Frühstück? Machen wir, wenn wir draussen sind. Gaby bechert nur ihre verstärkte Milch herunter und schon verlassen wir kurz vor neun die Marina von Teulada. Wind? Null, wirklich null. Okay. Alles fix und draussen vor der Mole setze ich das Kaffeewasser auf. Kaum pfeift er, kommt der Wind. Neun, zehn, schön gemütlich von Süden. Super. Also, Kaffee verschieben und alle Tücher raus oder nein, die Genua reicht doch für’s erste. Sonst wird nur der Kaffee kalt. Das Kap Teulada haben wir schon fast erreicht und der Wind bläst und bläst. Die Genua, zeiht und zieht. Im Maximum über 22 Knoten. So muss es doch sein. Ich vergnüge mich wieder einmal am Steuer und geniesse es vollkommen. Der Felsen ist vorbei!

kap teulada

Rufe ich zu Gaby, die schon wieder auf dem Sofa am schlafen ist. So muss ich ihr Bilder schiessen, von unserer Verfolgungsjagd.

verfolgung

Nein, natürlich nicht. Der viel, viel Längere hat uns genau bei der kleinen Insel La Vacca ein- und überholt. Der Wind immer noch im Rücken, schiebt uns durch den Canale di San Pietro. Gewaltig. Ist ja schön und gut, aber wir segeln nun schon seit fünf Stunden und ich immer noch am Steuer. Gaby hat Durst und Hunger, kann jetzt gerade nicht. Es kommt ein Leuchtturm auf uns zu.

leuchtturm

Wir sind ja gleich im Hafen, vertröste ich sie. Bei den Untiefen vor dem Hafen brauche ich dich aber wieder. Sie lotst mich rein und schon von weitem kommt uns der Marinerio abholen. In den Wellen hüpft er nur so vor sich hin. Das ist Einsatz!

marinerio holt uns ab

Endlich drin und schon bald auch dran. Sie haben viel zu tun und so schubst er mich, wir sind ja immer sehr, sehr langsam im Hafen unterwegs, an der Steg. Fest, danke und schon kommt der Nächste. Halb drei und wir sind schon wieder über dreissig Meilen gefräst. Genug. Endlich was essen und trinken. Schwups sind zwei Liter Wasser verschwunden. Es ist schon vier, als prompt der Wind von über zwanzig Knoten auf einmal von Norden kommt. Was ist den da los. Glück gehabt oder ist der Seewind doch noch gekommen? Mehr, weit mehr interessiert uns das Wetter für die nächsten drei Tage. Hier in Carloforte ist die letzte Station für uns in Italien. Die Überfahrt zu den Balearen steht an. Morgen oder Übermorgen müssen wir sicher los, denn am Freitag ist der Maestral wieder am Zug. Was sagt der neuste Bericht. Morgen sehr gut, und Übermorgen auch Super, aber etwas schwächerer Wind. Was machen wir? Motoren oder segeln? Die Wellen währe zwar am Folgetag etwas niedriger – wir gehen Morgen los. Also müssen wir noch kurz auschecken. Das heisst unser Fackel im Hafenamt abstempeln lassen. Auf in die Stadt. Rein in die Amtsstube und keine fünf Minuten haben wir eine Kopie in der Hand. Wo ward ihr den die ganze Zeit? Keine zusätzlichen Stempel? In Neapel Nidri, da hat es eben keine Ämter. Okay und Stempel drauf. Wir setzen uns ins nächste Kaffee und schreiben unsere Angehörigen unsere Absichten.

carlofore im cafe

Was brauchen wir noch? Früchte, Brot und den Dieselkanister wollen wir doch noch auffüllen lassen. Mann weiss ja nie! So gehen wir auf die Suche nach einem Laden.

gassen von carloforte

Geniale Stadt. Viele Leute, lässige Läden und gute Stimmung. Früchte finden wir, aber kein Brot. Nächster Laden. Gestossen voll! Warum? Morgen ist Feiertag, alles zu. Super. Brot hat es natürlich auch keines mehr, also muss das Trockene aus dem Regal her. Anstehen ….. jetzt haben wir alles. Den Diesel holen wir dann morgen vor dem Ablegen.
Zum Znacht, wir wollen gerade los, sehe ich eine Prozession auf der Mole. Wow, da müssen wir hin.

prozession

Der Wind pfeift und Gaby wird es trotz Jacke immer kälter. Sie bekommt einen steifen Hals. Ich sehe es aber als gutes Zeichen und möchte dem Ganzen noch etwas folgen. Die Maria wird angebetet und am Schluss werfen sie noch Rosenblätter in die See. Los, es ist mir viel zu kalt. Wir verabschieden uns. Gaby ganz steif, rennen wir den Beizen entgegen. Alle sind leer, aber trotzdem kriegen wir keinen Platz. Alles reserviert? Uuuuu, die nächste? Auch. Und die Nächste? Dasselbe. Was ist denn hier los? Vermutlich wegen den Feiertagen. Schussendlich finden wir weiter hinten in den Gassen eine Cantina, die uns einen Tisch mitten auf die Strasse stellt. Fein, wie das Essen wohl sein wird? Spagetti Nero und eine feine Pesto Lasagne kommen auf den Tisch. Schmeckt hervorragend. Nur Gaby kann ihren steifen Hals fast nicht mehr halten. Ohne Kaffee und Dessert verabschieden wir uns und gehen zurück. Die Kälte (Wind) war leider zu viel.
Am nächsten Morgen frühstücken wir ausgiebig. Um elf Uhr wollen wir los. Noch kurz einen Cappuccino im nahen Café und dann zur Tankstelle. Dann sind wir bereit. Wetter? Stimmt immer noch und zudem noch sehr, sehr stabilen Wind für die nächsten beide Tage. Wir legen ab ….

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