anderen Strassenseite. Die Alligatoren haben dort ihre Abteilung.

Alligator Farm

Wir sind just etwas zu spät für die tägliche Fütterung der grossen Krokodile. Was für ein Schauspiel.

Grosse Fütterung der Kokodile

Und tatsächlich gibt es auch weisse Tiere. Tja, Albino gibt es scheinbar auch unter diesen Viechern. In der Natur haben sie ein kleines Handicap – sie haben keine Tarnung.

Albino-Krokodil

Das grosse Gehege ist wirklich gut gemacht und hat auch Platz für all diese Krokies.

Grosse Gehege

Aber es hat auch Vögel. Wie dieser Kerl, den wir schon ein paar Mal in Freiheit haben rumfliegen sehen. Eben nicht, es ist kein Flamingo, es ist ein Roseate Spoonbill. Ein ganz, ganz cooler Vogel.

Ein Roseate Spoonbill auf dem Baum

Denen möchten wir wirklich nicht im Wasser oder am Strand begegnen. Sind die nicht lieb und schnussig?

Krokodile in der Sonne

Weiter hinten hat es noch Kormorane, Schildkröten von den Galapagos und Kaimane, Alligator und Krokies von der ganzen Welt. Herrlich diese zum Teil ur komischen Krokies. Ein Teich ist etwas gar voll mit diesen Tieren. Da reinfallen? Lieber nicht.

Grosser Pool und viele Krokies

Zwei Shows schauen wir uns noch an. Einen Kameraden kennen wir wirklich gut. Eine Kornnatter, die genau gleiche wie unser Sohn zu Hause mit Mäusen füttert. Hat ja eigentlich den falschen Namen, kommt hier aber häufig in Kornfeldern vor und heisst darum so.

Hi Gerry!

Wir haben genug gesehen für Heute. Die Temperatur ist gewaltig hoch und so ist es fast wie in einem Ofen, als wir nach Hause laufen. Zum Glück haben wir auf halber Strecke einen Futterladen und können uns kurz abkühlen. Eine Gallone Milch, etwas mehr als dreieinhalb Liter. Das sollte doch für Gaby’s Ovi eine Weile reichen 😉 Dann noch ein Stop auf der Löwenbrücke. Sie hat gerade ein Fischerboot durchgelassen.

Kurzes Warten auf der Löwenbrücke

Auch sehen wir den Wärter und melden uns gleich für Morgen früh an. Da ist leider die Nachtschicht noch dran, aber die öffnen euch ohne Probleme. Viel zu heiss, wir setzen uns in die Marina-Lounge. Uuuu ist das schön kühl hier. Wir planen die nächsten paar Tage. Haben wir doch ein paar kritische Wegstücke zu meistern. Die Tide sollte da schon stimmen und vor allem das Hell Gate kurz vor Savannah, was der niedrigste Abschnitt des ganzen ICW ist, sollten wir gut breichen. Dazu unterhalten wir uns mit Seglern, die die Küste schon seit mehr als neun Jahren rauf und runter segeln. Spannend! Zum Znacht, es ist nun viel, viel kühler, wollen wir zum Italiener gleich um die Ecke. Das war ja eine ganz, ganz tolle Zeit hier in dieser “alten” Stadt. Halt auch viele Touris, aber die spannenden Sachen waren einfach unübertrefflich. Dahin kommen wir sicher mal wieder. Morgen, morgen zeihen wir weiter in den Norden, Savannah ruft, ein nächster Höhepunkt an der Ostküste!