Feines Brot

35 Meilen stehen Heute auf dem Program. Seit Tagen haben wir schon das Wetter genau angeschaut und Heute Dienstag ist der Wind gnädig, um zurück in Richtung Marmaris und schliesslich nach Ciftlik zu gurken. Wir stellen wieder einmal den Wecker auf 6:30h, brauchen ihn aber wie immer nicht. Gaby murrt schon fünf Minuten vorher und so kann ich den Surri wieder abstellen. 6:55h lasse ich den Motor an und wir legen von der Kapi Bucht ab. Windstill.

tschau göbün

Das ist eine Super Adresse, das Göbün.

tafel

Zum Ausgang raus und in Richtung Kap Kurtoglu. Wellen? Keine. Wind? Fast nichts. Autopilot? Tadellos. Ein U-Boot? Was? Ich hole den Feldstecher und tatsächlich kreuzt uns ein solches riesen Ding. Wir sind gerade am Essen und ich bemerke das Ungetüm direkt vor uns beim Rundblick. Zum Glück ist es nicht gerade unter uns aufgetaucht 😉

Nach acht Stunden erkennen wir endlich die wunderschöne Bucht von Ciftlik. Der Felsen davor sieht einfach umwerfend aus.

felseinfahrt

Es stehen uns drei Beizen zur Auswahl, wählen müssen wir aber nicht. Schon im Herbst hat uns die gelbe Fahne gut gedient. Rafet Baba gibt uns einen Super Platz am hinteren Steg. Als wir bemerken, dass eine Flottille mit sechs Booten einfährt. Alle laufen natürlich an der Ulalena vorbei und die losen Hölzer machen einen “uu hünen” krach. Tja, man kann nicht alles haben. Wir fliehen und erforschen die Gegend. Hinter dem Restaurant ist die Aussicht am besten.

ciftlik aussicht

Dann kommt gerade ein Hirte mit dem Töff, der Hund bei den Füssen und seine Herde im Laufschritt hinterher. Bei uns hat es scheinbar die besten Gräser und Büsche.

herde

Zum Znacht wird es etwas lästig. Wir sind gerade am Skypen, im hinteren Teil der Beiz, hat die Flottille gerade ihren Apero. Super! Kaum haben wir das Gespräch beendet ist auch der Apero vorbei! Die haben das sicher so geplant 😉 Als wir das Essen bestellen wollen, kommt kein Mensch mehr. Die Flottille hat ein Buffet und wir müssen uns gedulden. Gaby wir ungeduldig, sie hat Hunger. Geh mal, mach mal, hol mal. Dann endlich werden wir bedient und bei der Auslage dürfen wir die Meze’s aussuchen. Fava, Kartoffelsalat, und so ein komisches Jogurt. Dazu einen brutzelnder Tintenfisch und ein Hühnerspiess. Mega, mega fein. Das ist die Entschädigung.
Wir bleiben noch einen weiteren Tag. Weil es so schön ist! Am Morgen erledigen wir die längst überfälligen Arbeiten. Der Radarwarner wackelt im Mast, die Wäsche wartet schon lang auf frisches Wasser, die Bilge hat etwas Wasser gesammelt und wir sollten uns auch wieder einmal duschen. Die Mastbesteigung ist das Erste. Anziehen und ein Foto von unserer Beiz.

rafet baba

Die Wäsche ist auch fertig und fast gleichzeitig mit dem Nachbar sind wir am aufhängen.

wäsche

Dann ab in die Bilge und zum Schluss eine schön erfrischende Dusche. Was will man mehr? Einen Spaziergang, sagt Gaby. Der Weg hinter dem Restaurant hatten wir ja nur kurz verfolgt, wollen wir Heute weiter gehen. Ein altes Hotel an einem genialen Platz, sehen wir uns näher an.

altes hotel

Durch einen schönen, kühlen Wald gelangen wir zu einer Feriensiedlung mit lauter kleinen Häusern. Im Wald Tonnen von Bienenkästen.

wald

Rauf und runter und wieder rauf. Aber uns gefällt es. Pause – endlich Pause. Wir legen uns hin und geniessen endlich die Wärme. Zum ersten Mal über 30° und auch am Abend bleibt es endlich über der zwanziger Marke. Ciftlik hat uns gut getan, morgen geht’s dann weiter der Küste entlang nach Bozukkale.

PS: Brot wollen wir noch im Laden kaufen. Gibt es erst morgen wieder, dann ofenfrisch. Dieser Fladen ist einfach einmalig!

Zurück auf Nummer Eins

Kurz vor zehn legen wir in der Tomb Bay ab. Es hat immer noch oder wieder neckische Böen, die von den Bergen herunterfegen.

tomb bay tschau

Es gibt noch Tonnen von hübschen Beizen auf diesem See, aber es zieht uns noch einmal, zurück zur ersten Bucht, zur Göbün Beiz. Die Aussicht von der Terrasse ist einfach gewaltig. Am “Ausgang” vorbei, gehts wieder in den Süden.

ausgang

Es hat immer noch Schnee! Wie lange geht den das noch? Hier unten ist es aber immer wärmer. Kaum sind wir wieder fest am Steg, sehen wir die ersten groben Böen durch den See rauschen. Weisse Wellen sagen, zeigen es eindeutig. Bei uns drin, nix. Ein kurze Erfrischung ist angesagt und wir wollen kurz ins Restaurant rollen. Gaby ist schon auf den Schultern, muss ich passen. Die Ulalena ist etwas weit weg und einen Satz mit Gaby auf dem Rücken ist doch etwas gewagt. Zurück auf ihren Platz und da kommt schon der Nachbar gesprungen. Moment, Moment ich hab was für euch. Er kommt mit einer Rollstuhlschiene und montiert sie gleich bei uns. Paff, wir sind wieder einmal paff. Wir haben nicht die Zeit um das Boot näher an den Steg zu bringen, geschweige denn unsere Gangway zu montieren. Gaby wieder auf den Rücken und der Super nette Nachbar hilft uns an Land. Er hätte auch einen Gast an Bord, der im Stuhl sitzt. Danke, danke und er lasse übrigens die neue Gangway gleich hier, wenn wir wieder aufs Boot wollen.

gangway

In der Beize diskutieren wir heftig, wie können wir solche Schienen bei uns einsetzten? Unser Heck ist einfach zu schmal für so was. Er selber hat ein doppelt so grosses Teil und kann somit mit dem ganzen Stuhl direkt vom Deck an Land fahren.
Am Abend bestellen wir Fisch. Einen Red Snapper ist es diesmal. Super fein vom Grill mit Salat und verschiedenen Zutaten. Es sieht immer nach viele zu viele aus, aber wir hauen alles weg. Weil’s so gut ischt 😉

nacht

PS: Das Auge macht sich doch gut am Eingang?

auge

Gräberbucht oder der spukende Autopilot

Sollen wir oder bleiben wir noch einen Tag? Wir gehen, machen uns bereit und lassen uns abholen. Mooring weg und korrekt umgehängt, diesmal. Kurz zur Absaugstation, die BlueCard ruft wieder einmal. In der ganzen Türkei braucht man einen Tank fürs Abwasser und mit der BlueCard wir jedes Absaugen registriert, sonst droht eine gewaltige Busse, sagt man. Gaby ist Wetterfest eingepackt und so warten wir nur noch, bis die Pumpe funktioniert.

eingepackt

Duran sagt nur, sein Vorgänger hat gestern den Schlauch nicht gereinigt. Wir haben ja Zeit.

warten

So, alles abgepumpt und eingetragen. Wir legen von Fethiye ab. Im Hintergrund die hohen, kalten und immer noch weissen Berge.

schneeberge

Autopilot an und …. piep, piep, piep. Was ist das? Er spukt und versagt seinen Dienst. Super! Glück oder nicht. Wir sind ja noch nicht weit von Marmaris weg oder kommen da bald wieder daran vorbei. Einfach gut, dass wir das Ding ausführlich testen können. Aber jetzt schon kaputt? Schlecht.
So steuern wir von Hand am schönen Leuchtturm von Kizilada vorbei.

leuchtturm

Schon mühsam zu steuern, aber gut, dass es Heute nur zurück auf den See von Göcek geht. Die Tomb-Bay, Gräberbucht, Quellenbucht oder Siralibük Koyu, wie sie auch immer genannt wird, wollen wir uns ansehen. Es hat wieder diese steinalten, lykischen Gräber in den Felsen. Von weitem schön anzusehen, aber mit dem Stuhl leider nicht zu schaffen. Wir geniessen den schönen Steg, aber der Pilot muss zuerst untersucht werden.

tomb bay

Und was wars? Ein Schraube war locker. Wegen zu vielen Unterlagsscheiben konnte die Sicherungsmutter nicht richtig greifen und das Ganze viel einfach ab. Gut das die Schraube, Muttern und Scheiben noch in der Nähe lagen. Fest montieren und … er läuft wieder. Ein grosses Bier haben wir jetzt verdient.
Vor dem Znacht rennen wir aber noch auf die Anhöhe hinter dem Haus und wollen die Aussicht geniessen. Kaum sind wir unterwegs, rennen uns die Köche entgegen und alle helfen Gaby den Berg hinauf. Einfach gewaltig. Sie lassen alles stehen um zu helfen. Die Aussicht aus der Bucht ist schon mega schön. Ein ganz schöner Flecken haben wir hier gefunden.

aussicht

Um halb acht ist das Znacht fertig. Aber als wir in die Beiz kommen, sind schon alle am essen. Macht nichts. Wir bekommen einen schön, warmen Platz direkt am offenen Feuer, den mitten im Restaurant haben sie eine Badewanne mit Kamin. Dem verfeuern sie nun halbe Bäume. Fast wie in einer Skihütte. Eine überaus feine Lamm-Kassarolle wir uns serviert. Genial fein.

Bazare & Gräber

Das Wetter ist recht verhangen und kalt, als wir die Marina in Göcek verlassen. Oder besser, verlassen wollen. Ja, ja die Mooringleine können wir schon alleine lösen und zur Marina raus. Aber, da hat sich noch was verhackt. Das komische System mit der Mooring, man muss eine eigene Leine durch ein Auge stecken und am Boot festmachen, macht uns Schwierigkeiten. Irgendwo bleibt das Ding hängen und wir schleifen es durch den halben Hafen. Die Marinerios sehen das natürlich sofort, winken aber ab. Kein Problem, passt schon. Hmm. Wind und Sonne hat es Heute nicht, und so tuckern wir gegen Fethiye zu. Kaum sind wir ums Eck, also der grossen Bucht von Fethiye, empfangen uns Delfine. Deren Drei begrüssen uns. Da vorne ist ja schon die Ece Marina. Da wollen wir hin.

ece marina

Ankern könnte man hier auch. Tiefe und Schutz stimmen gut. Aber für eine Dingifahrt ist es einfach zu kalt. Die Stimmung bei der Einfahrt ist schon gewaltig.

stimmung

Dazu hat es noch jede menge Schnee in den umliegenden Bergen. Einen guten Platz herhalten wir und da kommt schon Besuch. Eine grossen Karret Schildkröte knabbert am Steg herum.

schildkröte

Sauber ist es hier nicht gerade, aber das stört sie nicht im geringsten. Kurz noch was futtern und dann nichts wie hin. Bazar, wir kommen. Unseren Steg entlang holpern wir dem Ausgang zu.

steg g

So viele Leute, so viel Leben. Gaby lebt richtig auf. Ein Kaffee gönnen wir uns in einer feinen Gartenbeiz und schauen den Leuten beim Backgammon oder beim Wasserpfeifen paffen zu. Herrlich. Quer durch die Stadt und auf dem Rückweg durch den Bazar und am berühmten Fischmarkt vorbei. Gewaltig. Ein paar Gewürze brauchen wir noch und davon gibt es jede Menge. Töpfe übervoll mit feinen Mischungen warten auf die Käufer. Wir entscheiden und für eine Schaufel Salatgewürz und ein feines grünes Curry mit Gemüse. Schmeckt grandios. So fertig. Oder brauchen wir doch noch ein Auge für die Ulalena? Ja, aber nur ein kleines. Diese schönen glasigen Dinger halten das Böse ab. Kann nicht schaden und sieht man hier überall.

Zum Znacht begeben wir uns wieder mitten in den Bazar und setzten uns in eine empfohlene Beiz. Megri soll gut sein. Beim parken reisse ich Gaby’s Glücksbringer von der Tasche ab. Sofort springt der Kellner, holte eine Zange und flickt das Ganze. Wir sind völlig baff. Extrem hilfsbereit und freundlich sind hier alle. Das Essen, ich bestelle eine Lammkeule und Gaby bekommt ein ChickenCurry, ist Super fein. Da sollten wir nochmals hin.

Heute Samstag ist Museumstag. Ein kleines gibt es irgendwo neben der Schule. Bald haben wir es gefunden und schauen uns die Historie der Stadt und Umgebung an. Von den Lykier, Griechen und Römer waren viele Kulturen vertreten und haben ihre Kunstwerke hinterlassen. Dann geht’s aber ab zu den Gräbern. Die Lykier haben die Dinger einfach wie Häuser in die Felswände geschlagen. Hinter der Stadt soll es besonders schöne geben. Vorbei am Bussbahnhof sehen wir sie schon bald durchs Gebüsch.

gräber

Die sehen wirklich gut aus, wenn man bedenkt, dass sie über 2000 Jahre auf dem Buckel haben.

lykische gräber

Zu oberste das Grab des Amyntas. Gewaltig.

amyntas

Dazu schauen wir über die ganze Stadt.

aussicht

Schon merkwürdig, dass es keine alten Häuser gibt. Doch das Erdbeben um 1957 hat alles zerstört und somit wurde die ganze Stadt danach wieder aufgebaut.

gasse

Auch die Griechen waren da. Weiss mit Blau.

blau und weiss

So, genug Kultur. Quer durch den Fischmarkt, Fisch in Hülle und Fülle, kaufen und in einem Restaurant kochen lassen ist hier die Devise, kaufen wir aber nur Käse und Gemüse. Heute ist uns nicht nach Fisch. Alles auf dem Boot verstauen, eine kurze Pause und schon zieht uns der Hunger wieder in die Stadt zurück. An der Promenade entlang geht’s wieder zum Bazar.

weg zur stadt

Eine ganze Amphore gibt es zum Znacht. Huhn mit allerlei Gemüsen wird uns in einer Art Römertopf, die wie eine Amphore aussieht, serviert. Ein Gedicht. Es ist wieder so kalt, dass sie sogar Decken verteilen. Wo sind wir hier? Im Süden? Wann können wir dann endlich die Pullover zu Hause lassen?
Ja, das ist eine tolle Stadt. Nicht der Charme einer alten griechischen, aber trotzdem hat es uns hier sehr gut gefallen. Vermutlich auch, weil es sind fast keine Touris hatte und nur die Einheimischen die Stadt unsicher gemacht haben. Natur pur 😉

Nur Schiffe

Schweren Herzens verlassen wir die Kapi Bucht. Vielleicht kommen wir ja nochmals auf dem Rückweg in die Göbün Beiz.

tschau göbün

Auf dem See gurken wir in Richtung Norden. Wind, Wellen? Nix!

see

Der Autopilot funktioniert hervorragend und so können wir uns der Umgebung widmen. Da ist eine Beiz und dort eine lässige Bucht. Boote hat es jetzt schon jede Menge. Fast verpassen wir die Vorbereitungen für die Marina.

göcek kommt

Wir entscheiden uns für die D-Marina, teuer aber bis jetzt haben wir in Levkada, Zadar, Zea oder Gouvia immer Super Erfahrung gemacht. Also nix wie hin. Kurz funken und schon holen die Marinerio uns ab und zwängen uns ein einen schönen Platz zuhinterst hinein. Passt gut. Sieht alles sehr, sehr vornehm aus. Was das wohl kosten wird? Wir gönnen es uns einfach. So quasi als Zucker für die lange Bauzeit. Im Office empfangen sie uns wie alte Bekannte. Ah, ihr ward letztes Jahr in Levkada? Das gibt 5%! Danke.

Wir machen geradewegs einen Ausflug ins Dorf. Überall wird gebaut und renoviert. Am Ufer, nur Schiffe. So weit das Auge reicht. Es hat hier sage und schreibe sechs Marinas! Dazu noch zwei bis drei Werften. Hier bekommt man alles fürs Boot. Brauch wir den was? Ja, eine neue Lufthutze und ein paar Fallschrimnotraketen sind noch auf der Liste. Finden wir problemlos.

Am Abend setzen wir uns, trotz des kalten Wetters, draussen in ein Restaurant. Das Lotis ist wirklich eine Wucht. Geniales Essen und der Service einfach einmalig. Da müssen wir morgen nochmals hin. An klein Venedig geht’s zurück zur Ulalena.

venedig

Am nächsten Tag grasen wir die sechs Marinas (fast) ab. Der schönen Promenade entlang laufen wir bis zur letzten Marina auf den anderen Seite der Bucht. Gut zu wissen, was es hier alles gibt. Jetzt brauchen wir aber einen Kaffee. Das Rixos passt doch ganz gut.

rixos

Lässiger Platz, wenn nur die Bauarbeiter nicht währen. Sie schleifen gerade den ganzen Holzplatz ab. Trotzdem bleiben wir lange sitzen und erledigen noch die neusten Bankzahlungen, schreiben eMails oder schauen das Wetter an.
Am Abend noch eine Dusche für Gaby im coolen Duschhaus und dann ein Apero im Skippers. Wir sind gerade am Skypen, als es draussen zu Regnen beginnt. Hmm und kalt ist es auch. Wollen wir wirklich in die Stadt? Ja, ja. Das Lotis wartet. Ich hole die Regenjacken auf dem Boot und gut eingepackt rennen wir fast ins Dorf. Die warten schon fast auf uns und als unsere Nachbarn fertig sind, erben wir sogar den Heizungsstrahler. Es gibt ein Pfeffersteak zum schmelzen. Kalt, ja kalt ist es wirklich. In Vollmontur geniessen wir trotzdem das Essen. Es soll ja wärmer werden, aber die Schweiz hat ja noch mehr von der Kälte abbekommen.

Endlich

Um 8:45h starten wir den Motor. Es ist Sonntag und wir legen von unserer Marina in Marmaris ab. Drei Wochen waren wir fast ununterbrochen am werkeln, jetzt ist endlich Schluss und wir hauen ab.

tschau marina

Der Küste nach wollen wir in Richtung Göcek, Fethiye. Das Wetter zeigt sind nicht gerade rosig, aber für den ersten Tag muss das reichen.

wetter

Dazwischen lauern uns noch drei Nato-Boote auf. Drehen aber ab als sie uns sehen 😉 Wir erreichen fast gemütlich die schöne Bucht von Ekincik. Dort soll es ein Restaurant mit Steg geben der sehr beliebt ist. My Marina ist aber leider geschlossen und erst ab Mai geöffnet.

my marina

Beim Anlegen helfen uns die Gärtner aber trotzdem und öffnen sogar den kleinen Laden mit dem nötigsten für uns. Leider ohne Brot, Gemüse oder Früchte. Wir tigern umher und finden einen lässigen Turm. Irgend ein alter Wehrturm muss das sein oder doch eine Windmühle?

turm

Das Restaurant schauen wir noch an, dazu die Umgebung. Leider ist der Weg abgeschlossen, so können wir nicht sehr weit.

my marina steg

Jetzt haben wir aber Hunger. Altes Brot wird im Ei getaucht und in die Pfanne gehauen. Mit etwas Pfeffer und dazu eine Büchse Pfirsiche. Fein.

Am nächsten Morgen sind wir schon um sieben auf dem Weg nach Göcek oder besser den Inseln davor.

tschau

Der geplante Ostwind hält sich fast bis Mittag stark zurück, kaum wollen wir aber abbiegen und ums Kap Kurtoglu brettern, hauen uns Böen mit mehr als 20 Knoten auf die Nase. Noch etwas Wellen und es wird ungemütlich. Dann haben wir es kurz nach eins geschafft und setzten die Genua um zum Eingang in den See zu gelangen. Das Gebiet südlich von Göcek ist wahrlich ein See. Gut versteckt findet nur der Wind hinein. Wellen gibt es keine. Schön, einfach nur schön. Verschiedene Buchten mit ein paar Beizen runden das Ganze ab. So, da ist sie. Die Einfahrt zum geschützten Revier.

einfahrt

Darbogaz sieht auf der Karte etwas eng aus, ist aber harmlos und auch genug tief. Und schon sind wir am Ziel. Ums Eck und da ist schon unsere Beiz Göbün.

kapi bucht

Mal schauen ob die offen haben. Na klar, sagen die Helfer beim Anlegen. Sogleich machen wir uns auf und setzten uns auf die neue Terrasse für einen kleinen Happen. Bier und Kaffee inklusive.

terasse

Wunderschön hier und das Ganze wurde über den Winter nagelneu aufgestellt. Toll. Dazu kann der Chef auch ein paar brocken Schweizerdeutsch. Beim UNO spielen mit einem Schweizer hat er z.B. “Du chunsch”, “Cha nöd” oder “Bisch en Löli” gelernt. Wir staunen nur und lachen. Hier bleiben wir. Sicher übermorgen.
Eine feiner SeaBass lassen wir uns zum Znacht liefern, dazu ein paar Vorspeisen, Salat und Chips. Viel zu viel, schmeckt aber hervorragend. Nach dem langen Tag, verschlägt es uns früh ins Bett.

Jetzt wir endlich aufgeräumt. Das ganze Werkzeug liegt noch im Salon und auch die Kleider haben wir nur notdürftig versorgt. Jetzt machen wir grossen Putz. Auch auf dem Mast muss ich noch kurz. Der Radarreflektor hat sich demontiert und muss runter. Gleichzeitig checke ich noch das Rigg. Ein kurzer Rundblick kann nicht schaden.

unsere beiz

Und dahinten die schöne Bucht.

bucht

Schön hier. Dann ist aber Schluss und wir wollen uns die Umgebung anschauen. Weit kommen wir aber nicht. Keine Strasse und nur ein schmaler Weg führt hier hin. Gaby lasse ich unterem Baum stehen, denn es juckt mich auf den Berg zu steigen.

baum

Eine viertel Stunde später stehe ich beim Mast zuoberst auf dem Berg. Die Aussicht – wow! Hier unsere Bucht.

bucht göbün

Der Blick nach Süden ist gewaltig. Da sind wir hergekommen.

süden

Und auch nach Fethiye sieht man.

osten

Rauf ging ja recht gut, aber beim runter hopsen, verlaufe ich mich und kann nur noch den Geissen folgen. Die wissen doch den Weg sicher. Genau.
Am Abend genehmigen wir uns einen Huhn in der Kassarolle, wieder mit diversen Vorspeisen, Salat und allen Schikanen. Wir kommen hier fast nicht mehr los. Morgen geht’s dann aber weiter. Göcek wartet auf uns.

Autopiloteinbau oder 100x in die Backskiste und zurück

Der letzte Dienstag im März und wir stehen wieder einmal mit vollen Taschen, 93 kg auf der Waage, auf dem Flughafen.

volle taschen

Eine geniale Verabschiedung erhalten wir dort von Mo, Dani und völlig überraschend, von Corinne. Danke euch allen! Nach einem sehr hektischen Montag, verlassen wir die Schweiz und fliegen in den Süden. Marmaris ruft und vor allem der neue Autopilot will eingebaut werden. Zwei Wochen, ja, das sollte dieses Jahr völlig reichen für die Arbeiten an der Ulalena. Nach einem kurzen Flug erreichen wir spät am Abend Dalaman und nach zwei weiteren Stunden mit dem Taxi, nach einem Wasserstop, die Yacht Marina in Marmaris. Der Securitas-Mensch lässt uns rein und wir stoppen vor dem Platz, an dem wir unsere Büx im letzten Herbst abgestellt hatten. Die Ulalena ist aber weit und breit nicht zu finden. Der ganze Platz ist proppen voll und um fast Mitternacht, geht die Suche los. Nix, nur ein bellender Hund empfängt uns. Wir fragen den Securitas-Mann. Moment, ich helfe euch beim Suchen. Fünf Minuten später stehen wir vor unserem Daheim. Eine geniale Holztreppe davor. Wow. Er will noch helfen, aber ich muss zuerst alles öffnen und aufschliessen. Das dauert. Endlich zurück!

back home

Am nächsten Tag zeigen wir uns auf dem Büro. Alles bestens und vor allem bestaunen wir “unsere” Treppe. Einfach gewaltig!

treppe

Ganz einfach die schönste auf dem ganzen Gelände 😉 Auch am monströsen 300t Kran kommen wir immer wieder vorbei.

kranrad

Der schleppt gewaltige Lasten umher.

gewaltige lasten

Dann sehen wir zum erstem Mal unser neuer Autopilot. Massiv!

bastelstart

Und das Basteln geht los. Backskiste ausräumen und einen Platz für den Zylinder suchen. Dazu den Helmstock für den Ruderanschluss anpassen. Zum Glück wissen wir vom Herbst, wo was zu finden ist. Ein Sockel von der Inox-Lady, die Rettungsinsel mit den Schwimmwesten zum Shipchandler und die fehlenden Stecker und Kabel von Mehmed wird organisiert. Endlich ist alles soweit und die ersten Löcher werden ins Boot gefräst. Passt doch schon ganz gut?

autopilotsitz

Aber wo und wie mach ich den Helmstock am Ruderschaft fest? Ruder raus, sagt ein Fachmann. Okay. Es muss ja etwas sehr, sehr solides werden. Ruder absenken und das Ding einsetzen. Passt. Sehr gut. Alles anschliessen. Geht auch. Somit sind wir für den Wassertest bereit. Nur noch ein letztes Kabel muss bestellt werden.

Essen kochen? Nur am Mittag verdrücken wir kurz ein paar Stücke Brot mit Käse oder Aufstrich, dafür essen wir zum Znacht fast immer in der Beiz. Auf dem Gelände hat es eine wirklich gut und feine Beiz, um das Ganze “harte” Geschäft des Tages zu verdauen, gar nicht schlecht und günstig ist es auch noch. Wir sind Stammgäste und alle reissen sich um Gaby zu helfen zu Tisch zu kommen.

PS: Der riesige, metallene Brotkasten, den Gaby unbedingt mithaben musste, funktioniert genial. Nicht zu glauben, was Grossmutter so alles auf dem “Kasten” hatte. 😉 Sogar das Super dürre Weissbrot hält sich dort drin für Tage!

Bald ist Freitag der siebte und wir werden ins Wasser gesetzt. Hast du den Zettel abgegeben, fragt Gaby nach einer Stunde, als wir vor der Ulalena warten? Nein! Aber um Zehn haben wir doch abgemacht.

warten

Wir laufen los und suchen die Krancrew. Seid ihr bereit? Dann kommen wir in einer Stunde. Da haben wir ja noch Zeit für einen Haarschnitt. Auf dem grossen Gelände hat es tatsächlich einen Höörlidieb und den besuchen wir nun. Wird ja wohl nicht lange dauern. Volles Programm, sogar mit Feuer und Flamme werden die Haare zurechtgestutzt, geschweige denn den Haaren in Nase, Ohren und Augenbrauen! Fertig. Es ist schon viertel vor und als wir rauskommen, fährt gerade der Kran mit den Ulalena beladen vorbei. Farbe auspacken und die restlichen Flecken mit Antifouling behandeln. Dann kann das Wasser kommen. Keine Zeit für Fotos, so schnell geht es diesmal. Gaby mit Stuhl einladen. Noch kurz den Fäkalientank leeren und schon sind wir zum Charlie Steg unterwegs.

auf zum charlie steg

Ein ganz, ganz feiner Platz, den da uns angeboten wird. Die nächsten Tag zeigen, dass es rundum bläst und tut, aber bei uns merken wir davon gar nichts und es ist wunderschön warm.
Wir brauchen eine Pause. Ich war schon zu oft in der “Kiste”, jetzt wollen wir endlich mal die Stadt Marmaris besuchen. 9:30h geht der Bus von der Marina weg. Einsteigen und TL 6.50 bezahlen, schon holpert er in Richtung Stadt. Die ist wirklich wunderschön. Und erst die Promenade! Fein gemacht.

promenade

In der Stadt bekommen wir alles was wir noch gesucht haben. Sogar eine Pfeffermühle haben sie im Angebot. Mit Händen und Füssen und schlussendlich doch einem Übersetzter finden wir das Ding. Dazu gibt es noch ganz, ganze feine Gewürze.
Den Hafen müssen wir natürlich auch noch ansehen und ein Kaffee sollte doch auch noch drin liegen.

altstadt von marmaris

Und der Brunnen von der anderen Seite.

brunnen

Da sollten wir eigentlich länger bleiben, am Mittag sind wir schon wieder zurück, wenn nur der Autopilot nicht währe. Er braucht noch eine Verstärkung. Und der neue Helmstock verträgt das “Gedränge” auch nicht. Es muss also der alte Innensteuerstandhelmstock dran glauben. Wieder in die Kiste und umbauen. Das passt nun.

alter helmstock

Jetzt läuft er tadellos oder doch nicht? Die ganze Wand bewegt sich, wenn das Ruder geht. Was machen wir da? Die Inox-Lady weiss sicher Rat. Wir machen für morgen ab. Bis dann installieren wir den Fokker. Unser neuer, alter Windgenerator erhält noch die Flügel. Den Masten und der neue Lader hatte ich schon letzte Woche montiert. Nicht schlecht?

fokker

Der Vorbesitzer hatte das Ding Fokker benamst und wir übernehmen ihn. Letztes Jahr haben wir ihn von einem Stegnachbarn auf Patmos gekauft. Wind? Wo ist er Wind. Jetzt rächst sich unser guter Platz. Rundum Wind, nur bei uns, nichts. Nicht einmal dreht er sich in den nächsten Tagen. Wir haben Zweifel. Falsch montiert? Ist die Bremse noch an? Zuwarten.
Die Inox-Lady kommt mit ihrem Experten. Verstärkung der Wand? Kein Problem. Morgen vermessen wir. Hier und hier ein L hinter der Rettungsinsel und dahinter eine Verstärkung. Coole Idee. Ausmessen, testen und schon am nächsten Morgen wird montiert. Dazu lernen wir, wie man richtig mit diesem blöden, klebrigen Sikaflex-Zeugs umgeht. Wow, so einfach. Etwas Spucke und der Übergang sieht profimässig aus. Gräme und halten tut es auch noch.

verstärkung

So jetzt kann der Zylinder wüten wie er will, alles stabil und fest. Nun alle Kabel fixieren und ein letztes Foto. Fertig Autopilot!?

einbau

Wir machen mit Memeth ein Seatrial für Samstag aus. Dann wird der Autopilot kalibriert und getestet. Somit können wir ja am Sonntag schon los!
Samstag kommt Charlie zu Charlie, ja der Mech von Memeth heisst genau gleich und wir machen den ersten Check. Alles da, aber mit dem Autopilot-Compi kann man nicht schwätzen. Mmm. Komisch. Zurück ins Büro und sein Plotter für die Tests updaten. Schon besser. Alles wird nun gesehen und auch der Pilot wird nun richtig angezeigt. Raus. Wir legen ab und dann beginnt ausserhalb der Marina die Kalibrierung. Erstklassig. Nun ist alles eingestellt. Ich soll noch kurz mit dem keinen Schalter testen. Kein Instrument und kein Plotter haben wir für den Pilot. Ein, aus, eins und zehn Grad plus und minus reicht uns. Aber genau dieses Teil funktioniert nicht. Ein heisst, wir fahren nach Norden! Kann man so was den brauchen? NEIN!

Zurück zum Steg und ins Büro. Dort hat der Meister das Ganze schon nachgebaut. Gleicher Effekt! Irgendwann kommt heraus, dass das kleine Ding nicht für den neusten Pilot-Compi passt. Es muss 12 sein und nicht 10. Super! Gibt es so was im Land? Nein. Noch besser, nur direkt von Holland. Das dauert aber drei bis fünf Wochen. Dürfen wir denn so lang im Land belieben? Nein. Die einzige Lösung ist, den neuen mit dem alten Compi zu tauschen. Charlie hilft und so bauen wir kurz den Compi um und gehen erneut auf Seatrial. Nun funktioniert alles wie es soll. Gut! Somit sind wir bereit für’s auslaufen morgen. Wetter? Das Wetter machen wir morgen.

Einmal Atlantik bitte!

Ausbildung, ja auch das muss sein. Wir sind ja gerade in der Schweiz und hatten eine Super Zeit im Mittelmeer verbracht. Wir wollen aber weiter! Mittelmeer, ja aber bald möglichst raus auf den Atlantik. Einen Törn hatte ich ja schon einmal auf diesem Gewässer gemacht, von den Azoren zurück zum Festland. Das hat mir einen gehörigen Eindruck verpasst. Wellen, Nacht, viel Wind war da auch dabei. Aber die Route von den Kanaren in die Karibik mit dem Passat, das fehlt noch. Zeit habe ich ja jetzt “vorig”, also nichts wie planen. Wer geht sicher rüber? Segelschule, HOZ, CCS oder sogar mit der ARC? Alles währe ein Option. Rummel brauch ich nicht, so fällt die ARC schon fast weg. Der CCS war letztes Jahr auf dem Teich, dieses Jahr ist aber nichts dergleichen geplant. HOZ, meine alte Schule, hat genau das Richtige. Mitte November bis Dezember soll das Ganze gehen. Ich buche. Auch den Flug nach Las Palmas. Zurück, das lass ich noch offen.

Die Wochen vor dem Törn schaue ich das Wetter ganz genau an. Neben dem Proviant und der Vorbereitung des Bootes, ist es mein Thema Nummer eins! Mit den Monatskarten fange ich an. Was passiert normalerweise im November und Dezember in diesen Gebiet?

monatskarte novembermonatskarte dezember

Im Durchschnitt ein Tag Flaute, Wind von NE bis E, Strömung NE bis E. Was will man mehr? So der Plan. Dann suche ich alle Wetterkarten nach den Prognosen für die nächste Woche. WetterWelt, PerdictWind die beiden Bezahlportale. Dazu PassageWeather und zyGrib für die Übersicht. Täglich vergleiche ich die Analysen und mach mir ein Bild. Am Tag X sollte ja die Strategie stehen.

Der Flug geht pünktlich am Sonntag, 13. November, von Zürich nach Las Palmas. Direkt für wenig Geld fliege ich zurück in den Sommer. Taxi, ein Taxi gönne ich mir für den Anfang. Ganz im Süden ist die Marina Pasito Blanco und da steht unser Katamaran. Es ist eine neue Lagoon 450. Genug Platz für uns acht Schnäuze. Es war in der Türkei und muss nach Hause auf die BVI. Warum nicht, denke ich, als ich das grosse Dinge sehe.

lagoon 450

Die anderen Crewmitglieder sind schon alle da und so können wir die nächsten Tage und die Überfahrt planen. Die Proviantliste ist zügig aufgestellt, aber das Wichtigste fehlt oder besser, ist auf der Überfahrt vom Mittelmeer verloren gegangen. Ein Propeller. Was? Ja, einfach weg. Super. Ist er schon bestellt? Machen wir am Montag, sagt der Skipper. Okay. Das Einkaufen und den Propeller bestellen beschäftigt uns fast die ganze Woche.

einkaufen

Dazu der täglich Wettercheck. Auch das ganze Boot wird durchgecheckt. Motor, Wasser, Generator, Segel, Elektrik und das Rigg. Kurz rauf und alles kontrollieren.

riggcheck

Coole Aussicht aufs Boot. Alles ist in Ordnung.

von oben

Und die Umgebung von Pasito Blanco.

pasito blanco von oben

Das bestellte Ding verzögert sich wacker. Wenn alles gut geht, haben wir es am Donnerstag. Also warten. Wir machen diverse Ausflüge durch und über die Insel. Der grosse Sandhaufen in Maspalomas darf natürlich nicht fehlen.

sandhaufen

Die gebirgige Hinterlandschaft gefällt mir aber definitiv am besten. Mit einem gemieteten Auto kurven wir durch die engen Täler und über Pässe.

berg

Auch der schöne Hafen von Puerto de Mogan besuchen wir. Ganz nett hier. Touris hat’s ganz wacker. Die Hochsaison hat schon begonnen.

puerto de mogan

In Arquinequin finden wir einen ganz gut sortierten ShipChandler. Ein paar Ersatzteile und vor allem Dieselkanister werden gekauft. Die Wetterprognosen versprechen nicht so viel Wind über den Teich, so haben wir hoffentlich genug Diesel für die allfälligen Flauten.

Endlich ist es soweit. Der Propeller kommt per Taxi. Happy Skipper 😉

happy skipper

Ist es auch der richtige?

prop

Morgen werden wir es sehen. Der Kran ist organisiert und so gibt es für mich eine Menge zu tun. Was macht das Wetter?
PassageWeather sagt eine grosse, grosse Flaute im Süden an.

flaute

Auch in einer Woche sehen die Prognosen nicht besser aus. Lauter nichts!

flaute in einer woche

Bei der Abfahrt morgen sollte es noch genug Wind haben. Ausser in der Abdeckung haperts ein wenig.

abdeckung

Auch zyGrib hat was ähnlicher vor. Im Norden besserer Wind durch das Azorenhoch.

zygrib

Dann die NOAA? Genau das gleiche Muster.

noaa

So, wo wollen wir den durch? Zuerst über den Norden und dann abbiegen in den Süden? Erwischen wir dann den genauen Absprung? PredictWind plant was ähnliches.

predictwind

Oder sollen wir über die Flaute in Richtung 25° N, 25° W zur schmelzenden Butter? Wird der Passat dann auch kommen? Wir entschliessen uns für den Nord/Süd Kurs und bunkern noch ein paar Dieselkanister mehr. Wetterwelt sagt es noch deutlicher.

wetterwelt

Freitag Morgen um sieben steht schon der Kran auf der Matte. Wir verlegen uns an den Steg nahe dem Kranloch. Unser Ding ist aber viel zu breit, also bei der Tankstelle hoch. Alles bereit und auf gehts.

kran

Gut, dass wir die Lagoon am Kran haben. Das abgebrochene Gewinde hätte man vermutlich nicht so leicht unter Wasser rausgebracht.

rausschlagen

Hier der Übeltäter.

schraube

Alles passt perfekt. Der Kran lässt uns wieder ins Wasser und nach einem kurzen Mittagessen legen wir um 11:20 Uhr ab.

ablegen

Mit NE Wind der mit 2-3 Beaufort bläst, verlassen wir Las Palmas und gehen auf Kurs 250°. Die ganze Nacht haben wir guten Wind und mit vollen Segeln gurken wir Hiero entgegen. Mir geht es nicht so blendend. Die Seekrankheit plagt mich die ganze erste Woche. Schlafen und Wache auf der Flybridge geht ohne grosse Probleme, aber sobald ich was Essen möchtew, ist zwar der Appetit da, aber es würgt stark. Lesen geht gar nicht. Nur mein Logbuch kann ich gerade noch schreiben. Schon komisch, aber was solls, es wird sicher bald besser. Derweil basteln die anderen Super Essen, was ich leider nicht so geniessen kann.

kochen

Dann kommt die grosse Flaute. Alles wird besser. Mein Logbuch hat wieder längere Notizen und auch dem Wetter kann ich nachgehen. Stimmt es immer noch? Ja und zwar ziemlich genau. Die erste Wäsche ist auch am Zug.

wäsche

Zwischendurch motoren wir durch heftigen Regenschauer. Zum Glück steuert der Autopilot und wir können von drinnen dem ganzen nassen Zeugs zuschauen.

schauer

Einfach gewaltig was da so runter kommt. Das erleben wir immer wieder. Wie aus dem nichts oder von grossen, fetten Kumulus die sich über uns entleeren. Faszinierend.

schöner regen

Jeden Abend versammeln wir uns draussen und schauen der Sonne zu, wie sie langsam und schaurig schön untergeht.

zuschauer

Langweilig? Auf keinen Fall. Jedes mal ist es anders. Mehr Wolken, mehr Sonne oder mehr Farben. Unbeschreiblich!

sonne geht unter

Wache haben wir im Zweierteam und das 24/7h. Plotter, AIS und die Logge sind die Hauptanzeigen, die uns interessieren. Segel lassen wir während der fast sieben Tagen der Flaute unten. Die schlagen viel zu ärgerlich, abgesehen vom Verschleiss. Wir sind schon weit gekommen.

karte

Auch mit dem Sextant messen wir immer mehr die Sonne. Mittagsbreite ist der Favorit und die Berechnung stimmen gar nicht so schlecht. Mit dem GPS im Hintergrund ist das sehr locker zu machen. Wehe, wenn das ganze Elektrogeraffel den Geist aufgibt. Aber schon ein gutes Gefühl, wenn man einen Backup hat.
Sonntag, Zopftag! Wir haben ein paar Zauberer auf dem Boot. Einfach lecker.

zopf

Das Essen ist einfach erstklassig. Immer wieder erstaunlich, was wir so aus der Kombüse zaubern. Alle helfen mit und so wird es jedes Mal ein Happening fürs Nachtessen. Was sehr gut zu halten ist, sind erstaunlicherweise die Tomaten. Die Rüebli im offenen Sack sind nicht so ideal gelagert. Das Ganze Frischzeugs muss einfach trocken bleiben, dann halten sie recht lange. Kühlschrank haben wir auch zahlreiche. Die drei brauchen aber sehr viel Strom. Doch die Ware bleibt dadurch lange frisch. Für den grossen Stromverbrauch haben wir ja die zwei Motoren und zusätzlich einen Generator eingebaut. Schon was schönes. Mit dem Wasser ist es ähnlich. Der Wasssermacher ist einfach eine Wucht und man gewöhnt sich fast zu schnell daran. Duschen nach einem Bad im grossen, grossen Wasser ist kein Problem.

baden

Ja das Baden ist schon was Superschönes. Jedesmal staune ich über die tief, tief blau Farbe. Von der Erfrischung ganz zu schweigen.

Probleme? Haben wir fast keine. Der Generator zickt mal rum. Bis wir in dem Kühlschlauch das Problem finden. Auch “Gegner” sind sehr selten auf dem AIS zu sehen. Oder wenn sie auf Schirm auftauchen, kann man sie von Auge nicht sehen. So geniessen wir die Aussicht auf unserem “Balkon” immer wieder von neuem.

balkon

Fische? Sehen wir jede menge. Sogar Wale tauchen plötzlich auf und begeistern unglaublich. Was für schöne Tiere und diese Grösse ist wahnsinnig.

wal

Delfine kommen fast regelmässig und zeigen uns ihre Kunststücke. Kurz vor St. Lucia “erwarten” oder begrüssen sie uns sogar.

delfine

Das mit der Angel hat irgendwie nicht so funktioniert. Alles wurde versucht um einen Fisch zu fangen. Sind die Köder zu gross? Zu farbig? Oder ist das Silch zu auffällig? Keine Ahnung. Am letzten Tag vor der Ankunft zappelt plötzlich was am Haken. Was ist das denn?

angeln

Haben wir ihn oder springt er wieder weg oder reisst er sich los? Nein, diesmal bleibt er dran. Eine wunderschöne Goldmakrele.

goldmakrele

Der Mahi-Mahi ist ein wunderschöner Fisch und schmeckt auch dementsprechend. Ausgenommen sind es über sechs Kilo feines Filet.

filet

Die Köche streiten sich drum, wer ihn nun wie kochen, braten oder dünsten soll oder darf. Es hat so viel davon, das beide zum Zug kommen. Ich habe schon viel Fisch gegessen, aber das war mit grossem, grossem Abstand das beste was ich je gegessen habe. Ein Traum. Einfach ein Traum. Was ist nun besser? Braten oder dünsten? Beides hervorragend.
Dann zählen wir fast jede Meile und trotzdem sind wir erstaunt, dass es nach zwanzig Tagen zu Ende ist. Der Diesel hat gerade gereicht und auch das Wetter wart uns gnädig. Hat die Analyse oder die Vorhersage nun gestimmt? Genau, ziemlich genau. Ich war und bin immer noch verblüfft, wie genau das Ganze aufgegangen ist. Wichtig ist eigentlich nur der Anfang. Links oder rechts. Aber die 25N/25W währe im Nachhinein sich auch aufgegangen. Aber gut zu wissen für’s nächste mal.
Da, da sind die Berge von St. Lucia. Wir sind alle überwältigt und doch etwas überfordert. Nach so langem Nichts, Land, Menschen, Trubel.

land

Spät am Abend des 8. Dezember erreichen wir die grosse Marina von der Rodney Bay. Ich begreife es lange nicht, wir sind angekommen. Es geht so schnell. Funk an die Marina, die lotsen uns zum Pier eins und schon sind wir an Land. Kurzer Besuch in der nahen Bar für ein erstes, feines, kühles Bier. Herrlich, herrlich fein!

angekommen

Gut geschlafen. Die Uhren auf lokale Zeit umgestellt und in einer ganz und gar fremden Welt aufgewacht. Steg, wir sind am Steg, trotz des ARC.

pier eins

Und ja, wir sind gestern tatsächlich am richtige Ort angekommen.

unsere bar

Duschen und uns langsam an die Leute zu gewöhnen ist das Erste. WiFi kommt gerade danach. Wie fliegen wir, ich nach Hause, weiter oder was gibts Neues. Ja die Zivilisation hat uns definitiv wieder. Die ersten verabschieden sich und mustern ab. Das nächste Ziel für morgen ist die berühmte Marigot Bay etwas weiter südlich. Vor über zwanzig Jahren war ich schon mal da. Hat sich was verändert? Aber gewaltig. Die ganzen Häuser und der Steg war einfach noch nicht da. Keine Bojen auch.

steg in der marigot bay

Die Aussicht aufs weite, weite Meer ist aber zum Glück immer noch ganz und gar intakt.

schöne bucht

Das feine Nachtessen genehmigen wir uns im Dr. Doolitle. Genialer Bluemarlin auf heissem Stein! Ein Gedicht!

Weiter segeln wir der Küste von St. Lucia entlang nach Soufriere. Ein wunderschöne Bucht mit vielen Tauchspots. Die Fahrt zu den Pitons ist schon sehr eindrücklich.

pitons

Mit einem Boatboy legen wir uns an eine Boje und vereinbaren geradewegs eine Tour zu den Pitons. Genauer gesagt, auf den Kleinen. Sieht steil aus, es soll aber einen guten Weg da hoch geben. Okay. Der Bergführer holt uns ab und bringt uns zum Strand.

strand

So richtig schön ist es hier. Der Führer barfuss und wir in komischen Schlarpen. Wanderschuhe hat natürlich keiner dabei. Wird schon gehen. Es wir steil und immer steiler.

steil

Nichts, gar nichts von Weg oder nur schon einem Pfad. So klettern wir das Gebüsch oder besser den Urwald hoch. Die Aussicht wird immer gewaltiger und beeindruckender.

aussicht

Wir kommen alle hoch und schauen der ganzen Insel entlang. Zeit haben wir aber fast keine. Der Führer schaut immer wieder auf die Uhr und mahnt zum Aufbruch. Sonst wir es schnell dunkel. Gefährlich ist es nicht, aber als die Dämmerung hereinbricht, wir es schon kritisch mit dem Übertreten der Füsse. Überlebt. Glücklich erreichen wir das Boot wieder und geniessen ein herrliches Znacht.

Morgen geht’s ins Dorf um zu sehen wie ein richtiges, karibischen Dorf aussieht. Soufriere enttäuscht uns nicht. Nette Läute, schöne, urige Häuser und gutes Essen und Trinken.

taka art

Wir schlendern durch die Gassen und gurken dann mit dem Dingi wieder zurück auf die Dream Easy. Letzer Abend. Morgen gehts’ nach Hause. Schon. Ja, schon sind die drei, fast vier Wochen vorbei. Viel, sehr, viel gelernt und hoffentlich bereit für unsere Überfahrt in nächsten Jahr. Der letzte Blick auf das Dorf.

dorf soufriere

Das Taxi holt uns ab. Danke und tschau ihr beiden. Der Skipper mit seinem “Matrosen” bringt die Gurke noch zu den BVI hoch.

taxi

Mit dem Flieger geht’s nun über Düsseldorf zurück in die Schweiz. Zum Schluss möchte ich allen acht ganz herzlich für die geniale Zeit danken. War tief beeindruckt!

Wie zu Hause

Gut geschlafen nach einem mega feinen Nachtessen im Marina-Restaurant. Alle Angestellten der Marina sind sehr, sehr hilfsbereit und Super nett. Schon zeitig sind wir auf und machen uns auf den langen, langen Weg zu den Geschäften. ShipChandler, Supermarkt und diversen Handwerkergeschäften. Es gibt einfach alles hier. Beim ShipChandler kaufen wir die nötigen Sachen ein und werden stolze Besitzer einer Toilette. Das Ganze “geflicke” mit der Pumpe haben wir endgültig satt. Jetzt kommt was einfaches auf die Ulalena. Wenn was klemmt, ist das Ding im nu auseinander und geputzt oder geflickt. Mal sehen ob die neue Schüssel auch passt?

neue schüssel

Jöö, etwas klein geraten. Aber genug Platz zum pumpen. So, alles raus, Schläuche anpassen, anschrauben und … die Schweinerei aufputzen. Geht natürlich nicht ohne. Und siehe da … perfekt!

nagel neu

Testen! Wasser kommt rein, umschalten und geht auch wieder raus. Nur die Grösse ist noch etwas gewöhnungsbedürftig. Auch der Duschkopf wir noch kurz ersetzt. Endlich haben wir den Richtigen gefunden. Der letzte musste jedesmal abgeschraubt werden. Vor dem Znacht räumen wir endlich die Bugkoje. Gleichzeitig machen wir endlich, endlich Inventar. Stand es doch fast seit Jahren auf der Liste. Jetzt, das letztere Schlauchsuchen hat es gezeigt, sogar Gaby weiss nicht mehr, wo ich alles “versteckt” habe. Laaange Liste. Dann können wir endlich wieder alles auffüllen. Hunger, mega Hunger. Eine Pizza genehmigen wir uns Heute. Zum Glück. Später in der Woche gibt es nämlich keine mehr. Der Pizzaiolo wurde Vater und hatte keine Zeit mehr vor dem Ofen zu stehen. So einfach 😉 Ach ja. Während des Tages kommt noch der freundliche Marinero vorbei und wundert sich, dass wir immer noch sooo weit weg vom Schuss sind. Wollt ihr nicht etwas näher? Ja, ja gerne. Morgen sollte es Platz geben. Suppii!
Am nächsten Morgen wird es fast etwas knapp um aufs WC zu kommen. Mehr als zehn Minuten dauert der Sprint. Gut das wir bald zügeln! Und da kommt er auch schon. Der neue Platz wird bald frei, haben sie Zeit? Aber sicher! Ein halbe Stunde später helfen sie uns beim Zügel. Genialer Service. Ja, das haben wir noch nie erlebt. Wir fühlen uns fast wie zu Hause!

neuer platz

Motoren-Service, Segel reinigen und versorgen, Bimini, Sprayhood, Flaggen, Rettungsring, Windpilot, alles wandert in die Bugkoje. Am Abend schaue ich noch kurz beim Schreiner vorbei. Ein neues Gangwaybrett will ich noch aufgeben. Das alte Ausgucksbrett passt perfekt. Zuschneiden und zwei Löcher möchte ich aufgeben. Es ist schon fast Feierabend, als ich in die Werkstatt komme. Könnt ihr das im laufe der Woche machen? Frage ich. Wir haben gerade Zeit. Was, nur zuschneiden? Ja, ja gerne. Die Säge wir angelassen und schwups haben wir ein neues Brett. Was kostet das? Nichts! Was? Vielleicht etwas in die Kaffekasse. Aber sicher. Besten Dank.
Heute morgen wollen wir noch kurz das Ankerlicht flicken. Es brennt ja schon lange nicht mehr. Rauf auf dem Mast mit dem Messgerät und testen.

ankerlicht

Hmm, es ist tatsächlich das teure, teure Lopolight kaputt. Ganze vier Jahre hat das Ding gehalten. Garantie? Leider nur drei Jahre. War ja klar. Runter und zum ShipChandler. Ja, können wir bestellen, ist aber über € 100.- teurer als in der Schweiz, geschweige denn in Deutschland. Wow, nee das bezahlen wir nicht. Ein AquaSignal muss reichen. Kaufen und gleich montieren. Passt und brennt sogar. Dann kommt noch der Simrad-Händler wegen dem Autopilot. Gespukt hat er ja schon lange. Zuverlässig war er überhaupt nicht mehr. Wir brauchen was neues für die weitere Reise quer durchs Mittelmeer. Was ist den das Beste, fragen wir ihn. Hydraulisch. Okay und passt der rein? Er schaut durch die Jalousie im Heck. Und? Ja sollte kein Problem geben. Ich werde ihnen sicher helfen, wenn sie Probleme haben. Auch Kabelverlängerungen haben wir immer an Lager. Cool. Er werde eine Offerte machen. Am nächsten Morgen gehen wir ins Office und es passt alles, ausser der Preis. Viel zu hoch. Hmm, aber wir müssen ihn hier mit Unterstützung einbauen. Nachher haben wir keine so guten Support mehr. Wir schlafen nochmals drüber.
Es ist schon Samstag und Zeit für den Kran. Wir haben ja einen Trockenplatz über den Winter gebucht und schon um 9:30 Uhr ist der Termin. Raus können wir alleine nicht. Die Marineros müssen ran um uns rauszuschupsen. Kein Problem. Auch das Abpumpen des Fäkalientankes geht ohne grossen Gestank über die Bühne.

kranpier

Alles paletti für das Fliegen. Der Kran kommt auch schon und so flieget die Ulalena wieder einmal.

fliegen

Mit Hochdruck wird das Unterwasser gereinigt und dann die grosse Überprüfung des Rumpfes. Schäden? Löcher? Rost? etc. Nichts, gar nichts. Alles bestens. So fahren sie uns zu unserem Platz auf dem Kies. Es hat schon mehr Boote hier gehabt. Normalerweise ist der ganze Platz um diese Zeit belegt. Jetzt, jetzt sind wir in der Mitte. Dann fragen die Arbeiter nach einer Treppe, Leiter, Aufzug. Was wollen wir denn? Ich schaue Gaby fragend an. Wir sind eigentlich froh, wenn wir überhaupt eine Leiter haben und jetzt dürfen wir noch aussuchen. Holz, eine Holztreppe währe nicht schlecht. Fünf Minuten später wir sie mit dem Bagger angekarrt. Cooles Teil. Aber da sind noch ein paar “Schrauben” locker. Sie lassen alles stehen und liegen um uns zu helfen. Wir sind nur baff.

treppe

Danke, besten Dank. Und weg sind sie. Somit können wir den Rest noch erledigen. Einen Schweisser haben wir gefunden, der uns einen neuen Kran für Gaby bastelt. Das Ein- und Aussteigen ins Dingi war immer etwas schmerzhaft, mit diesem zweibeinigen Rega-Teil kann ich sie, hoffentlich, schön sanft ins Beiboot lassen. Sieht doch toll aus?

dingilift

Per Zufall finden wir noch einen Tapezierer, er will schon Tee holen, als wir abwinken. Am nächsten Tag nimmt es uns aber doch wunder und ich frage ihn nach seinen Arbeiten. Ah, Sonnenschutz macht ihr auch. Wir hätten da eine Idee. Er lässt alles stehen und zeigt uns diverse Stoff, die sich eigen würden. Ja das sieht nicht schlecht aus. Er komme kurz vorbei um sich das Ganze auf dem Boot anzuschauen. Ihr seid ja da vorne oder? Ja genau. Wir sind halt keine Unbekannten mehr. Das geht ohne Probleme, sagt er nach dem Vermessen. Morgen ist es fertig. Was? Okay. Am nächsten Morgen bringt er das neue Tuch vorbei und wir sind nur begeistert. Alle Features sind eingebaut. Super gut!

sonnenpersening

Auch die gewünschte Wasserfassung hat er gut umgesetzt. Wenn es regnet, können wir einfach das Tuch umhängen und einen Schlauch anhängen. Ob das funktioniert? Mal sehen. An der Arbeit fehlt es sicher nicht.

wasserhahn

Es ist schon fast Mittwoch und dann fliegen wir schon bald nach Hause. Haben wir noch was vergessen? Ach ja, der Kompass ist ja noch geliefert worden. Zuerst alles ausbauen. Alter Kompass weg und mal in die Steuersäule schauen. Alles paletti.

steuersäule

Kurz etwas schmieren und das neue Ding wird angepasst. Perfekt. Anschrauben. Fertig.

kompass

Sehr gut. Nur der Deckel ist etwas dif­fi­zil. Abstützen geht gar nicht mehr. Aber ich ertappe mich immer wieder, wenn ich auf Boot steige. Blöd.
Somit alles fertig. Noch kurz den Winterpersening montieren und den Kühlschrank leeren. Ah, am Autopilot-Chef müssen wir ja noch Bescheid sagen. Er geht mit dem Preis runter und somit buchen wir das wichtige Ding. Gräme. Ein feines Znacht wartet. Morgen, morgen fahren, fliegen wir nach Hause.

Ja wir fühlen uns hier in der Marina fast wie zu Hause. Wir wurden so gut aufgenommen, das es Spass macht hier das Boot auf Vordermann zu bringen. Es hat alles für die Ulalena. Etwas teurer als in der EU, aber wir bekommen was wir brauchen. Leider ist die Stadt etwas weit weg, aber es gibt ein Bus der täglich in den Ort fährt. Probieren wir sicher im Frühling aus.

Der Taxi ist schon um fünf bei uns. Verfehlt zwar den Steg, aber er ist da. Alles rein und im Tiefflug nach Dalaman. Einchecken und nach einem kurzen Flug sind wir schon in Istambul. Umsteigen und anstehen um das Land zu verlassen. Was, ja genau. Wir stehen an. Tja, es gibt halt immer was Neues auf Reisen. Endlich im Flugi. Abflug. Liebe Schweiz, wir kommen!

Fast sieben Monate!

Wir sind schon ganz kribbelig, als wir um acht die Bucht von Ciftlik verlassen. Wind hat es nur wenig und der Schwell merkt man auch nicht gross. Wir umrunden den Leuchtturm von Kadirga Feneri und was ist das? Wind, Wellen genau auf die Nase. Super und das natürlich genau auf unserem Kurs. Es sind ja nur fünf Meilen, aber die scheinen fast endlos zu sein. Über zwanzig Knoten Wind wirken auf die Ulalena. Ich muss wieder einmal laut Fluchen. Der Bericht sagt nichts davon, aber eventuell kommt das Ganze von den Regenwolken ganz in der Nähe.

regen

Zwei, drei Tropfen und schon ist es vorbei. Fertig Regen, fertig Wellen und fertig Wind. Genau an der engsten Stelle vor der grossen Bucht von Marmaris wird es ruhiger. Dann können wir fast nicht nach Rechts abbiegen. Der Schiffsverkehr ist gewaltig. Hand raus und schon ist die, unsere Marina vor uns. Wir sind da!

marina

Aufruf an die Marina und dann laufen wir ein. Wir sollten aber noch Diesel tanken und vor allem uns vom pumpenvollen Abwassertank entledigen. Oder besser vom Inhalt. Kurzes Gespräch mit den Marinerios. Diesel? Haben wir nicht, da müsst ihr in die Netstal Marina nach Marmaris. Super! Umdrehen und die drei Meilen hoch zur Stadt.

marmaris

An die Tankstelle und am freien Platz erhalten wir sofort unseren begehrten Saft. Abwasser, kein Problem. Gleich nebenan. Die BlueCard bitte. Hmm, die kann nicht gelesen werden. Was, lesen schon, aber der Schiffsname ist nicht drauf. Das könnte Ärger geben. In diesem Land hat jedes Boot eine Abwasserkarte, die beim Abpumpen eingelesen wird zur Bestätigung der Menge, Zeit und Ort. Wildes entleeren gibt es nicht mehr. Also was nun? Die Marina Office kann sicher helfen. Quer durch die Marina hetze ich zur Office und dann wird es geklärt. Die Karte ist nicht ganz in Ordnung. Hier kann man den Namen lesen, aber nicht auf der Abpumpstation. Also muss eine Neue her. Zurück beim Schiff geht’s jetzt ruckzuck und die 223 Liter sind weg. Danke. Ablegen und zurück in die Yacht Marina. Aufruf und schon werden wir einem Platz zugewiesen. Passt! Etwas sehr, sehr weit draussen hier auf dem Bravo Stag – aber wir sind angekommen. Fast sieben Monate waren wir nun unterwegs. Nichts gebrochen, kein Sturm, keinen Schaden oder grössere Ausfälle. Wir sind einfach nur Stolz und stossen mit einem Schoggipudding an!

anstossen

Kurze Pause. Dann machen wir uns auf den Weg zu Marina Office. Die ist wirklich weit, weit weg. Alles wird geplant, geklärt, abgerechnet und bezahlt. Sogar das Transitlog können wir schon vorgängig deponieren. Super. Jetzt haben wir aber einen Drink verdient. Wir setzen uns in die Beiz und geniessen die grosse Ankunft.
Oder doch nicht? Die lange, lange Liste wird bald gezückt und die Arbeit kann beginnen. Aber he, wir haben doch Zeit. Mehr als eine Woche bis der Flieger geht 😉