Ausschlafen und Zmörgele. Total gemütlich. Dann den Blog noch beenden und dann fegt plötzlich die erste Windböe durch den Hafen. Wow! Jetzt schon? Die Front war ja schon lange angekündigt, sollt aber erst am Abend kommen. Jetzt haben wir aber erst halb drei.

Das erste Mal seit dem Regen im Mai, sehen wir wieder einmal Wolken. Sieht toll aus. Aber ein viertel Stunde später ist es fast ein “Sturm”. Mit 30 Knoten fegen die Böen durch die Schiffe an den Bojen. Das ist aber heftig. Ich checke kurz unsere Festmacher und wir sehen tonnenweise Boote in die Bucht einfahren. Alle wurden scheinbar überrascht. Sogar eine Flottille will sich am Steg festmachen lassen. Genau der richtige Zeitpunkt. Wir haben Hafenkino im höchsten Grad. Dann wir es ernst. Die Bojen sind schon längst alle und so ankern sie einfach vor uns. Schlechte Idee. Den Schwojkreis schaut in diesem Augenblick keiner an und ganz geschweige vom guten Sitz des Ankers. Wir können nur hoffen. Weg oder ausweichen können oder wollen wir natürlich nicht.

Dann kommt es wie es kommen muss. Der Wind hört auf und alle fühlen sich in Sicherheit. Falsch. Der Regen fängt an und für eine halbe Stunde regnet es, dann, oh Wunder oh Staun, dreht der Wind und kommt von der anderen Seite. Und das ziemlich heftig. Uns wird Angst und Bange. Plötzlich halten alle auf uns zu. Zwei vorne und einer neben uns. Cool. Dann passiert’s. Einer verliert den Halt seines Ankers und schleift ihn mitten durch die Bojen-Gasse. Mit jeder Böe wir er hin und hergerissen. Der Anker wohlverstanden immer noch am Boden. Gutes Gefühl. Alle an den Bojen packen die Fender aus. Ich weigere mich, aber als er nur noch einen Meter weg ist, schaufle ich unseren Flachfender hervor. Zum Glück brauchen wir ihn nicht. Nach drei Bojen bringt er den Anker endlich hoch und haut ab. Das Aufatmen können wir auf jedem Boot fast hören!

Ich haben keinen Nerv mehr und will nach Hause in die warme Stube. Wir haben wirklich die Nase voll von diesen lustigen Charter-Freaks.

Dann ist der Spuck vorbei und wir werden mit einem wunderschönen Sonnenuntergang, wir sehen leider die Sonne nicht, entschädigt. Dass ist es doch genau, was wir haben wollen!

Natur, ja die Natur kann man nicht überlisten. Mann sollte auf sie hören.

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