Pause! Aber wie oder doch nicht? Aufräumen, Waschen, Büro machen, Abrechnung erstellen, Radar flicken lassen, das Grosssegeln reparieren lassen und tausend andere Sachen wollen wir zwischen den Schneider’s und Dani machen. Viel steht auf dem Zettel. Das Erste was aber sicher kommt, ist ein Gewitter. Angesagt ist es zwar nicht und viele Boot stürzen zurück in die Marina. Der Himmel zieht zu und die ersten Tropfen fallen schon.

Gewitterwolken über Vilamoura

Dann die ersten Blitze. Zum grossen Glück haben wir hier nicht den längsten Masten.

Blitze am Himmel

Am nächsten Tag kommt auch schon der Radar-Mann. Super, die Testes sind leider alle negativ, so muss die Antenne runter. Eine halbe Stunde später übergebe ich ihm unsere defekte Antenne. Sie soll in Holland repariert werden. Mal schaue wie lang das geht. Drei Wochen mindestens sagen sie. Kein Problem, bis dann sind wir wieder hier. Später kommt noch der Segelmacher und schaut sich unsere offenen, kaputten Nähte an. Kein Problem. Wenn wir Ende Woche wieder da sind, einfach vorbei bringen. Cool. Das hätten wir also auch. Zeit für einen Spaziergang am Strand.

Strandweg in Vilamoura

Gute Wege entlang des Sandes, denn Gaby durch den Stand zu schieben währe gar nicht lustig. So können wir den “Sand” auch so geniessen. Auf dem Rückweg gönnen wir uns mal wieder ein Cafe-Frappe im Amorini! Einfach ein Gedicht.
Etwas Wind ist in den nächsten Tagen noch angesagt und so lassen wir es uns im Luxushafen gut gehen. Dann sehen wir auf einmal diese Wolke per Zufall am Himmel.

Feuerwolken über der Marina

Vermutlich sind es die nahen Waldbrände, die ihre “Gluesen” in die Wolken tragen. Schaurig, tragisch schön.

Gluesen

Als dann noch die Sonne langsam untergeht, wir es gespenstig.

gespenstig

Kann man nur hoffen, dass keine Personen oder Tiere zu Schaden kommen.
Wetter gut, wir können endlich los. Wir wollen in Richtung Faro in den Sumpf. Oder fast. Es ist eine grosse Lagune, die auch bei Ebbe ein paar Meter Wasser oder schlicht eine handbreite Wasser unter dem Kiel frei hält. Sie liegt zwischen Faro und Olhao und soll wunderschön sein. Leinen los und ab nach Osten. Nach ein paar Meilen sehen wir schon die Barra Nova, dort ist ein geeigneter Eingang in die grosse Lagune. Die Tide immer im Hinterkopf, laufen wir ein.

Barra Nova mit Strömung

Zeitpunkt gut erwischt und das Überfahren der Barre ist zwar speziell und eindrücklich, aber eigentlich harmlos, wenn man zum richtigen Zeitpunkt da ist. So suchen wir uns nun einen guten Ankerplatz und werfen kurz vor dem Dorf Culatra den Pickel in den Schlamm. Einfahren? Aber sicher! Nach 35 Meter Kette, zerren oder besser zeihen wir mit Motorkraft den 20 Kilogramm schweren Anker noch ganz in den Schlamm. Er sollte ja gut halten, auch wenn die Tide dreht oder der Wind zunimmt. Dazu wollen wir eine ganze Woche hier verbringen. Alles gut und Zeit für die wichtigen Dinge im Leben – Abwaschen!

Lieblingsbeschäftigung

Wirklich schöner Platz. Manchmal kommt einer etwas näher oder ein anderer verlässt den Platz schon nach ein paar Stunden. Wir geniessen auf jeden Fall die Ruhe.

Ruhe im grossen Ankerfeld

Oder doch nicht? Einer hat das mit dem Wasserstand leider nicht so genaugenommen und muss nun dafür büssen. Tja, etwas rechnen muss man halt schon oder wissen wie man das Tidenapp verwendet. Auf jeden Fall wird er diesen Ausflug nie mehr vergessen.

Etwas schief in der Landschaft

Das Wasser ist weg und der Haussegen steht ganz sicher schief 😉 Die anderen haben es besser gemacht und einen guten Platz gefunden, auch wenn es von der Ferne nicht so aussieht.

Grosser Sandhaufen dazwischen

Am Abend, wenn der Wind nachgelassen hat, kehrt die Ruhe endgültig ein und mann sieht alle auf dem Vorschiff um den Sonnenuntergang zu geniessen. Schööön, gell!

Sonnenuntergang im Sumpf

Die Fische kommen jeden Tag und versammeln sich im Schatten der Ulalena. Das erste Mal bin ich fast erschrocken. Wo kommen den all die Fische her? Haben wir was am Rumpf oder ist es nur der Schatten?

Die vielen Fische am Rumpf

Dann ist es Zeit für etwas Action. Wir wollen nach Culatra. Mal schauen was es da so zu sehen gibt. Auch brauchen wir noch etwas für’sZnacht. Die Banane wird hervorgeholt. Die Sitzbank eingebaut. Super! Und wie bringen wir jetzt das sperrige Ding ins Wasser?

Banane ist aufgebaut, aber wo ist das Wasser

Wir haben ja Zeit, lass dir was einfallen. Gaby lacht nur. Seitenschabrake hoch und raus ist die Banane geworfen. He, sie schwimmt, hat aber zu viel Wasser geschluckt. Alles aufsaugen und die restlichen Sachen montieren. Passt alles.

Die Banane schwimmt und der Motor ist dran

War ein ganz schöner Krampf. Keine so gute Idee, das Ganze im Wasser zu montieren. Alle paar Minuten ist ein Taxi vorbeigeschwirrt und hat das kleine Boot heftig zum hüpfen gebracht. Jetzt ist alles fertig und der Ausflug kann beginnen. Gaby wird von der Badeplattform in ihren Sessel gehievt. Hut und Brille auf. Stuhl mit Töff eingeladen und ab geht die Post. Seitlich haben wir das Gleichgewicht schnell gefunden, aber längs ist doch etwas gewöhnungsbedürfig. Etwas zu viel Gas und das Wasser läuft ungehindert ins Boot. Gaby schreit. Blöd. So kommen wir halbtrocken im kleinen Hafen von Culatra an und schon bald helfen uns zahlreiche Leute, Gaby in den Stuhl zu hieven. Geschafft. Quer durch das autofreie, ruhige Dorf rennen wir direkt zum Strand. Das Baden am grossen langen Strand ist DIE grosse Attraktion von hier.

Schöner weg zum Strand und zurück

Es macht sichtlich spass, sich mal wieder zu bewegen.

Zurück zum Dorf Culatra

Ein feiner Salat, dazu ein Bier und ein Icetee. Schmeckt gut. Gaby’s Kopfmuskulatur reicht nicht mehr, und so schippern wir zurück zur Ulalena. Super Ausflug mit einem genialen neuen Beiboot. Die Banane ist wirklich eine Wucht und ideal für uns. Das Einsteigen, immer eine wahrer Krampf, ist jetzt fast zu einfach.

Baden! Das erste Mal wage ich es ins kühle Nass. Was nur 22°! Aber es ist einfach herrlich. Dann bewaffne ich mich mit Spachtel und Brille. Der Propeller muss mal gereinigt werden. Muscheln haben es einfach zu gern, sich hier niederzulassen. Der Atem wird immer weniger und so bin froh, nur noch einmal da runter zu düsen um das letzte Ding abschaben zu müssen. Fertig. Nur noch kurz die anderen Ausgänge checken. Dann muss ich an die Wärme. Schüttelfrost! War ich etwa zu lang im Nassen? Denke schon. Drinnen wartet aber eine Delikatesse. Die Kabeljau-Dose von Lissabon wir geöffnet. Dazu ein feiner, kühler Schachtelwein.

Kabeljau mit Weisswein

Gaby lehnt dankend ab, als sie das Innere sieht. Schmeckt aber Super!
Es ist schon wieder fast eine Woche um. Dienstag, der 14. August. Zeit für einen Landgang. Diesmal wird der neue Kran, den wir in Marmaris haben machen lassen, getestet. Das Ding wird mit meinem Gewicht einem ersten Test unterzogen und es funktioniert gut.

Einsteigen mit Kran

Jetzt ist Gaby am Zug. Die Leinen verheddern sich und sie geht fast unter! Also das nächste mal nur von der Plattform aus. Aber he, sie sitzt im Boot und ist ganz und gar trocken. Auch ein Erfolg 😉

Breit in der Banane für den Landgang

So gurken wir dem Hafen von Culatra entgegen. Alles in Butter.

Culatra im Hintergrund

Und auch der Steuermann schein das Ganze im Griff zu haben 😉

Steuermann

Alles muss man selber machen. Gut gelandet und ausgestiegen. Wie alte Routiniers! Nur noch den Schlüssel des Dingimotores abziehen und … plums. Einen Teil des Schlüssels ist noch in meiner Hand, den anderen, wichtigeren, sehe ich dem Meeresboden entgegenschweben. Sch… und wie kommen wir nun zurück? Rudern. Okay, ab in die Beiz und leider hat die um vier die Küche noch nicht geöffnet. Die Beizerin hat aber ein Nachsehen und bastelt uns ein Schinken-Käse-Toast. Fein, wirklich fein mit gutem Brot, anstatt Toast. Schmeckt. Was so ein paar Tage vor Anker ausmachen? Dann machen wir uns noch auf die Suche nach einem Magneten. Spontan kaufen wir ein Andenken der Algarve mit gerade zwei nigel, nagel, neunen Magneten auf der Rückseite. Glück muss man haben. Kann ja nichts mehr schief gehen. Zurück zur Banane und kurz testen. Ja, tatsächlich springt der Bildschirm an. Passt ja. Alles einsteigen und … nichts. Kein drehen des Motores. Ein Nachbar, der uns kurz hält vor dem Losfahren, zum Glück, entscheidet sich spontan zu helfen und schleppt uns ab. Danke, vielen Dank.

Die Banane im Abschleppmodus

Kaum an der Ulalena angelangt, Gaby versorgt und die Banane wieder hochgezogen, schippert dem Nachbar sein ganzes Boot an uns vorbei. Mein Pfeifen wird leider nicht gehört. Nur der Betroffene, in dem er nun prallt, schaut kurz aus seinem Boot. Dann “heschert” es, sie prallen aufeinander und beide Anker slippen nun. Wie die beiden nur geankert haben ist mir ein Rätsel. Wie wir schon die ganze Zeit hier vor Anker gesehen haben, das überhaupt keiner richtig ankert oder seinen Pickel einfährt. Bei den Dingis ist es nicht viel besser. In dieser Woche sehen wir deren drei an uns vorbei sausen. Einer, der durch meine Pfiffe geweckt wird, will hinter seinem Ding herschwimmen. Sache gits!

Der letzte Tag ist angebrochen. Ein Test mit der Kurzwelle steht noch bevor. Dazu will ich nochmals Tauchen. Der Motoransauger habe ich das letzte Mal vergessen. Ab ins Wasser, kurz ums Boot und wieder raus. Schön wars!

Wieder trocken nach dem Bad

Dann nochmals die Banane chartern und die Umgebung anschauen. Wo ist den der viele Sand und wo der Strand geblieben. Gaby will mitkommen. Alles einsteigen. Ein neues Magnet haben wir zum Glück auf der Ulalena gefunden und es funktioniert auch. Gaby hüpft fast von alleine rein und so geniessen wir eine Rundfahrt im Ankerfeld von Culatra.

Rundfahrt in der Lagune von Olhao

Dem Strand kommen wir zwar etwas näher, aber wir bleiben im nassen Element und kehren zurück. Ausladen und alles wieder verstauen. Auf dem Vorschiff der Ulalena kann ich die Schrauben und Splinten ganz locker entfernen. Sogar ohne Geschaukel. Dazu verliere ich auch weniger Teile 😉 Alles versogt und ab in die Küche. Die letzten Tortellini finden den Weg in die Pfanne und mit einer feinen Sauce sind sie gar nicht so schlecht. Morgen, morgen sollten wir um neun los, das Wasser wartet nicht. So sind wir bei Mittwasser an der Barre und bei ausfliessender Strömung gehts dann zurück nach Vilamoura. Das ist der Plan. Mal schauen, ob wir den Pickel überhaupt rauskriegen.
Kein Problem. Alles läuft nach Plan am nächsten Tag. Etwas viel Grass an der Kette und vor allem am Anker, sonst sind wir schon mit etwas Rückenwind um eins wieder in Vilamoura. Wir freuen uns, wieder einmal beim Inder vorbeizuschauen. Gaby bekommt vom Chef einen obligaten Schmutz auf die Stirn und einmal mehr schmeckt das Essen, Tikka Masala mit … hervorragend.
Nur noch zweit Tage bis Dani auf Besuch kommt. Ein Ölwechsel und das Grossegel müssen noch gemacht werden. Das Öl ist am nächsten Tag schnell weg, alles gecheckt und sogar der Wasserfilter wieder mal gereinigt. Hat’s scheinbar nötig gehabt.

Wasserfilter ist fast voll

So schlimm ist es auch nicht. Dann zum Motorenfritzen und ein paar neue Filter kaufen. Fast alles da, dazu noch eine neue Kanne Getriebeöl. Perfekt. Am Nachmittag noch das Gross abholen und einfädeln. Passt immer noch.

Fädle das Gross neu ein

Fertig! Oder wart … das Vodafone Ding noch kurz aufladen, ein paar letzte Sachen im SuperMarkt kaufen, den Wassertank und die Flaschen füllen und jetzt ist fertig. Zwei Wochen weg … wow ging das schnell.

Leave A Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *