Alle wollen Pizza. Tja da kommt eigentlich nur Olib in Frage. Der Wind ist genial und bläst uns geradewegs aus dem Hafen. Heute sind wir sehr Spät dran und nach einem ausgiebigen Zmorge, legen Jasmin und ich ab. Ich setzte alle Segel und mit der Genua rauschen wir von der Boje los. Ein erhabenes Gefühl, so ohne Motor abzulegen. Jenny segelt uns Richtung Olib.
Das ist aber langweilig. Ich übernehme bald und sie bauen sich ein Zelt um sich ungestört zu sonnen.
Schon bald erreichen wir die Nordspitze von Olib und biegen in den Hafen ab. John der Bürgermeister und Marinerio gibt uns einen Super Platz entlang der Piers. Sehr gut. Eigentlich wollte ich an die Mooring, aber Längsseits ist natürlich viele besser.
Gaby und ich unternehmen auf dieser autofreien Insel einen lang Spaziergang. Durch die schönen Strassen, Häuser und Blumen. Einfach herrlich hier. Es sind nur Jachties und ein paar Feriengäste hier. Zurück zum Schiff ändert sich das Wetter. Es zieht was auf. Mit Joel schaue ich mir das genauer an. Gehen auch an den Strand und die Wolken ziehen immer mehr zu. Das muss ein Gewitter geben. John beschwichtigt uns aber. Nur ein kleiner Schauer. Auf dem Rückweg reservieren wir noch im Amphore bei unser lieber Französin.
Die Wolken nehmen immer dunklere Formen an.
Und bald kommen Wind und Wellen schlagartig in die Buch und den Hafen. Jetzt ist allen klar. Das ist kein kleines Gewitter. Wir machen unsere Büx zu und spannen noch ein paar zusätzliche Leinen. Die Boote an den Bojen tanzen schon wie wild.
Die Wellen schlagen zum ersten mal sogar über die Mole und es wird immer ungemütlicher. Es kommen immer höhere Wellen entlang und sind manchmal über zwei Meter hoch. Wir schauen nur, dass die Fender am richtigen Ort stehen und nicht aufs Deck geschwemmt werden. Das gelingt uns ganz gut. Die Nachbarn aber kämpfen. Dann verlässt einer nach dem andern den Hafen und steuert das offene Meer an. An der Mole mit den Moorings spielt sich ein Drama ab. Alle wollen raus und die Panik bricht aus. So schlägt der erste Quer und verbaut den andern die Ausfahrt. Die sind gefangen!
Wir haben aber keine Zeit und konzentrieren uns auf unser Boot. Im Hintergrund das Schlagen und Krachen der Masten und Boote. Grausam.
Es schwächt sich etwas ab, so denken wir, und sind schon beruhigt. Machen Witze und ich sage nur. Geht doch schon vor in die Beiz. Ich komm dann nach. Auch John erkundigt sich nach unserem Befinden. Dann Urplötzlich eine fast drei Meter Welle kommt entlang der Mole und packt unser Schiff. Ein Klapf und die Leinen sind gerissen. Sever hält sich die Hand, ich renne unter Deck und starte sofort den Motor. Als ich hoch komme sind alle Kids von den einheimischen an Land gezogen worden und nur Gaby und ich sind noch an Bord. Einer Schreit nur noch nach einem Messer. Jasmin macht die vorletzte Leine Los und der Helfer schneidet unsere Büx los. Mit Vollgas fliege ich aus dem Hafen. Was war den das? Was ist mit Sever? Hat er sich verletzt? Ich brauche einen Moment um zu realisieren was gerade abgeht. Dann schauen ich nach Gaby. Sie ist immer noch unter Deck und schaut mich ganz komisch an. Ich geb ihr einen Schmutz und dann überlegen wir. Was machen wir. Wo ist es sicher? Was ist mit den Kids? Und es wird Dunkel. Es vergehen fünf Minuten, bis wir uns entschliessen zurückzukehren und an einer Boje festzumachen. Eins bis zwei Meter Wellen und eine Boje Rückwärts zu erwischen? Nicht ganz einfach. Doch endlich schaffe ich es und hänge unsere Büx daran. Dann eine Leine nach vorne und in den Wind. Geschafft!! Das Dingi raus und die Sicherungsleine festmachen. Zurück am Heck will ich den Motor anschrauben. Das ging aber in die Hose! Ich hänge mit eine Hand an der Badeplattform und der an der hängt der Dingimotor. Wie in Trance zeihe ich oder besser wuchte ich ihn ins Dingi und schraube in fest. Dann zeihe ich mich kurz um und Gaby an. Werfe sie sprichwörtlich ins Dingi. Schliesse die Türe und sogar das Ankerlicht vergesse ich nicht!!! Wie im Traum läuft alles ab. Dann lassen wir uns in den Hafen treiben. An den Holländern vorbei bis ich bemerke, wie kommen wir den überhaupt an Land. Wir müssen in den Innenhafen. Ich rudere wir verrückt und wir schaffen es mit dem letzten Schlag um den Molenkopf. Geschafft! Ein weiteres Mal. Dann kommen wir im Lee in den Hafen, halten nach den Kids Ausschau. Sehen sie aber nicht. Dann können wir ruhig aussteigen, schon kommt uns John entgegen und wir erkundigen uns nach den Kindern. Er beruhigt uns, alles Okay. Sie sind bei Freunden. Er organisiert ein Quad und der fährt uns im Regen zu deren Haus. Die Türe geht auf und ich trage Gaby ins Wohnzimmer …. da sind sie. Am Fernsehschauen und essen. Ich glaube so einen Grossen Stein ist mir noch nie vom Herzen gefallen, das wir alle gesund und munter vorfanden.
Zwei ganz liebe Wiener geben uns Gastrecht. Wir können das gar nicht glauben. Sind irgendwie immer noch im Schockzustand. Jeder erzählt seine Geschichte und auch die Wiener, die im Hafen am Helfen waren, haben unser Treiben zugeschaut und kurzerhand uns aufgenommen.
Ihr könnt sicher hier bleiben. Drei Zimmer haben wir für euch bereitgestellt. Fühlt euch wir zu Hause. Danke. Danke. Danke.
Dann fallen wir müde in die Betten … schlafen? Das nicht, denn es gehen mir tausende wenn und aber durch den Kopf. Habe ich was falsch gemacht? Hätten wir früher rausgehen sollen? Die Kids einfach ins Restaurant schicken sollen …
Alle sind gesund und keiner hat nur eine Kratzer abbekommen. Sever ist nur die Leine kurz durch die Hang geschliffen. Auch das Schiff hat scheinbar nichts abbekommen. Nur einen kleinen Kratzer am Bug habe ich gesehen.
Morgen gehen wir aber sicher Pizza essen!








