Für die über 30 nm nach Mesolongion müssen wir schon beizeiten los. Kurz vor sieben “versuchen” wir die Kette aufzuholen. Gaby mit genauem Blick auf die Tiefe und ich an der Winch. Alles okay. Anker gereinigt und festgemacht und als ich zu Gaby komme sagt sie nur, 1.80 m wars. Passt und raus sind wir, bevor die erste Fähre kommt.
Ohne Wind haben wir aber trotzdem zu kämpfen. Der Autopilot macht was er will. Gerade und dann auf einmal einen Hacken. Schlafen also Fehlanzeige! Das könnte die Stunde des anderen Autopiloten im Innensteuerstand sein. Umschalten und auf 70° einstellen. Noch viel mehr Schlangenlinie als vorher. Das Lager ist einfach noch nicht eingelaufen. Morgen nehme ich aber trotzdem das Ding auseinander. Sonst habe ich nie Ruhe. Mit etwas Wind legen wir nach zwei Uhr in der Marina in Mesolongion an. Müde vom vielen Einstellen des Piloten.
Ab in ins Büro das gleich schliesst, um die Karte fürs Duschen und die Wäsche zu bekommen. Zurück auf der Ulalena genehmigen wir uns aber zuerst ein ausgiebiges Mahl. Käse, Brot und Gemüse kommt auf den Tisch. Wir sind mega hungrig. Die Sonne brennt gnadenlos. 31.3° sind es bei der Ankunft und sogar mit dem Sonnensegel wird es nicht viel kühler. Ich zertrenne den Autopiloten und reinige ihn. Dass sollte doch reichen. Wir werden es auf dem Weg nach Trizonia testen. Dann gehts ab in die Duschen. Ja, das kalte Nass hatten wir schon lang nicht mehr gesehen. Umso mehr geniessen wir es. Schööööön. Auf der Karte ist aber nur für drei Euro Wasser drauf. Wir sollten etwas schauen. Beide duschen wir ausgiebig und am Schluss sind es sage und schreibe 50 Cents! Am Abend gehen wir nicht mehr weit. Wir sind einfach viel zu müde und setzten uns in das Marina Restaurant. Super feines Gyros genehmigen wir uns. Fein und der Wirt kennt uns natürlich noch vom letzen Herbst. Leider treiben uns die Mücken ins Bett.
Schon um acht sind wir auf am nächsten Tag und füttern die Waschmaschine. Der Wäschesack ist gestossen voll und auch die Bettwäsche sollte wieder einmal gewaschen werden. Zmorge und schon ist der Automat fertig. Alles aufhängen.
Dann ab in die Stadt. Heute suchen wir einen Coiffeur, was heisst hier einen, genau den, den Gaby letztes Mal so verwöhnt hat. Ganz einfach. Bei der Kirche, neben dem SuperMarket die Gasse runter, da ist er. Nach einer geschlagenen Stunde geben wir auf. Kein Supermarket und kein “Hörlidieb” finden wir. Den erst besten versuchen wir nun. Hm, leider nur auf Voranmeldung und heute bin ich ausgebucht. Den nächsten. Kein English oder Deutsch. Eine Kunde übersetzt für uns. Haarschneiden, jetzt? Ja, ja kein Problem. Wir setzten uns hin und warten kurz. Die Coiffeur bitte sogar den Kunden, als er fertig ist, zu warten, damit er für uns übersetzen kann, wenn wir oder er Fragen zum Schnitt hat. Wir können das kaum glauben. Jetzt ist Gaby dran. Kurz und kurz. So eine richtige Windfrisur soll es sein. Damit ich nicht immer bei jedem Windstoss die Fransen richten muss. Fertig! Sieht gut aus. Wir wollen bezahlen. Der Übersetzer sagt nur, wir sind hier in den Ferien und brauchen nichts zu bezahlen. Das gibt es doch nicht! Wir verweigern und am Schluss geben wir ihm trotzdem zehn Euro. Vielen, vielen Dank! Dazu kommt es, dass unser Übersetzer uns mitnimmt und uns den Weg zum Supermarket zeigt. Vor so viel Hilfsbereitschaft sind wir nur hin und weg. Auch weil wir auf Dauerurlaub sind uns sie sich Ferien einfach nicht leisten können. Dazu sind sie einfach zufrieden. Wir sehen keine griesgrämige Typen oder schlecht gelaunte Leute. Alle helfen wo sie können. Aber eben, dass will niemand von den Griechen wissen oder hören.
Zurück in der Marina machen wir die Wäsche, räumen auf und gehen früh zum Znacht. Wir kriegen schon bald einen Ofen unter den Tisch. Es stinkt und raucht, dafür keine Mücken. Dazu studieren wir die Fahrt für morgen. Wetter, Wind, Strömung? Perfekt. Etwas kleines Essen und schon verschwinden wir im Bett.

