Um eins, genau um Eins kommt der Wind! WetterWelt sagt das. Echt? Ein kleiner unscheinbarer Tropfen kündigt das hinter Lagos an.
Dann sollten wir da sein oder zumindest im Kanal zum Hafen. Halb acht legen wir in Vilamoura ab. Keine Angst, wir kommen bald wieder 😉
Wunderbares Segeln entlang der Küste der Algarve mit ihren typischen Felsformationen. Sieht gar nicht so schlecht aus.
Zwischen Albufeira und Portimao treffen wir gerade unter dem Leuchtturm vom Capo Carvoeiro auf Kolumbus. Sieht doch Super aus!
Wir sind da und da ist auch der Wind. Wie wenn einer ein Hebel umgelegt hätte. Die letzten paar Meter kämpfen wir gegen den Wind, die unzähligen kleinen Boot und, was ist den das? Ein Rennkat!
Die Briten sind vermutlich am testen, denken wir und lassen uns ablenken. Schiessen ein paar Fotos und suchen den Eingang in den langen Kanal zur Marina von Lagos. Ich bin überfordert. Es kommen uns weitere Rennkat’s auf dem Kanal entgegen dazu hunderte von kleinen Fähren, Ausflugskähnen und Dingis. Dazu der Wind und die Suche nach dem Wartesteg vor der Brücke.
Dazu noch ein paar Zuschauer 😉 Steg gefunden und ruck zuck festgemacht. Unterlagen packen und ins Office. Platz? Sicher! Passt doch. Bezahlen, Karte und WiFi Passwort. Dann lese ich von den GC32 Katamaran Regatta die in den nächsten Tagen hier stattfindet, dazu kommt heute noch die ARC Portugal von Sines hier an. Etwas gar viel aufs mal, sind aber gespannt auf alles hier. Marina, Stadt, Regatta und ARC. Die Brücke geht gerade auf, die sonst über VHF 9 geöffnet werden kann, also schnell ablegen. Dass was war definitiv zu schnell, denn ich habe vergessen, die Fender zu richten. Blöd. Sind aber rückwärts durch und mit einer Zusatzschleife bereit zum Anlegen. Der Marinerio hat ja gar nichts zu tun 😉 macht uns aber fest. Wo sind wir hier? Genau am Steg der GC32! Echt? Momentan noch alles leer und nur die Fahnen sind festgemacht. Das Einhorn vom Nachbarn fällt uns als erstes ins Auge.
Wir sind da und haben …. Hunger! Gaby präpariere ich ihr Lieblingsessen, Gurkenbrot. Lecker, sieht ganz lecker aus.
Wir kommen nicht aus den Staunen heraus. Ein ARC nach dem andern kommt an den Wartesteg und durch die Brücke. Dazu die acht GC32 Teams mit ihren grossen Dingis an der Seite.
Der Wahnsinn – die machen ja den ganzen Tag nichts anderes. Einparken? Ich komme kaum nach wie schnell das geht. Dazu der böige Wind. Gemütlich sitze ich im Cockpit und schaue dem Treiben zu. Zum Znacht mögen wir nicht mehr weit. Die erste Beiz wird gekapert und eine feine Pizza bestellen wir uns.
Aufstehen und schauen. Die GC32 mit Teams von Frankreich, Neuseeland, Australien, Argentinien, England, Amerika und sogar ein Schweizer Team sind an unserem Steg. Viel läuft noch nicht, aber staunen kann man schon beim vorbeilaufen.
Ganz nach vorne, am Kanal entlang schlendern wir, oder besser holpern wir. Alles nur Kopfsteinpflaster, schön, aber für Gaby viel zu uneben.
Da sind wir gestern reingeschlichen. Habe das alles gar nicht recht mitbekommen. Die Stadt gefällt uns auf Anhieb. Schön!
Den Weg zum Leuchtturm von Ponte da Piedade finden wir irgendwie einfach nicht, zwei, dreimal muss ich das Händy zücken und nachschauen. Eine Brücke, blöd, da müssen wir aussenrum. Endlich sind wir auf der richtige Strasse und folgen den Menschenmassen oder besser den Autos. Denn wir sind fast die einzigen die zu Fuss unterwegs sind. Schon da! Setzen uns hin und schauen zum grossen, grossen nächsten Kap. Wenn alles gut geht, kommen wir am Samstag zu dir.
Der Turm sieht einfach toll aus, kann aber leider nicht von nahem besichtigt werden.
Die Aussicht ist Super und die Steine, Felsen dazu. Etwas viele Leute meinen das aber auch und belagern diesen Platz förmlich an Land und im Wasser.
Auch kann man eine steile Treppe runter zu den Grotten und eine Rundfahrt machen. Einmalig diese Löcher!
Genug gesehen. Zurück zur Ulalena und dem Trubel in der Marina. Denn an unserm Steg liegen auch noch die Ausflugskähne. Langweilig wird uns bestimmt nicht.
Die Regatta wollen wir uns ansehen oder besser, von weitem zuschauen. Sie sind zwar direkt am Strand, doch sehen kann man von Auge nichts. Feldstecher und Foto ist das mindeste. Ein Uhr, sie sind gestartet.
Wer ist vorne? Leider nicht die Schweizer, sind aber auch gut im Rennen. Die Franzosen geben den Takt vor und gewinnen fast alle Rennen. Übersicht? Von hier aus, keine.
Die Resultate kann man leider nur auf dem Internet verfolgen. Einen Stand, T-Shirts oder sonstige Infos’? Fehlanzeige und sehr schade. Somit nimmt auch keiner Notiz von den Cracks. Denn nach dem Einlaufen, dass wir natürlich von unserem Logenplatz ganz genau beobachten, lese ich auf einmal “Ainslie” auf einem der Rücken. Was! Sir Charles Benedict Ainslie, der fünffache Olympische Medaillengewinner steht mit seinem Team gerade neben uns! Ich werd verrückt.
Sein Team braucht seit den Bermudas etwas Übung und so segeln sie auf diesen Büchsen mit. Die zahlreichen Interviews finden direkt vor uns statt. Sehen und hören können wir fast alles. Wahnsinn. Und doch sind sie sehr, sehr nett und fallen überhaupt nicht auf. Grüssen einem wenn sie uns auf dem Steg antreffen.
Schon Freitag. Die Altstadt haben wir ja noch gar nicht richtig gesehen. Bei unserem Glacestand gibt es auch richtig guten Illy-Kaffee. Setzen uns davor und geniessen die schöne Stadt.
Gerade neben an bestaunen wir den grossartigen Altar der Kirche Igreja de Santo António. Es verschlägt uns die Sprache, als wir eintreten. Wunderschön und eindrücklich. Weiter am Strand entlang zum Ship-Chandler. Nur schauen, oder doch was kaufen? Eine Schraube für den Baum ist alles was wir gerade brauchen. Dann ist es auch schon wieder Zeit für den Start der Regatta. Haben wir von hier aus die bessere Sicht? Fast.
Am Abend geht’s nochmals in die Stadt. Der Regen oder die paar Tropfen sind gerade vorbei und zaubern einen schönen Bogen über dem Kanal.
Samstag, los gehts! Oder doch nicht? Es hat auf Südwind gedreht, gräme, aber das heisst auch, wir können in unserer Bucht beim Kap nicht über Nacht bleiben. Bei Wind und Schwell vor Anker schläft man ziemlich unruhig. Was denn nun? Sollen wir jetzt schon los und über Nacht ums Kap und nach Sines? Der neuste Wetterbericht schafft Klarheit. Wir gehen schon heute Abend los. Ab in Office und bezahlen. Dann nochmals in die Stadt und das “vergesse” Kastell anschauen. Es liegt gerade am Kanal und die Aussicht ist wirklich schön.
Dazu hat es auf dem Dach geniale Kunstwerke. Was das wohl sein mag? Erinnert uns an einen Film.
Ein letztes Kaffe, geht immer, und so holpern wir zurück zur Marina. Karte abgeben und vom Securitas-Menschen die Türe aufmachen lassen. Danke. Alles bereit fürs Auslaufen. Viel zu viel Aufregung, Aktion hier in Lagos. Ist es das nächste Mal etwas ruhiger? Hochsaison? Wir denken nicht. Aber diese Stadt hat es uns angetan und freuen uns mega aufs Wiederkommen.























