Eigentlich verlassen wir den wunderschönen Hobe Sound nur ungern, aber wir sollten los. Wir haben Heute fast vierzig Meilen vor uns und um halb sieben ist das Thermometer bereits auf 26.5°. Dazu sieben Brücken zu bewältigen. Gehen die auch wieder so gut wie gestern? Den Dreh haben wir ja eigentlich raus, aber es ist immer eine gewisse Unsicherheit, wenn man vor einer Brücke steht und die Anfrage startet. Delfine kommen uns gerade besuchen, als ich Gaby an ihren Platz hieve.
Dann kommt nach ein paar Meilen schon die erste Brücke. Anfrage so früh am Morgen? Kein Problem, werden wir überaus freundlich empfangen. Wenn ihr etwas näher seid, mach ich für euch auf. Danke.
Super und noch einen schönen Tag und gute Reise, werden wir verabschiedet. Schon irgendwie zauberhaft das Ganze. Da kommt ein Boot und der ganze Verkehr wird kurz gestoppt und wir werden ohne Wartezeit durchgelassen. Einfach so und ohne einen Rappen zu bezahlen. Cool, einfach Super cool. Wieder fahren wir an diesen regelrechten Schlösser vorbei. Fast endlos viele und immer wieder schön anzuschauen. Die meisten sind leer, wie bei uns in den Bergen ausserhalb der Saison.
Nächste Brücke. Haben wir überhaupt Platz? 19.80 Meter sollten doch wahrlich reichen?
Dann ein Schreck! Die Karte ist zu Ende! Was, das gibt’s doch gar nicht. Zum Glück navigieren wir ja mit dem iPad und der genialen Navionics Karten, aber als Backup währe der Bord-PC doch nicht ganz soooo schlecht. Aber jetzt, aus die Maus.
An das haben wir nun wirklich nicht gedacht. Jetzt nochmals neue Karten kaufen für ein Auslaufmodel? Denn Fugawi gibt es nicht mehr. Eingestellt. Mal sehen was wir da machen. Weiter gurken wir zur nächsten Brücke. Der Durchschnitt von vier Meilen pro Stunde können wir ganz gut einhalten. Etwas Wind, etwas Genua hilf immer. Der Wind meistens von Süd, wird dankend angenommen. Dann endlich, wir haben es geschafft. Die letzte Brücke ist bezwungen und wir laufen zur Marina von Vero Beach ein.
Es ist schon kurz vor fünf, als wir die Nachricht von einen freien Platz für die Ulalena bekommen. Ja da hinten am Büro ist ein guter Platz für euch. Kurz drehen und rückwärts rein. Passt. Wasser haben wir auch genügend unter dem Kiel und so sind wir megafroh, anzukommen. Einchecken und nach einer Beiz fragen, denn wir haben grossen Hunger. Ja kein Problem, da unter der Brücke ist ein gutes Teil. Alles aufräumen und ein paar Minuten später sind wir schon unterwegs zur zuvor “bezwungenen” Brücke. Schön hier, wirklich schön. Im Riverside Cafe finden wir schnell einen Platz und geniessen einen lokalen, feinen Fisch. Dazu Zwiebelringe! Fein.
Wie finden wir die lässigen Plätze überhaupt? Ein sensationelles Buch von Bob & Ann Sherer gibt uns immer wieder die nötigen, wichtigen Infos über die nächsten paar Meilen. Wirklich verrückt was die beiden da geleistet haben. Als eBook haben wir es auf dem iPad und können während der Fahrt immer mal wieder nachschauen und überprüfen, ob wir die richtige Seite wählen und wo die Untiefen liegen. Dazu auch die von ihnen bevorzugten Marinas und Orte. Wir währen schlicht überfordert ohne das Ding.
Am nächsten Tag ziehen wir schon bald los. Es ist zwar heiss, aber in der Nähe soll es ein Museum für Art, Kunst geben. Vero Beach Museum of Art. Nur schon der Eingang, wow!
Es wird gerade eine Ausstellung von den besten Astro-Fotografen gezeigt. In einem Wettbewerb wurden sie bewertet und die Gewinner sind wirklich einmalig. Sternen, Nordlichter und Menschen. Grossartig. Aber auch draussen hat es noch diverse schöne Sachen.
Wir zeihen weiter. Quer durch die Stadt zum Strand, zum Meer, zieht es uns. Dabei schauen wir uns verwundert die “lebenden” Bäume an. Ganz verrückt schön sind die!
Tja, viel ist hier nicht los. Sand und viele Sonnenbader. Wir genehmigen uns ein kalter Kaffee und laufen dann bald wieder zur Marina zurück. Dort hat es einen Raum zum verweilen, der ganz schön herunter gekühlt ist. Das Thermometer auf dem Boot zeigt gerade 36° an. Erst nach dem Sonnenuntergang gehen wir zurück zur Ulalena. Wir haben ja genug zu tun mit der Planung für die nächsten Tage und Strecken. Aber wollen wir Morgen wirklich schon weiter?
Morgen ist Feiertag im doppelten Sinne, National wie Lokal. Die Stadt feiert dieses Jahr ihr 100th Geburtstag. Sollen wir da bleiben? Der Marinerio sagt, aber sicher, das gibt eine gewaltige Show am Abend. Okay, wir bleiben noch.
Am nächsten Tag müssen wir mal die vielen Schilder am Eingang der Marina lesen. Diese Manatee’s soll’s hier auch geben und die sind sehr streng geschützt.
Dann laufen wir los. Es gibt auf der anderen Seite der Brücke ein Einkaufsgebiet, da können wir noch die vergessen und benötigten Sachen einkaufen. Eventuell noch eine kleine AC (Klimaanlage). Warum nicht, denn diese Wärme vor allem in der Nacht ist fast nicht auszuhalten. Man schwitzt beim Schlafen. Das kennen wir so nicht, denn auch im heissen Griechenland war immer ein kühler Wind zu Gange. Hier, hier ist es in dem Kanal sehr windarm. Also ab auf die Brücke.
Die Aussicht ist wirklich gewaltig. Weil alles sooooo flach ist, sieht man ganz weit. Aber die Steigung auf die 20 Meter ist auch nicht ganz ohne. Ich muss wacker schieben.
Der Weg ist schön im Schatten und so erreichen wir nach ein paar Minuten schon den Publix. Uuuuu ist das schön kühl hier drin. Wir müssen fast eine Jacke anziehen. Wir finden fast alles was wir noch brauchen, ausser der AC. So was gibt es hier nicht oder nur für grosse Häuser. Wieder bestaunen wir die Aussicht beim zurücklaufen.
Zurück zum Boot, flicke ich noch die grosse Luke. Da ist was abgebrochen. Aufbohren und ein neues Gewinde sind jetzt die Arbeiten. Schnell erledigt, nur mit dem Bohrer hapert es etwas. Unsere läuft nur ganz langsam mit 110 Volt und Kraft hat er überhaupt nicht. Der Marinerio hilf aus und so funktioniert die Luke schnell wieder. Bereit für den Abend. Noch schnell was essen, bevor wir uns die besten Plätze fürs grosse Feuerwerk suchen. Leute, ja an Leuten fehlt es wahrlich nicht. Wir glauben das alle Einwohner von der Stadt auf diesen grossen Platz neben der Brücke zuströmen. Jahrmarkt, fast wie Jahrmarkt. Aber wo ist den der beste Platz? Keiner weiss es. Bei der grossen Flagge soll das Feuerwerk abgefeuert werden. Also wenn man die sieht, müsste es ja passen. Dann endlich ist es soweit. Wirklich schöne Raketen werden da hochgeschossen. Bei grossen Dingern wird spontan Applaus gegeben. Musik? Musik hat es leider keine. Schade. Trotzdem geniessen wir das Spektakel. Gut, dass wir geblieben sind.
Das war also 100 Jahre Vero Beach, zusammen mit dem Unabhängigkeitstag wurde er nun gefeiert. Schön wars. Noch einen Hotdog gefällig? Haben wir leider nicht mehr, also lassen wir uns eine Italierwurst aufschwatzen. Gar nicht mal so schlecht. Auch wir spazieren langsam nach Hause und sind sehr, sehr froh, nicht mit dem Auto unterwegs zu sein. Ja, die stehen noch ein paar Minuten. Morgen ziehen wir wieder weiter gegen Norden.














