So mach mal! Wir kommen heute einfach nicht vom Fleck. Wir haben zwar alles, doch bis nur schon der ganze Kühlschrank im Van ist, dauert es endlos. Um elf Uhr starten wir dann endlich den Motor. Das Ziel ist im GPS eingegeben und das heisst heute – Ochsenfurt. Wo das ist, irgendwo im ersten Drittel in Richtung Norden. Es ist nur für eine Nacht, denken wir. Die Strassen sind heute Mittwoch fast leer. Auch an der Grenze zu Deutschland will niemand was von uns wissen. Sehr gut. So gurken wir, zum Teil auch mit Umwegen, über Stuttgart in Richtung Würzburg. Es läuft richtig gut und so sind wir um kurz nach drei schon am Schalter. Die Frage nach dem Zertifikat kommt noch fast vor dem “Guten Tag”. Haben wir beide und so buchen wir geradewegs für zwei Tage. Wir haben von Weitem die alte Stadt gesehen, die direkt am Fluss Main liegt und es schonverdient hat, etwas genauer unter die Lupe genommen zu werden. Viel Trinken und was keines Essen, dann zieht es uns zur grossen, alten Brücke. 1512 soll sie das erste Mal Leute überführt haben. Das ist schon eine Weile her.

Die alte Brücke vpon Ochsenfurt

Es ist schon spät und wir drehen mitten auch der Brücke um. Morgen haben wir genügend Zeit, uns das anzusehen. Wir sind ja so was von gespannt, haben wir doch gar nicht gewusst, dass es hier um so ein Juwel von einer Stadt handelt. Zurück beim Van sitzen wir noch lange draussen und beraten uns über die weiteren Abenteuer. Wohin mit dem Bus und was anstellen mit unserem Boot, wenn, ja wenn die Grenzen wieder etwas gelockert werden. Die ersten Mücken schwirren ums kleine Licht auf dem Tisch und so verschwinden wir ins Innere.

Mit 17° und blauem Himmel stehen wir auf. Passt doch alles, nur der Wind kommt etwas gar böig daher. Gaby einfach gut einpacken, dann geht das wunderbar. Die Brücke kennen wir ja und nach etwas googeln wissen wir nun auch, wo es was zu sehen gibt. Der Eingang sieht schon mal ganz gediegen aus.

Von der Brücke in die Altstadt von Ochsenfurt rein

Staunen, wir können nur staunen, was wir hier gefunden haben. An einem Denkmal vom Zweiten Weltkrieg spazieren wir vorbei und erfahren, dass es hier starke Frauen gab, die “trotz angedrohter Erschiessungen”, wie es geschrieben steht, die Barrikaden weggeräumt haben, damit die Stadt ende Krieg kampflos übergeben werden konnte und so fast alles erhalten blieb. Mutig, mutig denken wir und ziehen den Mauern der Stadt entlang. Diese dicken, fetten Dinger waren sicher ein gutes Mittel, um den BöFei anzuhalten.

Eindrückliche Stadtmauern

Vom Süden her entern wir dann die Stadt und finden uns plötzlich auf dem Markplatz wieder. Hier sind also die vielen Leute! Einen Platz in der Gartenbeiz finden wir trotzdem und müssen uns erst mal setzen. Links, rechts, oben und unten gibt es was zu sehen. Diese Stadt ist so was von schön. Regelrecht herausgeputzt und vor allem schön erhalten und renoviert wurden diese alten Riegelhäuser. Mit Kuchen und Kafi geniessen wir das Treiben in dieser wuseligen Stadt. Schön, dass wir das gefunden haben. Das neue Rathaus, das schon 1497 gebaut wurde, ist gewaltig.

Das eindrückliche neue Rathaus

Die Uhr im grossen Erker müssen wir uns doch noch etwas genauer anschauen. Wir stehen Minuten vor dem Ding und werden fast noch überfahren 😉 Sieht einfach gigantisch aus.

Uhr mit Mond-Sonne und der Zeit

Kreuz und quer streifen wir durch die Gassen und spazieren dann über die alte Brücke zurück zum Campingplatz. Sofort ins Netz um weitere Geschichten über diesen spannenden Ort zu erfahren. Ich bastle mir noch einen grossen Salat mit allem, was ich so im Kühlschrank finden kann. Fein. Super fein. Gaby ist müde und will ins Bett. Derweil ich noch, bis die Sonne ganz weg ist, doch noch schauen will, ob ich eines dieser grossen Frachter sehen kann. Denn hören tut man sie die ganze Zeit. Das Schnauben der Motoren ist kaum zu überhören. Die können ja nicht so gross sein. Ist doch die Main hier viel schmäler als zum Beispiel die Reuss bei uns. Doch ich irre mich gewaltig. Es kommen die ganz normalen Rheinschiff hier hoch. Echt?

Die Rheinschiffe auf der Main

Bin beeindruckt und zeige Gaby sofort die Bilder. Auch müssen wir natürlich kurz nachschauen, wo und wie der Main sich den bewegt. Mainz, genau in Mainz kommen die beiden Flüsse, Main und Rhein zusammen, also darum sieht man diese auch hier hochtukern. Nur noch kurz was lesen und dann fallen schon die Augen zu. Morgen, morgen ziehen wir weiter. Ans Meer! Nicht das Meer, sondern dem Steinhuder Meer. Mal sehen, was das für ein Tümpel ist. Gute Nacht!

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