Fast sieben Monate!

Wir sind schon ganz kribbelig, als wir um acht die Bucht von Ciftlik verlassen. Wind hat es nur wenig und der Schwell merkt man auch nicht gross. Wir umrunden den Leuchtturm von Kadirga Feneri und was ist das? Wind, Wellen genau auf die Nase. Super und das natürlich genau auf unserem Kurs. Es sind ja nur fünf Meilen, aber die scheinen fast endlos zu sein. Über zwanzig Knoten Wind wirken auf die Ulalena. Ich muss wieder einmal laut Fluchen. Der Bericht sagt nichts davon, aber eventuell kommt das Ganze von den Regenwolken ganz in der Nähe.

regen

Zwei, drei Tropfen und schon ist es vorbei. Fertig Regen, fertig Wellen und fertig Wind. Genau an der engsten Stelle vor der grossen Bucht von Marmaris wird es ruhiger. Dann können wir fast nicht nach Rechts abbiegen. Der Schiffsverkehr ist gewaltig. Hand raus und schon ist die, unsere Marina vor uns. Wir sind da!

marina

Aufruf an die Marina und dann laufen wir ein. Wir sollten aber noch Diesel tanken und vor allem uns vom pumpenvollen Abwassertank entledigen. Oder besser vom Inhalt. Kurzes Gespräch mit den Marinerios. Diesel? Haben wir nicht, da müsst ihr in die Netstal Marina nach Marmaris. Super! Umdrehen und die drei Meilen hoch zur Stadt.

marmaris

An die Tankstelle und am freien Platz erhalten wir sofort unseren begehrten Saft. Abwasser, kein Problem. Gleich nebenan. Die BlueCard bitte. Hmm, die kann nicht gelesen werden. Was, lesen schon, aber der Schiffsname ist nicht drauf. Das könnte Ärger geben. In diesem Land hat jedes Boot eine Abwasserkarte, die beim Abpumpen eingelesen wird zur Bestätigung der Menge, Zeit und Ort. Wildes entleeren gibt es nicht mehr. Also was nun? Die Marina Office kann sicher helfen. Quer durch die Marina hetze ich zur Office und dann wird es geklärt. Die Karte ist nicht ganz in Ordnung. Hier kann man den Namen lesen, aber nicht auf der Abpumpstation. Also muss eine Neue her. Zurück beim Schiff geht’s jetzt ruckzuck und die 223 Liter sind weg. Danke. Ablegen und zurück in die Yacht Marina. Aufruf und schon werden wir einem Platz zugewiesen. Passt! Etwas sehr, sehr weit draussen hier auf dem Bravo Stag – aber wir sind angekommen. Fast sieben Monate waren wir nun unterwegs. Nichts gebrochen, kein Sturm, keinen Schaden oder grössere Ausfälle. Wir sind einfach nur Stolz und stossen mit einem Schoggipudding an!

anstossen

Kurze Pause. Dann machen wir uns auf den Weg zu Marina Office. Die ist wirklich weit, weit weg. Alles wird geplant, geklärt, abgerechnet und bezahlt. Sogar das Transitlog können wir schon vorgängig deponieren. Super. Jetzt haben wir aber einen Drink verdient. Wir setzen uns in die Beiz und geniessen die grosse Ankunft.
Oder doch nicht? Die lange, lange Liste wird bald gezückt und die Arbeit kann beginnen. Aber he, wir haben doch Zeit. Mehr als eine Woche bis der Flieger geht 😉

Fahnenschwinger

Dahin kommen wir sicher wieder! Die Bucht von Bozukkale mit der Burg müssen wir unbedingt noch einmal etwas genauer anschauen. Jetzt geht’s aber erstmal gegen Norden. Ciftlik ist die letzte Station vor Marmaris. Am Anfang mit etwas Nordwind können wir heppklepp etwas segeln, doch dann lässt er uns spätestens nach der Insel Kizilada im Stich und wir motoren zur schönen Bucht. Ruhiges Meer, kaum Wind und ein Autopilot, der scheinbar wieder absolut tadellos funktioniert, führt dazu, dass wir fast an Ciftlik vorbei gurken. Kurzer Schwenker und wir stehen mitten in der tollen Bucht.

ciftlik

Das sieht aber Super aus. Allerdings hat es sehr, sehr viele Boote und vor allem vor Anker sind die meisten. Dabei ist die Bucht alles andere als geschützt. Von Norden und Süden ist das Ding offen und der Schwell hat keine Mühe uns alle etwas zu belästigen. Die kleine Insel Ciftlik Adasi vor der Bucht hält nicht viele Wellen ab. Jetzt müssen wir nur noch den Steg von der Beiz Rafet Baba finden. Bereits sind drei, vier Fahnenschwinger am Werk und versuchen uns anzulocken. Steg und Mooringleinen haben alle, auch Strom, Wasser und Wifi. Dann, mit dem Feldstecher werden wir fündig und legen am Holzsteg an. Schöner Platz hier!

rafet baba

Man merkt aber schon, das wir nun sehr nahe an Marmaris sind. Auch ist es Sonntag und viele machen eine kurzen Ausflug hierhin. Kein Problem. Als wir in die Beiz wollen, springen schon zwei Kellner herbei und helfen uns mit dem Stuhl. Das ist aber Service. Wir geniessen den letzten Abend in “Freiheit” in vollen Zügen, Morgen ist dann fertig lustig! Geschlafen haben wir aber trotz des Schwell’s sehr gut, aber ich erwache vor dem Sonnenaufgang und kann nur staunen! Was passiert da gerade? Fotoapparat holen und draufhalten. Sensationell!

sonnenaufgang

Guten Morgen, es ist Montag den 17. Oktober. Marmaris, wir kommen gleich.

Null Wind

Die ganze Nacht hat der Norder in die Bucht geblasen. Jetzt ist es ruhig in der Kocabahce Koyu. Acht Uhr und wir sind schon fast bereit. Nur noch den Schal dann können wir vom Sailors Paradise ablegen. Heute sollte laut Prognose nur wenig Wind in dieser Gegend blasen. Dementsprechend motoren wir aus der Bucht. Wir müssen regelrecht einfädeln, einer kommt um diese Zeit schon von Rechts um die Kurve. Der hat schon etwas Gross oben und motort in Richtung Westen. Wie wir auch. Warum schon Segel, hat ja ausser Schwell nichts. Wir merken es aber sehr, sehr schnell. Die Wellen werden immer höher, aber der Wind nimmt nicht zu. Er bleibt bei acht bis zehn Knoten stehen und da kommen wir mit unserer Genua nicht sehr weit. Für unser Gross ist der Weg bis zum nächsten Kap viel zu kurz und die Wellen machen die Sache auch nicht besser. Motorsegelnd gurken wir zum Kap Atabol. Untiefen, Wellen, Wind, Steuern, es ist etwas Früh für solche “sparglamenten”. Kurz einen Fluch und wir sind durch. Wo kommt den bloss der Wind her? Die Wellen wurden ja sicher über Nacht gemacht. Wir können nur staunen und gehen auf raumen Kurs gegen Süden. Fantastisch! Wir sind so schnell unterwegs, das wir bald ums Ala Kap kurven. Das hat es aber in sich. Schiften, also Genua von Links nach Rechts, um die Untiefe und erst noch ausweichen. Denn genau jetzt kommt ein grosses, grosses Gület und ist doch sehr nah beim tanzen.

aka

Alles ist aber ohne Problem getan und so geniessen wir die letzen Meilen bis zur Einfahrt in die grosse, grosse Bozukkale Bucht. Die Burg sieht mach schon von weitem.

burg

Einfahrt gefunden. Aber wo ist und vor allem welche Beiz ist den Heute dran? Ganz, ganz hinten sagt der Führer, soll die schönste von allen sein.

hinten

Anlegen, Mooringleine fest. Pause. Fast, schon klopft es am Boot. Cay für die neuen Gäste. Wow, cool. Genau davon haben wir gesprochen. So einen feinen Cay währe jetzt genau das richtige, nach einem so überraschenden Segeltag. Danke, danke vielmal.

cay

Toilette, Tee, Essen, Pause. Dabei sehe ich mir die wunderschöne Beiz Loryma an. Genial hier.

beiz loryma

Heute haben wir wirklich grossen Hunger bekommen. So setzen wir uns schon bald in die Beiz und bestellen wieder mal einen Fisch. Hat er den was? Ja, ja eine schöne Seebrasse. Genau richtig für zwei. Dazu mache ich euch einen feinen Salat. Goldig. Bestellt. Und wir werden nicht enttäuscht. Gross, aber mega fein. Gaby kann nicht genug davon kriegen. Das Fischli ist wirklich Super. Dazu die Aussicht auf die Bucht mit den schön verzierten Kürbissen.

kürbise

Zum Kaffe bekommen wir noch Besuch. Der Fastvollmond steigt über dem Hügel hoch. Mehr geht wirklich nicht!

mond

PS: Die Burg schauen wir uns das nächste Mal an.

Sailors Paradise

Zum Einkaufen, Aufstocken der Vorräte oder sonstiges, ist es ein Super Platz hier. Jetzt, da es ruhig ist in Datca, lässt es sich gut leben. Im Sommer, der Hochsaison, muss es ein Bienennest sein. Vielleicht kommen wir nächstes Jahr noch einmal vorbei.

datca

Der Wind ist der Hammer. Über die Hügel fräst er in die grosse Bucht hinein. Ohne Wellen, aber mit ordentlichem Dampf, mach sich der Meltemi hier breit. Kaum aus dem Hafen, Genua hoch und rauschen in Richtung Hisarönü Golf. Einfach gewaltig. Dann, von weitem sehe ich das Cost Guard Schiff zu uns abdrehen. So, haben wir nun die erste Kontrolle in türkischen Gewässern. Ich warte auf des Funk Zeichen. Bitte das VHF einschalten. Stattdessen kommen sie längsseits und ein Polizist balanciert aufs Vorschiff. Wo wir hinwollen, fragt er. Wir sagen “Sailors Paradise”, was? Nochmal, den der richtige Name der Bucht, Kocabahce Koyu, versteht er auch nicht. Nach Marmaris? Fragt er, ja, ja da gehen wir auch mal hin. Er ist zufrieden und sie drehen wieder ab. Das alles mitten in der Rauschefahrt. Kaum kommen wir näher zum Ufer, stell der Wind uhrplötzlich ab. Kein Kap, keine Insel, nichts. Einfach fertig. Segel runter und den Yanmar anwerfen. Kurzer Blick in die Karte, ja welcher Steinhaufen ist es den jetzt?

steinhaufen

Zwei, dreimal hoch und runter, bis wir den richtigen Kurs haben. Somit auch die Einfahrt zur Kocabahce Koyu. Sind wir hier richtig? Es hat so viele Buchten, das nur die Schilder der Beizen es eindeutig klären.

 Kocabahce Koyu

Wir werden empfangen und mit einer Mooringleine wird die Ulalena am Holzsteg festgemacht. Das Schild stimmt, hier sind wir richtig.

schild

Strom? Haben wir nicht. Wifi? Haben wir nicht. Aber jede menge Ruhe! Es kommt alles per Boot in diese schöne Bucht. Wir setzen uns in die gediegene Beiz und beginnen mit einem Cay. Dazu geniessen wir den Ausblick in die Bucht.

bucht

Fast wie zu Hause. Diese Gelassenheit, der Wahn. Der Kellner, Schwiegersohn, bring uns den Cay und geht gleich wieder Fischen. Kleines Missgeschick, er wirft statt nur den Köder, den ganzen Silk mit Aufrolldings raus. Blöd. Wir würden fluchen – er nimmt sein Dingi, holt die Leine und fischt weiter. Ja, hier sind wir definitiv am richtigen Ort. Der Znacht wird dann fast etwas viel. Die tischen auf wie für eine ganze Armee. Für uns, viel zu viel, aber mega fein. Als wir zahlen wollen, nichts, da wir zuerst ein Raki und ein Tee getrunken. Kein normaler Tee bekommt Gaby, es ist so ein Kraut und mit nur einem Zweig ist der Tee fertig. Auch der Koch kommt damit an der Tischt, nimmt seine Klarinette hervor und beginnt zu spielen. Es wird spät, bis sie uns endlich “gehen” lassen. Sehr, sehr heimeliger Ort. Da kommen wir sicher noch eimal hin.

PS: Diese Stege sind nichts für Gaby’s Stuhl. Wieder eingeklemmt und wieder einen Platten.

Wieder ein Dorf

Palamut war schön und doch nicht. Mal was anderes, Tschau Plalmut mit seinen glatten Beizen.

palamut

Der Wind kommt gerade rechtzeitig. Etwas Wellen dazu böiger Wind trägt uns zum Kap Inceburun. Wir geniessen das Segeln, bis kurz vor dem Kap. Tja, ein Kap ist halt immer noch ein Kap. Wellig, böig, einfach unruhig.

inceburun

Der Wind dreht sogar mit und so können wir bis vor die Stadt mit der Genua gurken. Datca soll schön sein, vor allem wollen wir aber die Möglichkeit für ein allfälliges Ausklarieren checken. Die Einfahrt ist schon in Sicht.

datca

Platz hat es genügend um die Mittagszeit. Aber auch am Abend sind wir fast alleine. Nicht mehr viel los.

alleine

Auf der anderen Seite warten die Gülets immer noch auf Kundschaft. Meistens vergebens.

gülets

Wir machen uns auf den Weg, die Stadt oder das Dorf zu erkunden. Einen Park haben wir schon von weiten gesichtet. Der Löwe gefällt uns am besten.

löwe

Der Hafen ist wirklich nett. Auch am Nordufer lässt es sich aushalten. Schöne Läden und vor allem Beizen tummeln sich am Ufer. Wir setzen uns in ein Kaffee oder besser, Teestube und bestellen einen Cay (tschai). Fein, mit einem Zucker, super gut. Es ist ein spezieller Schwarztee und schmeckt uns sehr gut. Für ein paar türkische Lira geniessen wir es zum erstmal in einem “Einheimischespunte”. Verstehen? Verstehen tun wir rein gar nichts. Merhaba, ist gerade das einzige, was wir aus den Gesprächen mitbekommen. Was Hallo heisst! Wir suchen noch einen SuperMarket und als wir einpacken und ich auf den Sack sehe. Migros! Was, das gibt es hier auch? Wir staunen nicht schlecht. Zurück beim Boot machen wir eine kurze Pause. Vor dem Znacht wollen wir aber noch kurz zum Wasserfall. Der soll gerade neben dem Hafen sein. Von einem Süsswasserteich fliesst das Wasser ins Meer. Super hoch!

wasserfall

Attraktion pur. Muss jeder gesehen haben. Ja, die Beizen darum sind wirklich nett gemacht. Was ist da wohl im Sommer los? Jetzt hat fast alles zu oder ist am auf- und zusammenräumen.

hafen datca

Hunger. Es soll ein spezielle gute Beiz direkt am Hafen haben und da wollen wir hin. Mit vereinten Kräften wuchten wir Gaby die halbrunde Treppe hoch und können die Aussicht fast nicht glauben. Sensationeller Blick über den ganzen Hafen.

ausblick

Uns gefällt’s mega gut. Und dann erst das Essen! Huhn mit Pflaumen, Lammrücken, Semifredo … ein wahres Gedicht. Die deutschen Besitzer zaubern hier wirklich in der Küche.
Eigentlich wollten wir noch bleiben, aber es zieht uns schon wieder weiter. Es werden immer mehr Termine in den Kalender eingetragen und somit ist der Kopf schon fast zu Hause. Noch etwas mehr als eine Woche und die regnerisch, kalte Schweiz hat uns wieder.

“Le jardin de Semra”

Etwas zu viel Wirbel war es in Knidos. Schön früh brechen wir auf.

knidos

Etwas Wind vom Norden, reicht aber nicht für die Segel. Wir tuckern also gegen Osten, als beim nächsten Kap plötzlich der Wind oder besser die Böen anspringen. Wow, ist das cool. Ohne Wellen und mit bis zu 18 Knoten Wind segeln wir dem Badeort Palamut entgegen. Dann das nächste Kap und hoch zum eigentlich ersten Ort in der Türkei. Fertig, einfach so stellt den Wind ab. Wir dachten schon, das könnte heikel für die Einfahrt werden. Null Wind und plötzlich sehr warm. Gaby entledigt sich uhrplötzlich von den vielen Pullovern, Jacken und Schals. Da vorne, ist schon die Mole.

palamut

Es soll nicht so tief sein, also gut aufpassen bei der Einfahrt. Zwei Meter sechzig ist das Minimum. Der Marinerio ist schon bereit und gibt uns eine Mooringleine. Danke. Viel, viel mehr interessiert er sich für unsere Windfahnensteuerung. Was ist das? Ein Motor? Nein, ein Autopilot mit Wind betrieben. Dank der Übersetzungshilfe des Nachbarn versteht er ungefähr um was es geht. Staunend geht er weiter. Alles fest und aufgeräumt, machen wir uns auf den Weg durch das Dorf. Dorf, eigentlich nicht. Es ist ein Badeort mit einer Beiz nach der andern. Sonnenschirme am Strand vorne dran. Tja, wir sind einfach zu verwöhnt durch die wunderschönen griechischen Dörfer. Hier ist alles nicht so sehr alt und der Baustiel ist erst ein paar Jahre alt.

sonnenschirme

Aber wir brauchen etwas Ruhe, hatten wir doch die letzten Tag etwas “Stress”. Jeden Tag ein neuer Platz und immer das Wetter im Auge. Jetzt in diesem geschützten Hafen können wir mal bleiben. Auch ein Beiz ist schnell gefunden. “Le jardin de Semra” zeigt sich als wahrer Glückstreffer. Wir erhalten alles was wir gerade Lust haben und dazu mit Toilette und Duschen.

semra

Wir essen uns fast zu Tode. So fein ist es. Natürlich ist nicht sehr viel los und sind wir fast Privatgäste. Das Restaurant ist wunderschön renoviert worden und war einmal ein Zollhaus. Jetzt mit dem schönen Garten, der netten Einrichtung, ein wahres Bijou.

bjou

Am nächsten Tag machen wir, endlich, einen längeren Marsch durch das hintere Dorf. Da sind sie also, die Einheimischen. Wir grüssen und werden neugierig ausgefragt. Auch unsere erste Moschee besuchen wir. Leider geschlossen.

moschee

Von hier kommen also jeden Morgen um sechs die Gebete. Dann ist ja Heute noch Waschtag. Alles in den Sack und ab zu Dusche. Gaby kann’s kaum erwarten. Draussen, also hinten im Garten ist die Dusche eingerichtet.

vor der dusche

Nicht allzu gross, aber das spielt überhaupt keine Rolle. Wir haben Zeit und geniessen die erste richtige Süsswasserdusche seit mehr als einer Woche.

dusche

Am Abend werden wir wieder aufs Beste umsorgt. Ein Fisch hat sie heute für uns. Ein Red Mullet. Mit Salat, goldig!
Was macht eigentlich das Wetter? Eine Front sollte schon lange kommen. Tut sie aber nicht. Oder doch, Morgen soll’s so weit sein. Regen! Regen, was ist das schon wieder? Auf jeden Fall bleiben wir noch eine Nacht. Tatsächlich, um sieben Uhr kriegen wir ein paar Tropfen ab. Nicht einmal das Boot wurde nass, geschweige denn sauber.

regen

Und schon ist es vorbei. Fast wie in der Schweiz 😉 Wir warten noch ein paar Minuten und machen uns dann fertig zum Auslaufen. Danke Samra für den schönen Aufenthalt und übrigens Palamut hiesst Bonito, währe auch mal ein feiner Fisch.

Ali

11.1 Knoten Westwind notiere ich in der Marina von Körmen. Das ist etwas viel! Kommen wir da doch nicht so locker ums Eck? Mooring los, oder besser zuerst unsere Zusatzleine entfernen und ablegen.

körmen

Kaum sind wir etwas weiter draussen, pendelt sind der Wind auf acht bis neun ein. Ja, das geht doch.

kap

Der Wind nimmt aber immer mehr ab und am Schluss ist fast Windstille am Kap. Die beiden Durchfahrten passieren wir auch ohne Probleme und so sehen wir schon bald den einmalig, schönen Leuchtturm von Knidos.

leuchtturm

Schon sehr, sehr imposant. Gaby freut’s!

gabys turm

Wir sind schon bald da. Schon fast Hektik. Die Einfahrt zum alten Hafen ist nicht zu unterschätzen. Felsblöcke auf beiden Seiten. Ist aber bei dem Wetter gut zu sehen. Als wir den Steg sehen, können wir es gar nicht glauben. Leer! Ist da was faul? Wir kommen näher und der Marinerio winkt uns schon. Super und auf einer Tiefe von eins neuzig machen wir fest.

steg

Ist den gar keiner mehr unterwegs? Oder kommen die noch alle? Wir werden sehen.

leere bucht

Kurze Info von Ali, ja die Ausgrabungen haben offen bis fünf Uhr und zum Leuchtturm musst du einfach den Stromleitung nach gehen. Danke. Zurück bei Gaby, ich muss leider alleine zum Turm. Sie legt sind hin uns ich rase zum schönen Leuchtturm hoch. Schon ein Geissenweg mit vielen Büschen die kratzen. Die Aussicht auf Tilos – wow!

tilos

Und hier unten sind die Ausgrabungen und dahinter die Bucht mit unserem Steg.

ausgrabungen + steg

Ich hole Gaby und dann machen wir uns auf für die Kultur. Leider kann sie nicht überall hinrollen und so muss ich, immer ich, rumturnen und die alte Stadt oder den alten Hafen anschauen. Ihr zeige ich die Bilder. Schon verrückt, was hier einmal gestanden haben soll und vor allem wie wichtig das Ganze hier war. Strategischer Punkt im Altertum.

ausgrabungen

Dann kommen sie in Scharen. Der Steg ist bald rappelvoll und in der Bucht ankern ein duzend weiter Segler. Längsseits will scheinbar keiner. Die meisten sind Charter und haben ganz, ganz andere Vorstellungen vom Segeln. Wie setzen uns in die Beiz und bekommen von Ali einen Leerfish. Megafein. Leider unterhalten sich einige Schweizer dermassen laut, das die ganze Beiz diesem “Kätsch” mithören muss. Schade, denn diese ist wirklich ein fast magischer Ort und dazu wunderschön. Wir hauen uns früh ins Bett und können immer noch nicht recht glauben, das wir hier einen Platz gefunden haben.

Schutzhafen

Wecker gestellt, ring, ring, aufstehen. Halb sieben und immer noch dunkel. Alles bereit machen, ins Dingi hopsen, das Wasser ist schon etwas kalt, Leine holen und s’Dingi auf’s Vordeck packen. Leinen los und weg sind wir von Küfre Koyu. Die Sonne ist immer noch am schlafen, taucht aber bald auf. Da ist sie ja schon.

sonnenaufgang

Mit Rückenwind, der Wetterbericht hatte recht, rauschen wir der Küste entlang und geniessen die einmalige Stimmung.

stimmung

Mal mehr mal weniger Wind von Hinten, schiebt er uns ums Kap Ince Burnu. Segel runter und alle Fender, Leinen raus. Brauchen wir den Anker? Laut Hafenführer schon. Schalter beim Steuerrand anschliessen und Anker bereit machen. Der Schutzhafen Körmen kann kommen.

körmen mole

Baustelle, Schwimmstege werden gerade montiert. Der Steg ist aber bereit und Moorlingleinen werden uns geboten. Der Wind ist etwas zu böig und so legen wir zuerst längsseits an. Heck fest und zeihen an der kleinen Mooring-Pilot-Leine. Meine Fenderleinen sind ja dicker. Aber das war’s! Wo ist die richtige Leine? Viel zu kurz. Der Marinerio zuckt nur mit den Achseln. Hält schon. Hält sicher nicht. Hole eine Leine und ziehe die Badehose an. Halt, halt. Sie haben einen Taucher, der kommt gleich. Der Wind zickt herum und wir landen fast an der Mole. Ich muss es jetzt machen, sonst passiert’s gleich. Der Taucher kommt mit dem Dingi. Der Motor steigt mitten in der Marina aus. Rudern. Derweil hüpfe ich ins Wasser und mache bei der Hauptmooringleine unsere fest. Ein Helfer ist auf Deck und hilft mir. Gemacht. Jetzt können wir endlich eindampfen und das hält jetzt. Der Taucher zeigt mir seine Leine und lacht. Alles Okay? Jap! Pause, oder fast. Wir schauen während dem Zmittag den Arbeiten zu. Heute ist doch Samstag? Hier wohl nicht.

schafen am samstag

Hier soll einen neue D-Marina entstehen. Nächstes Jahr soll sie endlich fertig sein. Wasser und Strom bekommen wir schon. Auch die Rechnung haben sie schon jetzt im griff. “Märten” bringt nichts, wir bezahlen voll. Was hat es den hier? Nichts. Es gibt eine Fähre nach Bodrum und sonst zwei Beizen und ein paar Häuser. Für eine Nacht reicht’s. Wir machen uns auf den Weg. Wohin? Es gibt nur eine Strasse, die führt nach Datca. Nach ein paar Metern drehen wir um und setzen uns in die eine Beiz. Super netter Beizer, bringt uns Nescafe-Xtra-Drink und ein feines Bier. Wir laufen noch etwas durch die Baustelle. Das wird mal gar nicht so schlecht hier.

jetty

Und übrigens, warum immer einen Anker kaufen, selbst ist der Mann! Schweissen kann doch jeder 😉

anker

Am Abend gesellen wir uns noch zum Beizer, der uns feine Hackbällchen und Hühnerflügel macht. Mehr braucht man nicht. Ein paar Stühle und Tische, eine Blache darüber und fertig. Mal was anderes. Eine Familie setzt siche neben uns. Der Kleine am Spielen mit dem Händi, der Vater am lesen im Händi und die Mutter am telefonieren. Was für eine neue Generation, denken wir. Als sie gehen werden wir überrascht, oder viel mehr Gaby. Sie kriegt mal wieder einen Abschiedskuss von dem kleinen Charmeur. Er hat ein T-Shirt mit aufgemalter Fliege.
Was macht das Wetter? Morgen wollen wir ja ums berühmt und gefürchtet Kap Deveboynu Burnu. Wenn der Wind richtig bläst, unpassierbar, sogar gefährlich. Aber der Bericht ist sehr gut um nach Knidos zu segeln. Um acht wollen wir spätestens los.

Hängebrücke

Wir verlassen die wunderschöne, etwas überfüllte Bucht von Degirem Bükü, wo auch der berühmte Seitenarm “English Harbour” ist, in Richtung “Ausgang” des Gökova Golfes. Wir motoren der Küste entlang und werden fast etwas fahrlässig. Bei der Gefahrentonne beim Kap Koyun kürzen wir einfach ab. Die Karte sieht gut aus. Fünfzig Meter sollten doch reichen, aber wir landen kurzzeitig bei 5.4 m! Kurzer Schreck, dann geht’s weiter. In die Karte machen wir ein grosses Kreuz. Schon bald erreichen wir die Inselgruppe von Yediadalar. Dort hinten ganz versteckt soll es eine wunderschöne und geschützte Bucht geben. Küfre Koyu hat sogar ein paar Bojen und daneben eine Beiz. Schauen wir mal. Da ist sie ja. Einer ist schon an der Boje.

küfre einfahrt

Der Wirt kommt mit dem Dingi angerauscht und hilft uns beim Anlegen. Ganz schön nah am Ufer. Er sagt aber nur, kein Problem. Und da sitzen wir. Keine zehn Meter vom Kiesstrand entfernt. Cooler Platz, aber wie kommen wir an Land? Unser Dingi aufblasen? Wir bestellen das Taxi für halb Sechs.

cooler platz

Es beisst uns aber trotzdem und da wir hier für zwei Tage bleiben wollen, puste ich unser Schlauch auf. Alles rein und ab geht’s zum “Spunte”. Aber oha, der Fluss hat ganz schön gearbeitet. Fast ein ausgewachsenes Riff versperrt uns den Weg. Links herum geht’s. Fest! Paddel raus. Gaby sitzt zum Glück darauf. Würg. Wir sind wieder frei. Er ist da doch auch durchgekommen? Ganz nah am Ufer entlang. Die Steine können wir fast berühren. Super, da geht’s, aber nicht weit. Wir bleiben an einem Rohr hängen. Hmm, da kommen wir bei Nacht nie und nimmer wieder raus. Also retour und am kleinen Steg neben der Ulalena machen wir das Dingi fest. Alles raus und holper, holper rauf und runter. Brücke, eine Hängebrücke. Alles absteigen. Gaby rüberwuchten und ablegen. Stuhl mit Rucksack holen und alles wieder einsteigen. Uff!

hängebrücke

Dann ein schöner Weg zur Beiz. Da sehen wir unser Bojennachbar, er fährt mit dem Dinge rechts herum. Da sieht es gut aus. Aber auch da, er muss rudern bis zum Steg vor der Beiz.

beizweg

Wir sind angekommen. Durstig. Der Wirt fragt nur, warum seid ihr jetzt schon hier. Ich hätte doch euch abgeholt. Kein Problem. Aber er will uns nach dem Essen nach Hause bringen. Danke. Die Beiz “Seven Island” ist wirklich schön gelegen. Unter Bäumen mitten im Garten der Familie. Alles kommt von dort, ausser den Fischen und dem Fleisch natürlich. Wir setzten uns hin und geniessen den Ausblick auf die Bucht.

seven island

Nach einem feinen Bier und Orangensaft, schauen wir uns kurz das Wetter und die eMails an. Ja genau, hier in der hintersten Bucht hat es gratis Wifi! Verrückte Welt. Dann suchen wir was für’s Znacht aus. Vor lauter Hunger bestellen wir natürlich viel zu viel. Jogurt mit Kräuter, Fava, Randen, gefüllte Pilze und und und. Ein Gedicht! Dann bricht Hektik aus, wo ist der Wirt? Sein Motor springt nicht an und er sollte noch die anderen Bojenlieger zum Znacht abholen. Endlich kommt er wieder, muss sich aber entschuldigen. Er kann uns nicht nach Hause fahren. Kein Problem. Wir verabschieden uns und machen gleich eine Zeit für Morgen aus. Fünf Uhr, wenn das Ding wieder laufen soll. Wir holpern ab. Der Weg ist mit Lampen beleuchtet und so finden wir ganz leicht die Brücke. Absteigen, über die schwankende Bretter der Brücke, hat die schon immer so gewackelt oder ist es Gaby, den steilen Weg hoch und Gaby am Port hinsetzen. Stuhl und Rucksack rüberwuchten, einsteigen und dem Strand entlang zum Dingi. Alles verpacken und abstossen. Natürlich in die falsche Richtung, ich sollte den Griff des Motors mal anschreiben, die paar Meter zur Ulalena. Alles raus, aufschliessen und am Schluss Gaby ins Cockpit wuchten. Dann ab auf’s WC. Uff. Glücklich und zufrieden, räume ich die Sachen noch kurz auf und dann verkriechen wir uns ins Bett. Lesen, lesen, lesen. Es ist ja erst halb Neun 😉

Diese Ruhe am Morgen! Wollen wir schon aufstehen? Ja, ja. Es hat einen Super Weg, nicht für den Stuhl, aber zu Fuss will ich ihn rauf. Ich will auch mit! Sagt Gaby. Tja, dann musst du auf den Rücken. Mit dem Babywickeltuch testen wir auf dem Schiff zuerst die richtige Schnürung, das sollte gehen. Alles ins Dingi laden und zu unserem kleinen Steg. Anbinden, aufsitzen und ab geht’s den steilen Weg hoch. Gaby sitz locker im Tuch und meine Beine merken schon bald das Gewicht. Pause! Aussicht über die Yediadalar bestaunen.

yediadalar

Einfach nur gewaltig und es entschädigt mehr als nur! Schöner Platz, wunderschöner Platz hier. Wir geniessen es in vollen Zügen.

pause

Da oben links waren wir. Hier noch unsere Büx an der Boje mit Heckleine.

büx

Pünktlich kommt der Wirt angerauscht. Einsteigen und rechts um den Sumpf. Er kennt den Weg, aber am Schluss muss er auch aussteigen und schieben. Am Steg angelangt, wir sitzen auf Grund, können wir locker Aussteigen und zur Beiz “gwagglen”. Danke. Aber am Abend müssen wir dann von der anderen Seite weg. Wir setzen uns in die Beiz und bestellen uns Pfeffersteaks! Sie schauen uns alle mit Fragezeichen an. Haben wir was falsches bestellt? Nein, nein machen wir. Er hätte in einem Steakhouse gebrutzelt. Sehr gut, fantastisches Fleisch bekommen wir serviert. Richtig goldig! Gaby ist es fast ein wenig zu scharf. Hust, hust. Nach einen feinen türkischen Kaffee, fährt er uns zur Ulalena zurück. Danke, danke für die Zeit und das feine Essen.

Morgen, morgen geht’s weiter der Südküste des Gökova-Golfes entlang. Des Wetter soll uns dann dahin stossen. Mal sehen. Wir rätseln auf dem Boot nur noch, wie wir die Landleine am frühen Morgen einziehen sollen? Dingi? Schwimmen? Oder am Abend schon lösen? Wir schlafen mal drüber.

Schon wieder ihr!

Zehn Meilen und trotzdem sammle ich die Feder ein und packe sie in die Backskiste. Wind, kein Wind, Wind. Wir motoren zur nächsten Bucht, Beiz, Steg. Von Akbük bis in die grosse, verwinkelte Bucht von Degirmen Bükü ist es wirklich nicht weit. Aber es ist irgendwie total anders. Überall hat es kleine Buchten und Seitenarme um sich zu verstecken. Anker und Landleine reichen für einen Super sicheren Platz.

degirmen

Wir wollen in die Okluk Bucht, Arm und an den Steg von Kaptan. Vorbei an der Kopie der kleinen Meerjungfrau. Sieht doch toll aus! Mit dem Lei.

meerjungfrau

Daneben hat sich der Weltumsegler Sadun Boro verewigt. “Hebt der Umwelt sorg!” Da ist schon unser Steg.

kaptan

Wir sind nicht alleine. Die Bucht ist übervoll und das Anfangs Oktober. Wie es hier wohl im Sommer aussieht?

steg voll

Wow, ist das schön hier. Es erinnert uns an Lostovo mit seinen Buchten. Kurz für ein Bier in die Beiz und mit Wifi die neusten Wetterdaten holen.

beiz

Dann müssen wir wieder einmal die Füsse vertreten. Töff anschnallen und schon holpern wir dem Waldweg entlang. Leider hört das geholper nicht auf und wir drehen vor dem Dorf Karacasögüt um. Zuhinterst auf eine Steg in der Bucht schauen wir noch der Sonne zu, als ein Gulet-Sailor uns von seiner Arbeit und seinem bevorstehenden Militärdienst erzählt. Zum Schluss Küsst er Gaby ab. Schon wieder nur sie 😉

sonne

Zum Znacht gibt es wieder einmal Fisch. Einen Seebrasse lassen wir uns auf dem Grill hauen. Dazu Bohnen, Tintenfischsalat und Käserollen. Fein, fein. Wunderschöner Platz hier und trotz der vollen Bucht, kommen nicht viele zum Essen hier an den Steg. Uns passt’s!

PS: Zum dritten Mal haben wir eine Zweiercrew getroffen. Schon wieder ihr, haben uns aber köstlich unterhalten.