Die Karte ist getauscht! Das ewige hin und her mit diesen Zutrittskarten nervt langsam. Gut das wir “eingeschlossen” sind und nicht jeder auf den Steg kann, aber wenn man ausser der Bürozeit los will, gibts immer einen Sonderfall. Heute klappt das aber Super in der Marina von Estepona. Wir sind nun breit auszulaufen. Gaby auf ihrem Sitz, angebunden, und bereit für die Tiefe. Heute aber sollte das kein Problem sein. Etwas verschlafen machen wir uns kurz vor Sieben auf den Weg zum Felsen.

Sonne geht über Estepona auf

Der Wind ist genial und schön am Wind rauschen wir dem Ende des Mittelmeers entgegen. Cooles Gefühl, oder doch nicht? Was kommt dann? Im diesem kleine See hatten wir uns wohl gefühlt und nun, endlos gross 😉
Ich schaue kurz nach unseren Gegnern auf dem Weg zum Engnis. Hoppla, da sind noch ein paar andere unterwegs.

AIS hat viele Ziele gefunden

Aber eng wird es sicher nicht, denn in der realen Welt ist weit und breit keiner zu sehen. Nur der Felsen und wir.

Segeln auf den Felsen zu

Wind, Wetter, Wellen, Strömung? Bis jetzt gar nichts. Ein paar Eddies und etwas Wind sollten noch am Kap kommen, aber es sieht ganz gut aus. Dann ist es soweit, begleitet von ein paar Delfinen, umrunden wir den Punkt Europa!

Punkt Europa

He, wir sind rum! Und gebe Gaby einen Schmutz vor lauter Freude. Alles gut aufgegangen und wenn das Wetter etwas mitmacht, keine Sache. So und wo ist nun unsere Marina? Vor lauter Grossen müssen wir fast im Slalom wieder nach Norden in die Alcaidesa Marina.

Die Grossen sind im Weg zu unserer Marina

Dann überholt uns noch ein ganz Schneller. Was ist den das für ein Ding? Ist das nicht der von Siracusa vom letzten Jahr? Nein, ein anderes Geschoss.

Ein Geschoss überholt uns

An der Landebahn des Flughafen vorbei, da sollte der Eingang zur Marina sein. An den Wartequai, da wollen wir hin.

Der Wartequai der Marina

Keiner meldet sich auf dem VHF. Hmm, einfach rein? Und wohin den auch. Doch an den Wartequai und festmachen. Da kommen sie schon, die Marinerio. Helfen und verweisen zur Office. Anmelden. Alles angeben und mit der Karte bewaffnet, legen wir wieder ab. Auf der Suche nach unserem Steg. Super geschützt, finde wir ihn fast an der hinteren Mole. Der zweitletzte Finger, mal keine Moooringleinen und schmutzige Hände, sondern ein feiner Steg für uns ganz alleine. Beim festmachen braucht es aber noch etwas Übung. Welche Leinen braucht es denn und welche muss zuerst belegt werden? Aber auch das kommt mit der Übung. Jetzt, jetzt sind wir angekommen – angekommen in Gibraltar!

Angekommen in Gibraltar, unser Finger

Komm wir gehen erkunden! Wir müssen ihn von der Nähe sehen. Stauen und nochmals stauen. Dann setzten wir uns ins Marina-Resti und genehmigen uns einen grossen, grossen Schluck. Zwischendurch einfach mal kneifen, damit wir es begreifen, das wir es tatsächlich bis hier hin geschafft haben. Trotz des Gegenwind. Cool, Super cool. Gross weiter gehts Heute nicht mehr. Viel zu müde und mental am Anschlag vor lauter Freude, hauen wir ein paar Eier in die Pfanne und geniessen einfach die Ankunft.

Dienstag, 12 Juni, Gibraltar wir kommen! Vor lauter Ruhe, haben wir verschlafen. Kein Schwell, kein Wind und kein Nachbar der uns hätte wecken können. Aber wir wollen doch auf den Felsen! Die Pässe nicht vergessen und Wasser für den Abstieg. Dann ab zur Grenze. Zoll, Pass, Schweizer? Kein Problem und schon stehen wir in England. Vor uns der Flughafen, den wir nun überlaufen.

Spaziergang übder den Flughafen

Die vielen Leute sind wir uns gar nicht gewohnt. Auf der Hauptstrasse, Touris-Haupteinkaufsstrasse, geht es zu und her wie in einem Taubenschlag. Was kann man den hier kaufen? Alkohol, Kleider, Elektroartikel. Brauchen wir was? Ja, ja eine Postkarte! Erster Laden rein, die schönste Karte sucht Gaby aus und mit Briefmarke, schon lange nicht mehr gemacht, aufgeklebt, setzen wir uns zum nächsten Briefkasten. Rot, wie es sich für England gehört 😉

Briefkasten auf der Mainstreet

Schreiben und einwerfen! Vermutlich die erste und letzte Karte die wir schreiben, aber die, die musste unbedingt sein. Der Empfänger war vor genau 63 Jahren hier und hat als Au-Pair gearbeitet. Wie es dazumal hier wohl ausgesehen mag? Ein paar Fotos von dazumal hängen im Zollgebäude und lassen es erahnen. Weiter der Strasse entlang zum Bähnli. Wie in der Schweiz. Anstehen, das geht aber nicht so gut mit dem Rollstuhl, Gaby fährt darum Gratis. Der Eingang? Rekordverdächtig. Wir müssen sogar den Töff abmontieren, damit wir um die Treppe kommen. Dazu drängen sich laufend die anderen Gäste vorbei. Sind wir hier nicht in England? Ein paar nette Leute haben erbarmen mit uns und helfen. Danke! Endlich sind wir an der Reihe und die Fahrt ist genial! Von null auf 412 Meter. Uuuu ist das hoch. Oben angekommen. Nur Treppen über Treppen. Jetzt wissen wir, warum Gaby Gratis hochgekommen ist 😉 Dazu der Wind. Heftig, wenn mann übers Geländer schielt. Da sind wir raufgekommen.

Unser Bähnli, da sind wir rauf gekommen

Die Aussicht – sprachlos schön, einmalig, gigantisch! Von da sind wir Gestern runtergesegelt.

Estepona im Hindergrund, da sind wir runter

Unten die Stadt mit dem Flughafen. Was für eine Idee, hier ein Flugfeld zu basteln!

Gibraltar mit dem Flugfeld

In der Mitte, wo es keinen Wind hat, gefällt es sogar Gaby.

Gaby gefällt es im Windstillen

Wieder mit der Bahn runter? Nö, wir laufen. Noch ein kleines Stück hoch um gegen Süden zu schauen. Aber da hat es zu viele Affen, äh Leute. Oder wer ist den hier der Affe?

Affen füttern verboten

Die klauen wir die Raben. Alles was nicht eingepackt ist, wird “stibitzt”. Vielleicht sollte man etwas näher ran 😉 Es ist halt DIE Attraktion hier oben. Da ist sogar die Aussicht Nebensache. Wir gehen weiter und geniessen die Sicht nach Süden etwas weiter unten. Der Blick zum nächsten Ecken, den wir umrunden möchten. Tarifa, dort, dort windet es immer 😉 Nichts für Gaby.

Blick in Richtung Tarifa

Der Weg ist wirklich schön. Hoch über der Stadt spazieren wir in den Norden, bis wir einen Blick auf das Ocean Village und dem Flugfeld haben.

Ocean Village mit dem Flugfeld

Am Schluss geht es nochmals richtig runter und hunger und durst haben wir eh. Im Irish-Viertel finden wir eine cool Beiz und setzten uns ins Clipper. Das war ein richtig, richtig lässiger Ausflug. Wie bezahlen wir den? Vor der Grenze haben wir noch die letzten Schweizerfranken in Pfund gewechselt. Wucher! Aber wir brauchen etwas Bargeld. Das meiste haben wir mit unserer Revolut-Karte gezahlt. Fantastisches Ding. Aufladen mit Schweizerfranken und dan in die jeweilige Währung, on the fly, wechseln. Der Kurs? Super! Die Gebühren? Null! Wir brauchen einfach kurz ein WiFi und dann laden, wechseln wir. Und das Ganze funktioniert auch noch einwandfrei. Am nächsten Tag bezahlt ein Gast am Nebentisch in Euro, anstatt 13 Pfund, 21 Euro! Uns verschlägt es fast die Sprache. Schlimmer als in der Schweiz! Genug für Heute. Wir laufen die knappe halbe Stunde zurück über die Grenze in die spanische Marina.

OceanVillage, ShipChandler, Museum, das steht Heute auf dem Program. Heute etwas früher als gestern. Schon sind wir bald in der geschäftigen Stadt und bewundern die Marina am Nordende der Stadt. Sieht fast wie in Frisco aus. Dann weiter zum berühmten ShipChandler Sheppards, der alles haben soll. Hat er aber nicht. Unser Kabeln gibt es auch bei ihn nicht. Kreuz und quer durch die Stadt, bis wir in dem wunderschön angelegten Commonwealth Park ein Pause einlegen. Uns einen Apfel genehmigen und auf der Karte das Museum suchen. Sollte gerade hinter uns sein. Den Eingang finden wir aber nicht auf anhieb. Einmal rum und da ist er ja schon. Für Rollstuhl? Nein, leider nicht. Es hat ein paar Stufen. Kein Problem, bluffen wir. Gaby, gratis. So sehen wir uns dieses interessante Gebäude von unten, Keller, bis oben, Estrich an. Also den Ausgrabungen der alten, uralten Stadt, bis zur grossen Belagerung von 1726. Auch Dokumente um den zweiten Weltkrieg sind zu sehen. “I mag nüme!”, das war zu viel für Heute. Trotzdem zeihen wir weiter, es ist ja nur der Esel der nicht mehr mag und sehen uns den Botanischen Garten noch kurz, kurz an. Steil? Natürlich! Treppen? Auf jeden Fall. Vorbei an der schönen Fassade des Theaters …

Theater von Gib

… zum Garten. Eingang, Treppen. Also aussenrum. Schön hier, wo gehts weiter, natürlich über Treppen. Gaby stelle ich kurz in den Schatten und schaue zuerst nach. Da müssen wir hoch, ist mein Fazit und so holpert sie schon die ersten Stufen hoch. Die Brücke, der Garten – wunderschön. Etwas Unterhalt braucht er aber dringest.

Botanischer Garten von Gib

Nur noch kurz in den Eroski, was kleines einkaufen auf dem Heimweg, dann ist endgültig Schluss für Heute. Darf das Ganze über die Grenze? Kommt uns vor dem Zoll mit vollen Säcken in den Sinn. Denke schon, die anderen machen ja das auch. Kein Problem. Pause! Gaby auf dem Thron und den GinTonic anmachen. Ein paar Nüsse und Blick auf den Felsen. Glauben können wir das immer noch nicht ganz, obwohl wir ihn bereits bestiegen haben. Ein paar Kartoffeln reichen uns fürs Znacht.

Was schon der letzte Tag? Freitag ist, leider, das Wetter einmal auf unserer Seite und ideal um um Tarifa nach Barbate zu segeln. Wind, Tide und Strömung sind gerade zu ideal. Also geniessen wir nochmals einen Tag hier in Gib. Der Europa Point ist ein absolutes MUSS. Wie kommen wir da hin? Der Fussmarsch ist nicht allzu lang, aber nur der schmalen Strasse entlang. Dazu sind wir die letzen paar Tage genug gelaufen 😉 So steigen wir in der Hauptstation ins 2 und rasen dem Ende, also dem südlichsten Punkt der Insel, Halbinsel zu. Wind, es ist wieder einmal sehr windig. Trotzdem geniessen wir die Aussicht. Da ist Afrika, obs’t glaubst oder nicht, Afrika. Dazu ist die See ganz schön unruhig.

Afrika mit den Kämpfern auf See

Der Turm darf natürlich nicht fehlen. Dahinter eine Moschee. Wir geniessen einfach den Anblick und sind mega, mega stolz.

Europa Point Leuchtturm

Zurück auf der Ulalena, legen wir noch die aufgehängte, trockene Wäsche zusammen und machen die letztes Checks für Morgen. Motor? i.O. Wasser? Voll. Wetter, genial …. aber da ist Nebel auf dem Radar? Was Nebel, jetzt, hier. Ich schaue mir die anderen Prognosen an und ja, es hat Morgennebel. Also checken wir noch kurz den Radar. Geht auch. Noch auf die Office und die Rechnung begleichen. Was 15% Discount? Danke CKA! Kochen mag ich Heute nicht, keine Lust und viel, viel zu nervös auf den morgigen Tag. Geht das wirklich auf mit den zwei Stunden nach Hochwasser ablegen? Im Marina-Resti lassen wir uns eine Lammkeule bringen. Wollten eigentlich nicht zu viel essen, aber das Lamm hat mich angelacht und aus den Lamm-Chops sind nun ganze Schenkel geworden. Schmecken aber genial, nur halt etwas zu viel. Dann nach dem Café-Solo ab ins Bett.

… und wir dachten, das Wetter lässt uns ein paar Tage mehr hier in Gib. Kurz und heftig. Drüber nachdenken können wir je später noch und es war genial. Heftig, aber genial. Danke Gib, danke du grosser Felsen.

You might also enjoy:

Leave A Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.