Halb sechs ruft das Händy zum aufstehen. Wir haben Super geschlafen, müssen aber beizeiten los, da wir zum kleinen Finger der Peloponesen wollen. Koroni oder Methoni ist das Ziel. Der Wind ist nicht schlecht, aber die Wolken hängen sehr, sehr tief Heute. Knapp vor sechs suche ich unseren Ankerball. Der Anker ist zwar oben, aber nirgends ist der Ball. Rund ums Boot. Am Heck werde ich fündig. Lösen und schon motoren wir aus der Nordbucht von Porto Kayio.

unsere bucht

Im Dorf schlafen noch alle.

dorf

Die Sonne versucht auch aufzustehen, hat aber Heute eine etwas andere Farbe. Rot!

rot

Schaurig schön. So tuckern wir um den Mittelfinger fast in Trance, geblendet vom Rot und ganz schlafgetrunken. Da kommt schon der Leuchtturm vom Kap Tainaro. Genial schön!

tainaro

Wir wollen den Turm bestaunen, aber das AIS hornt wie wild. Kollision und nochmals Kollision. Was ist denn da los? Ein Blick auf den Navischirm zeigt alles – viele, viele grosse Brummer wollen mit uns ums Kap.

ais am kap

Alles kein Problem, die sind ja gar nicht so nah wie auf dem Schirm 😉

brummer

Der Kurs ist gesetzt und so wird es etwas ruhiger bis zum nächsten Finger. Aber was ist denn das? Grosse, schwarze Wolken. Ein Gewitter. Ich schalte den Radar ein, um die Distanz zu erfahren. Nicht ganz mitten drin und durch.

gewitter am radar

So werden wir nur etwas geduscht.

geduscht

Alles wieder sauber. Die Ulalena glänz wieder einmal. Danke! Wo wollen wir den hin? Koroni hat nur einen Dingisteg, dasselbe gilt für Methoni. Auch ist morgen Montag und somit die Burg in Methoni geschlossen. Das Wetter ist nicht sehr einladend für eine Fahrt im Schlauch. – Wir fahren direkt nach Pylos, ist unsere Entscheidung. Guter Hafen und eine lässige Stadt. So segeln wir um die beiden Inseln von Oinousai und bestaunen den Leuchtturm, denn wir im 2012 von Land erkundet haben.

oinousai

Der Wind hat ganz schön zugelegt und so ziehen wir mit der Genua schöne Linien bis fast zur grossen Bucht von Pylos. Kurz davor verlässt er uns und so motoren wir die letzten Meilen am Nisida Pylos vorbei. Das Wetter gibt alles.

 Nisida Pylos

Und schon biegen wir zu Stadt Pylos ein. Immer noch genau gleich wie letztes mal.

stadt pylos

Sogar einen guten Platz ergattern wir uns im chaotischen Hafen. Plätze hätte es wie immer genügend, aber die vielen Leinen und Bojen schrecken fast jeden ab. Ganz am Eingang legen wir uns hin. Über 60 Meilen haben wir hinter uns und stellen den Motor um viertel nach sechs ab. Pause! Das ist nun unser letzter Hafen in Griechenland und zugleich wieder einmal Festland. Hunger, grossen Hunger haben wir. Gaby’s Tasche packen und schon gehts zur Stadt. Kurz noch Bekannte besuchen, die wir in Rethymnon getroffen haben und schon wird es spät. Der Hunger plagt und so setzten wir uns in die nächste Beiz und in der Küche werde ich fündig, Super Vorspeisen. Dolmades, Artischocken, Zucchini und Randen lassen wir uns bringen. Dazu einen feinen Weissen. Einfach lecker!
Am nächsten Morgen schlafen wir wieder einmal aus. Das Wetter hat sich etwas gebessert und mit etwas über 17° wird es langsam wärmer. Volles Program! Der Dieselmann kommt schon und füllt uns den Tank und einen Reservekanister. Dann rollen wir zur Portpolice zum ausklarieren. Wir wollen ja morgen nach Malta und somit verlassen wir Griechenland schon wieder. Alles funktioniert bestens. Dann geht’s ans Essen kaufen. Brot und was zum knabbern verstauen wir in unserem Rucksack. Ein Frappee muss aber schon noch drin liegen.

strasse von pylos

Was war noch auf der Liste? Ja genau, eine Flagge von Malta. Wie sieht die schon wieder aus? Irgendwas mit einem Kreuz. Fast, der Shipchandler klärt uns auf, die offizielle Flagge ist Rot/Weiss mit einem Georg-Kreuz. Okay, kaufen wir. Eine Flasche Olivenöl bekommen wir als Geschenk. Danke. Zurück zur Ulalena und rauf auf dem Mast. Dieser blöde Radarreflecktor löst sich immer wieder. DuckTape soll helfen. Rauf und alles checken, dazu die Aussicht bewundern.

mastbesteigung

Und unser Platz ist gerade bei der Einfahrt und einen Leuchtturm zum anfassen.

leuchtturm

Der grosse Wettercheck steht noch an, denn um vier wird der neuste Bericht geliefert. Passt, wenn wir allenfalls etwas den südlicheren Kurs nehmen.

Auf zum Znacht. Mit zwei weiteren Seglern setzen wir uns in einen feinen Gyros-Tempel. Wie immer, ist das Essen fast Nebensache. Es gibt sehr viel zu erzählen und am Schluss ist es einfach immer mega, mega schade, dass unsere Weg wieder einmal in verschiedene Richtungen gehen. Der Abend war einfach genial und wir haben wirklich wunderbare Leute getroffen. Danke Euch allen. Morgen, morgen wollen wir trotz des vielen Weins früh los. Malta wartet, tschüss Griechenland.

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