6:30 Uhr mache ich den Logbucheintrag: 20.3°, neblig, kühl und kein Wind. Eigentlich perfekt für eine Kanalfahrt, doch dieser Nebel ist doch etwas “lästig”. Die Stadt Charleston sehe ich von meinem Ankerplatz fast nicht. Die Umrisse sind zwar da, tauchen die Häuser aber in ein mystisches Licht. Ich mache mich bereit, start zusätzlich noch den Radar und ziehe eine halbe Stund später den Anker hoch. Da fährt gerade die Maiden an mir vorbei. Sie fährt, segelt sicher aussenrum nach NY.

Die Maiden ist auch schon unterwegs

Was für eine Stimmung. Doch wie es bei Nebel immer ist, die Ungewissheit, was da aus dem Unbekannten so auftaucht. Das AIS läuft auf Hochtouren und so hoffe ich, dass die anderen ohne AIS etwas konzentrierter aufpassen. Ich komme der Einfahrt zum Kanal immer näher und da ist er schon fast weg, der Nebel verzieht sich zügig.

Tschau Nebel

Ich fahre mit dem Motor dieser schmalen Einfahrt entgegen und habe mächtig zu kämpfen. Die Strömung ist gerade gegen mich. Doch nicht sehr lange und ich nähre mich der ersten Brücke. Ein Aufruf auf VHF 09 und die Ben Sawyer Brücke öffnet sich.

Perfekte Öffung für mich

Diese Drehbrücken sind schon sehr faszinierend. Da haben sich ein paar Laute wacker den Kopf zerbrochen, bis sie das Ding zum Drehen brachten 😉

Gerade die Ben Sawyer passiert

Die Fahrt Gagen Norden hat extrem viel Natur zu bieten. Dazu unzählige Delfine, die mich den ganzen Tage begleiten. Über 50ig sind es und da kommt schon der nächste angeschwommen und sagt kurz hallo. Hammer! Dann noch einen Schreckmoment, als die Tiefenangabe bei 1.80 Meter verharrt. Scheinbar endlos lange halte ich den Atem an, bis es endlich mit über zwei Meter weitergeht. Der Rest ist schlichtweg genial schön. Auch als ich endlich um halb sieben um die Ecke komme und nahe der Brown Insel den Anker werfe. Es sind noch weitere Boot vor Anker, aber es ist genügend Platz für alle und die Tiefe ist hier kein Problem. Ich habe einen richtigen Kohldampf! Den ganzen Tag nicht so richtig was gegessen, aber dafür viel getrunken. Jetzt scheisse ich eine grosse Portion Reis in die Pfanne, dazu feine Zucchetti mit etwas Pilzen. Dann kann ich die Stimmung so richtig geniessen. Was feines Essen und dazu der Natur zuzuhören.

Die Brown Insel ist schon sehr, sehr schön

Ein Dessert muss heute einfach drin liegen und dazu prüfe ich noch das Wetter. Der Wind scheint sich zu erholen und sollte morgen ideal für einen Ausflug aufs Meer sein. Idealer Wind für Beaufort. Auch die nächste “Ausfahrt”, Inlet sollte ohne Probleme machbar sein. Nur die Strömung muss ich noch kurz überprüfen. Perfekt. Ich kann sogar zeitig los und habe immer noch ausreichend Strom nach draussen. Happy über den Plan, sehe ich dem Mond zu, der gerade vom Horizont aufsteigt. Die Stille, der Ort – einmalig.

Auch der Mond kommt noch hoch

Gute Nacht, ihr lieben Tiere da draussen, und schon bin ich am Knurren.

PS: das waren heute ganze 42.18 sm!

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