Start 7:30, Wind W 10.2, BA 1012 hPa, Wetter O 26.0° 90%, Kurs 118, Segel Gr+Ge, Log 4599.1, Motor 291.8h.
Das ist der Logbucheintrag an diesem schönen morgen. Wir haben für einmal genialen Wind und sogar noch aus der richtigen Richtung. Er schiebt uns mit über 6 Knoten dem Kap Psaromita entgegen. Dort steht ein wunderschöner Leuchtturm.
Es sind nur ca. 20 Meilen und schon biegen wir ums letzte Kap mit dem Namen Andromakhi ab und gurken nun mit Motor Itea entgegen. Der Wind hat sich ganz verabschiedet. Dann wollen wir eine Untiefe aus dem Weg gehen und sehen Möwen auf dem Wasser und es spritzt wie verrückt. Ist es ein Riff? Oder was ist hier los. Als wir näher kommen sehen wir sogar die Fische durch die Luft springen. Sie sehen wie Tunfische aus. Schöne Tiere.
Vermutlich ist ein Sardinenschwarm, oder sonstiges, unterwegs und die “Grossen” haben nun ein Festmahl. Wow!
Als wir in den Hafen von Itea einbiegen, sehen wir viele Quallen. Gaby kann sie nicht erhaschen und so habe ich eine für sie aufgenommen. Kann man das echt essen?
An der Aussenmole legen wir mit viel Platz an und geniessen etwas Gemüse, Käse und einen grossen Schluck CeDeVita. Das tut gut. Dann müssen wir die Bushaltestelle für Morgen suchen. Denn wir wollen ja wieder einmal nach Delphi. Letztes Mal war ja geschlossen. Ausgerechnet am 1. Mai und an Weihnachten ist das Museum und die Aussenanlage geschlossen. Wir haben es sauber gepreicht 😉 Mit dem Taxi hoch, die geschlossenen Türen angeschaut und wieder runter. Es gibt ein Bus, was billiger ist und der sollte hier an der Riva starten. Wir sehen nichts, fragen zweimal Einheimische und sie zeigen immer wieder da, da ist sie doch. Und tatsächlich, ein kleines Schild mit Bus-Stop und dem Namen KTEL auf dem Schirm verrät es. Es gibt sogar ein Büro. Rein und komme mit ein paar Zeiten wieder heraus. 7:00h oder 10:45h nach Delphi und um 13:00h oder 15:15 h zurück. So früh? Gaby nickt, ja wir nehmen den Siebener! Gebucht.
Zum Znacht suchen wir uns noch eine Beiz. Es gibt duzende an der Wasserfront und wir können uns fast nicht entscheiden. Die Sonne versinkt langsam und Gaby entscheidet.
Papuzakia, gefüllte Aubergine, und Lamm Koteletten sind es Heute. Fein, fein und dazu einen feinen Weissen. Jetzt aber ins Bett und den Wecker stellen. Als wir zurück zur Ulalena laufen, sehen und hören wir im Hafen ein Konzert. Hmm, wollen wir wirklich Morgen so früh raus? Denn schlafen können wir Heute Nacht sicher nicht.
Es ist Folklore und tönt Super. Ich schaue einen Moment zu und gehe dann auch zu Gaby ins warme, warme Bett. Es ist immer noch über 30° und das um Elf.
Es wird etwas kälter und ich hole uns die Decke, da geht schon der Wecker los. Was! Jetzt schon. Alles zusammensuchen und raus gehts. Haben wir alles? Yap. Schon um viertel vor Sieben sind wir am Schalter und lösen ein Ticket. Macht vier Euro. Günstig. Dann warten wir fast eine halbe Stunde und dann kommt er schon um die Ecke. Alle stürmen rein und lassen uns fast sitzen. Ich stelle den Stuhl neben den Bus und packe Gaby. Rein in den Bus und auf den erst besten Sitz. Die Leute schauen, ja wir kommen vom Mond und schon fährt der Bus ab. Wart, der Stuhl und der Rucksack muss auch noch mit! Der Vize-Bus-Chauffeur beruhigt mich, alles eingepackt. Super, Danke! Ein schweizer Pass ist einen “Seich” dagegen. Kurve um Kurve und quer durch ein Dorf. Dafür ist die Aussicht grandios. Delphi ist an den Hang gebaut und man sieht runter bis in die weite Ebene und am Schluss Itea und das Meer. Schön. Dann haben wir das Ziel erreicht. Viertel vor Acht und alles ist noch geschlossen. Wir setzten uns in ein Cafe und geniessen einen herrlichen Cappuccino mit einem warmen Muffin. Gaby nimmt ihre Medizin. Ja, der frühe Morgen hat schon was.
Dann ist es soweit, Wir laufen zum Museum und wollen Tickets kaufen. Einmal Rollstuhl und einmal Schieber, für das Museum und das Aussengehege. Gratis. Was? Kostet nichts. Denn die Anlage kann man mit dem Stuhl nicht anschauen. Impossible! Sagt die Chefin nur. Okay. Wir schauen mal. Wir rollen zum Eingang und es hat ein paar Treppen. Sieht aber durchaus machbar aus. Den Töff hängen wir ab und los gehts.
Der Eingang ist wirklich faszinierend. Alle wichtigen Städte dortiger Zeit, haben hier ihren Tempel erstellt und die Besten der Besten haben Kunstwerke vollbracht und dort am Weg zum Apollo-Tempel mit dem Orakel ausgestellt. Einen haben sie sogar wieder aufgebaut und hier sieht man die wahre Pracht. Der Schatz der Athener.
Gaby kann immer noch gut folgen und so erklimmen wir sogar den Haupttempel Apollo ohne Probleme. Es wird zwar immer wärmer, aber jetzt am frühen Morgen ist es noch erträglich und auch die Leute sind noch nicht so zahlreich. Dann stelle ich Gaby in den Schatten und laufe noch kurz zum Theater hoch.
Hier hat man eine Super Über- und Aussicht. Fantastisch. Am Schluss möchte ich aber doch noch das Stadion sehen. Ähnlich wie es in Olympia gebaut wurde.
Einfach gewaltig. Wenn man bedenkt, das Zeus mit seinen zwei Adlern diesen Ort “ausgesucht” hat, indem er sie in zwei unterschiedliche Richtungen los fliegen lies und wo sie sich wieder trafen ist der Nabel der Welt. Hier wurde das Orakel im Apollo Tempel erstellt und für all möglichen Sachen, wie Kriege, Hochzeiten oder Reisen angefragt. Die Frauen inhalierten einen Dampf, der sie betäubte und dann wurden die Fragen gestellt und wage beantwortet.
Ich holte Gaby ab, die den Platz gewechselt hatte, die Sonne war schneller und ein paar Amis haben ihr dabei geholfen und rollen wieder zum Eingang hinunter. Die Frauen staunten nicht schlecht und fragen wie weit und ob es uns gefallen habe. War genial, aber jetzt müssen wir noch ins kühle Museum. Von ganzen Säulen, Tempel und sonstigen Fragmente kann man alles sehen. Am Schluss stand da der Wagenreiter, ganz erhalten und in Bronze. Ja die hatte schon damals gute Künstler.
Jetzt haben wir alles gesehen und machen uns auf den Weg zum Busbahnhof. Das war auch wieder nur eine gelbe Markierung am Boden. Durch die vielen parkierten Autos kaum zu sehen. Zuerst aber nochmals die Aussicht geniessen.
Dann setzen wir uns in ein Resti gleich neben dem Busbahnhof und frästen einen feinen griechischen Salat hinein. Der Bus, ja der Bus kam dann auch einmal. Mit nur einer halben Stunde Verspätung. Gaby verzweifelt fast. Dieser Ausflug war es Wert. Super Ort und sehr, sehr lehrreich.
Zurück im Hafen hatten wir Besuch bekommen. Ein “Kleiner” 52 Füsser hat neben uns angelegt.
Einfach GENIAL, Deine Schilderungen – wir sind echt begeistert.
Weiterhin alles Gute, rechten Wind und weiterhin viel Vergnügen.
Mami und Papi
Danke. Hatten Heute genialen Wind und sind mit über 8.8 Knoten gesegelt. War Cool, sind aber ganz schöne auf den Felgen 😉
Gruss Gaby & Andy
Viele liebe Grüsse aus Ottenbach
Esther
Danke und schöne Grüsse zurück aus einer windigen Bucht.
Gaby & Andy