Mustique hat uns extrem gut gefallen. Sicher, teuer ist sie allemal, diese ganze Insel, dafür kann man stundenlang auf guten Wegen laufen, hat alles in unmittelbarer Nähe, ein praktisches, beleuchtetes Dingidock und die Bojen sind auch gut unterhalten. Trotzdem sind unsere drei Tage viel zu schnell abgelaufen und wir zeihen weiter. Bequia wartet auf uns, eventuell sogar mit einem Marinaplatz. Der Kurs ist für einmal nicht gegen, sondern schön bis zur Isle a Quarte mit halben Wind, für uns. Cool und wir rauschen sogar bis zum westlichsten Kap von Bequia. Schön war das, nur etwas zu schnell haben wir die acht Meilen zurückgelegt. Dann alle Segel runter und mit Nasenwind in die grosse Admiralty Bay. Der Motor gibt alles 😉

Rund ums West Kap und hoch gehts

So fahren wir bald in Richtung Bequia Marina, nur da meldet sich überhaupt niemand und es ist auch keiner zu sehen. Platz? Hätte es vermutlich. So drehen wir ab und suchen uns einen Ankerplatz gleich nebenan. Tief ist es nicht und so lasse ich den Anker auf 3.5 Meter runter. Noch etwas Kette, noch was bis die 30 unten sind und kurz einfahren. Passt und hält. Gleich wollen wir in die Stadt und machen die Banane bereit. Einsteigen und losrudern. Schöner Platz.

Mitten in der grossen Admiralty Bay

Wir nehmen gleich den ersten Steg und machen das Beiboot mit dem Kabel fest.

Du musst kurz warten

Viele Touris und noch mehr Yachties drängen sich fast durch die Strassen. Viel los hier. Dazu ist noch ein Grosser vor Anker. Also noch mehr Leute. Wir sehen dem Treiben etwas zu und verschwinden dann in der Markhalle, wo es haufenweise Gemüse und Früchte zu kaufen gibt. Avocado, Bananen, Mango kaufen wir. Gaby kriegt von allem was zum versuchen. Weisch wie saftig! Also einpacken. Beim ShipChandler sollten wir auch noch rein. Ein paar Sachen brauchen wir auch hier. Allem voran ein neuer Hut für Gaby. Dazu endlich ein genug grosser, wasserdichter Rucksack. Mit dem Dingi mussten wir immer mindestes zwei Wasserdichte Taschen rumschleppen. Zu guter Letzt noch zwei Bücher für die Weiterreise. Denn schon bald sind wir in den Leeward Islands. Jetzt sind es ja die Windward’s, die zum Wind gerichteten Inseln. Durst. Gleich um die Ecke hat es eine nette kleine Beiz. Das Porthole sieht nicht schlecht aus und WiFi gibt es auch. Rein mit uns. Etwas trinken und das Wetter und die eMails checken. Uuuu da ist wieder viel reingekommen. Es wird spät und so bestellen wir auch noch was zu Essen. Roti versuche ich mal. Etwas Rind und Kartoffeln, dazu eine feine Sauce und in einen leichten Teig einpacken. Fertig. Schmeck grossartig. Gaby will ein Chicken Curry. Muss aber erst noch gekocht werden. Lohnt sich, das Ganze ist so was von lecker. Dazu ist es etwas billiger als gerade im Basil’s. Dort hätten wir für’s gleich Geld nur einen Teller bekommen! Es ist schon lange dunkel, als wir uns auf den Weg zur Banane machen. Ein freundlicher Herr vor dem Steg warnt uns noch von den unebenen Brettern auf dem Steg und leuchtet uns sogar den Weg mit seinem Händy. Er wartet so lange, bis ich meine Stirnlampe gefunden habe. Danke, danke vielmals. Alles einpacken und mit Rückenwind sind wir im Nu bei der Ulalena.
Am nächsten Tag, die Böen haben noch nicht nachgelassen, verbringen wir zuerst gemütlich vor Anker. Eigentlich recht ruhig für die vielen Windstösse. So schreibe ich ein paar längst überfällige Blogs. Noch ein Foto von den farbigen Häusern aus “unserer” Nachbarschaft. Einfach schön erfrischend, diese Farben.

Farbige Häuser von Port Elizabeth

Fertig und ab an Land. Uuuu ist das streng. Der Wind bremst meine Ruderkünste ganz arg. Sollten wir trotzdem den Motor nehmen? Sind schon bald an unserem Steg. Besuchen den Supermarket und wollen endlich mal den Belmont Walkway ablaufen. Er ist etwas nass, aber all die lässigen Beizen sind scheinbar hier vertreten. Eigentlich ein schöner Weg. Nur sehr schmal und wirklich am und zum Teil fast im Wasser. Zum Glück ist die Tide nicht zu gross 😉

Belmote Walkway von Port Elizabeth

Wir finden keines, dass uns passt und drehen um. Das Porthole bleibt unser Favorit. So bestellen wir diesmal scharfe Burritos. Etwas zu scharf, aber fein. Fast wie zu Hause ist dieser Laden. So urgemütlich!

Die Nacht hat es in sich. Es geht gerade eine Regenwand durch, also ich nach draussen hüpfe und die losen Dinge aus der Banane bergen will, da sehe ich eine führerlose, an uns vorbei treibende Yacht, die geradewegs in den schönen Kat neben uns knallt. Wow! Die Nachbarn weiter oben schreien und endlich geht Licht und Motor auf dem Boot an. Wir? Wir haben einfach nur extremes Dusel gehabt. Mit Hilfe des Nachbarn im Dingi macht er nun an einer Boje neben uns fest. Gute Nacht. Fast, den Gaby ist nun auch wach und ich muss ihr das kurz erzählen. Diese Boje hat eben nicht gehalten. Als ich am Ankunftstag unseren Anker ertaucht habe, schaute ich mir noch die eine Boje neben uns an. Einfach ein Fass mit Beton gefüllt, hoffentlich Beton, und eine Leine drum. Das, genau das soll die Schiffe halten! Verrückt. Wir sind froh am eigenen Geschirr zu sein. Schlaf weiter und drehe mich auch wieder um.

Was macht eigentlich das Wetter? Morgen soll es noch immer so blasen. 20ig und mehr. Wir bleiben noch bis Freitag. Wollen wir doch Heute unter anderem das Fort Hamilton anschauen. Vielleicht reicht’s noch für einen zweiten “Berg”. Wieder so ein Gegenwind. Ich wollte es ja so und darum gibt es fast Muskelkater vom Rudern. Damit Gaby nicht nass wird, das Ganze vorwärts. Eine schöne Strasse mit einem seggen Anstieg, so erreichen wird bald die Anhöhe mit den letzten Kanonen vom Fort Hamilton im Norden der Bucht.

Die letzten Kanonen im Anschlag

Die Aussicht ist einfach umwerfend. Wir kommen fast nicht mehr los. Unsere Bucht, unser Boot, unsere Aussicht, unser Wetter!

Die Admiralty Bay von Bequia

Schon die zweite Touri-Truppe war hier, als wir aufbrechen. Die Blumen, Streucherblüten müssen wir aber doch noch etwas genauer ansehen. Wunderschön sehen sie aus.

Kurlige Blüten

Noch etwas in die Stadt runter. Kommen aber nicht sehr weit. Am Porthole vorbei und da steht tatsächlich, frische Muffins! Das können wir uns nicht entgehen lassen. Für ein paar EC’s bekommt jeder von uns gleich deren zwei dieser noch warmen Dinger. Fein, fein, fein. Dazu noch etwas Büro. Doch noch ein Berg? Ne, wir gehen zurück zur Ulalena.

Der neue Hut von Gaby vor dem Porthole

Alles einpacken, die Banane auf dem Salondach unter dem Baum festzurren und die letzten Wetter Infos anschauen. Dazu die Tide für die Einfahrt morgen noch kurz checken? Wann war Hochwasser? 15:10 Uhr, da sollten wir locker in die Blue Lagoon reinkommen. Ein paar Tortellini zum Znacht und schon liegen wir im Bett und lesen, Diagnose: Fernweh.

Leave A Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *