back soon …

Wir haben gerade ein paar Gäste an Bord und die wollen was erleben. Somit hatten wir leider keine Zeit für Updates. Aber auch das Wetter ist jeden Tag weit über 30° und somit verbringen wir den Tag im Wasser oder in der kühlen Beiz …. Montag sind wir zurück.

Nur auf Durchreise

27.06.17, Dienstag, 5:55h, 22.7°, NW 2.6, 1013 hPa notiere ich ins Logbuch. Wir laufen aus dem Hafen von Catania aus. Alles scheint noch zu schlafen. Ausser einer Fähre, sie legt fast zeitgleich ab. Kaum ums Eck sehe ich was, was ich fast nicht glauben kann. Ein kleiner Schwertfisch springt aus dem Wasser! Wart, wart, so schnell bin ich nicht mit dem Foto. Gewaltig! Da kommt schon das Reservat um dei Ciclopi. Dieser Vulkankegel hat’s wirklich in sich.

vulkankegel

So motoren wir weiter der sizilianischen Küsten entlang in Richtung Norden. Wind hat’s einfach nicht. Was ist den das für ein Wetterbericht?

kein wind

Dafür gib es mehr als einen halben Knoten Strömung, der uns ans Festland drückt. Nehmen wir auch. Heute haben wir ja fast fünfzig Meilen auf der Logge und auch Wind kommt noch. Sieben bis zehn Knoten reichen fast zu Segeln. Aber es geht einfacher und so erreichen wir nach drei Uhr die Durchreisestadt Reggio. Das ist ja gar nicht die Hafeneinfahrt, es ist der Bahnhof, erkenne ich erst mit dem Feldstecher. Rum sind wir und die Stege sind nicht mehr da. Diesel, ruft einer. Nein, einen Platz für eine Nacht. Da, da hinten sind die Stege jetzt.

reggio hafen

Der Marinerio hilft uns beim Festmachen und so können wir mal durchschnaufen. Die erste Etappe durch die Strasse von Messina ist also geschafft.

marina von reggio

Schön ist es hier nicht, aber sehr praktisch. Zwar etwas teuer und auch die lässigen Fähren tragen auch nicht zur Ruhe bei. Was soll’s, morgen geht’s weiter. Wir machen uns auf, die Stadt trotzdem anzuschauen. Man weiss ja nie. Und tatsächlich, die Promenade ist wirklich schön. Zum flanieren ohne Ende.

promenade

Auch Kunst kommt hier nicht zu kurz.

kunst

Wir setzen uns in ein Kaffe und schlürfen einen Granita. So etwas wie farbigen Schnee, also Sorbet. Ist gut und tut gut. Weiter wollen wir die Füssgängerzone anschauen. Cool! Wirklich schön gemacht und eine Dom haben sie auch noch.

dom von reggio

Ja, wir sind wirklich überrascht von dieser Stadt. Hätten wir nicht gedacht, das wir hier so was finden. Fast wie in Korinth, als Durchgang gedacht und schön positiv überrascht worden.
Leider hat Gaby immer noch einen sehr, sehr steifen Hals und kann ihren Kopf fast nicht mehr halten. Wir verzeihen uns auf Boot und essen was kleines. Morgen, morgen geht’s dann los. Wann eigentlich? Ebbe, also kein Storm ist um 11:45h, wir brauchen etwa eine Stunde bis zur kritischen Stelle. Neuen Uhr sollte passen. Wetter, Wind, Strömung sollte sind ideal … die Strasse, die wir ja schon von oben gesehen haben, kann kommen.

Lava

An diesem wunderschönen Samstag verlassen wir nun unser geliebtes Siracusa.

marina siracusa

Tschau Luigi, danke für deine Freundlichkeit! So steuern wir kurz nach acht unseren Kahn am Kastell vorbei.

kastell

Motoren, kein Wind. Oder doch? Kurz vor mittag kommt eine kleine Brise auf und die füllt unsere Segel, also macht ein gediegenes Segeln möglich. Genial. Schon bald erkennen wir die Hauptattraktion von Catania. Einen Berg namens Ätna. Fast dreitausend Meter überragt er die Stadt und das Meer.

vesuv

Im grossen, langen Hafen von Catania sehen wir das erste Hochzeitspaar. Auf dieser “schönen” Maur posieren.

posieren

Nachher auf dem Hauptplatz sind es dann noch drei weitere, die sich um den Elefant balgen. Wer darf zuerst und wer hat noch nicht. Cooles Schauspiel. Wir kommen uns etwas Unterdresst vor 😉

Eine Marina finden wir auch noch. Es hat ja nur deren vier. Die hinterste, ruhigste und billigste nehmen wir. Aber NIC hat einen gewaltigen Nachtteil, wir müssen zehn Minuten länger über die Lavakopfsteinpflastersteine holpern. Gaby bekommt vor lauter Gehopler einen steifen Hals. Aber sonst ganz nett hier und die Leute überaus freundlich und helfen wo es geht. Einen Platz bekommen wir geradewegs neben dem neuen Schiff vom ex. Hanse-Chef. Gewaltiges Teil!

guter platz

Alles anschnallen und schon geht das Geholper los. Schwarz und grob, diese Lavabrocken.

lavabrocken

Quer durch den Hafen und über eine verstopfte Strasse, finden wir das grosse Eingangstor auf den Hauptplatz. Tausende von Leuten und eben auch die drei Hochzeiten. Wir setzen uns auf, neben den lachenden Elefanten der einen Obelisken trägt und schauen minutenlang dem Treiben zu. Der Dom ist gleich neben an und in diesem Licht gewaltig.

dom

Und von vorne mit dem Stadttor.

dom und tor

Auch ist noch ein Konzert auf dem Universitätsplatz angesagt. So strömen noch mehr Leute in die Stadt. Wir haben eigentlich nur Hunger und nach den über dreissig Meilen auch was verdient. So suchen und finden wir in einer Nebengasse ein Schmuckstück. In diesem Raum hat es alles, Bilder, Fresken, Souvenirs, Schmuck, Verzierungen und vieles, vieles mehr. Wer einen Tisch will, muss kurz warten. Die Weinflaschen, Gemüse und Gläser müssen abgeräumt werden. Wir verzeihen uns in eine Ecke und lassen uns ein mega feines Risotto und Muscheln kommen. Das Essen wird immer besser. Geht den das überhaupt noch? Auf jeden Fall ist es eine Beiz wie man sie sich in Italien vorstellt. Noch einen feinen Espresso bevor der Bauch platzt und schon rattern wir wieder über die Lava zurück zum Hafen.

Gut geschlafen und die Jungen sind auch schon auf. Mitten im Hafen gibt es Training im Opti.

opti

Kurz auf die Mauer …

mauer

… und wieder ab in die Stadt. Wieder müssen wir lachen über den witzigen Elefant. Wer auch immer diese Idee hatte, cool.

elefant

Heute mit etwas weniger Leuten. Die grosse Einkaufstrasse mit dem Berg, machen wir dann Morgen.

einkaufsstrasse

Wir suchen erst einmal das grosse römische Theater, das ganz in der Nähe sein soll und ganz eindrücklich mitten oder besser, unter den Häusern steht. Hier müsste es sein, doch wir laufen daran vorbei und entdecken es erst beim zweiten mal. Diese Fassaden sehen alle gleich aus. Schwarz. Doch die Suche lohnt sich, gewaltiges Stück Geschichte.

theater

Es wird auch noch aktiv benützt. Eigentlich schade, das nicht gerade was läuft. Eine kurze Erfrischung auf dem Domplatz und dann wollen wir zum Strand, also Meer. Laufen, holpern, und nochmals holpern. So kommen wir zum Bahnhof, das Meer, der Strand gleich dahinter. Aber nur durch eine Unterführung zu erreichen und nichts für uns. Dabei entdecken wir aber einen wunderschönen Brunnen mitten auf dem Bahnhofplatz.

brunnen

So bummeln wir noch etwas durch die Gassen und bestaunen den etwas düsteren Barockstiel.

barock

Pause. Holper, holper zurück zur Ulalena. Zum Znacht, wir haben eine schöne Beiz am Mittag gesehen, wollen wir mal etwas Fisch essen. Eine kleine Futti di Mare Vorspeise für eine Person und dann einen feinen Fisch für zwei. Unser kleiner Tisch hat nicht genug Platz für all die Teller. Beim zweiten winken wir ab, doch, doch der gehört auch zur Vorspeise und zwei weitere kommen noch dazu. Der Wahnsinn. Was hast du da nur bestellt? Fragt Gaby. Tja und was das wohl kosten wird. Einen Teller mit Tintenfisch, Muscheln und Krabben. Dann einen Teller mit frittierten Kalamari, Tunfischmousse und noch ein Teller mit rohem Fisch und Krabben. Dazu noch eine Auster. Es schmeckt einfach gewaltig, für mich. Gaby beisst sich durch und probiert wacker. Das ist sooooo fein, das kann man einfach nicht stehen lassen. Dann kommt noch der Fisch. Wenn der auch so gross ist, kündige ich. Schön fein und zart kommt daher. Zum Glück haben wir noch etwas Bewegung bis wir im Bett sind, sonst würden wir sicher platzen. Il conto? Ja, ich packe schon mal die Brille aus – €42.-! Was, wir können das gar nicht glauben. All das Getier vom feinsten zu diesem Preis!
Schon wieder Montag und an diesem 26. Juni wollten wir eigentlich los. Hinüber nach Kalabrien. Aber der Wind ist noch etwas ruppig und so hängen wir noch einen Tag an. Bezahlen beim Capitano und rollen wieder zum Hauptplatz. Weiter der dell’Ethna entlang. Halt, was war das? Ein Markt. Gehen wir schauen. Etwas Früchte brauchen wir noch.

markt

Staunen, ja wir können wirklich nur staunen. Was es hier alles zu kaufen gibt. Wahnsinn. Mitten in der Stadt reihen sich die Stände an Stände und jeder will natürlich was verkaufen. Da, da Feigen. Mega fein. Dazu noch ein paar Kirschen und Gurken. Die Laute, so eifrig sie auch bei der Sache sind, für uns schieben und drücken sie alles weg, damit wir durchkommen. So staunen wir weiter und verlassen diesen Ameisenhaufen. Gleich gegenüber ist der schön angelegt Bellini-Park, den eigentlichen Grund, das wir hier gelandet sind. Das war nicht zu erwarten, gewaltig. Diese vielen Bäume, Büsche, Wiesen, dazu Spielplätze. Super!

bellini garten

Es wird immer wärmer und so holpern wir wieder zur Ulalena zurück. Ausruhen und für Gaby entkrampfen. Ich schreibe noch etwas an unseren Erlebnissen. Wettercheck für Morgen, perfekt und mit einer feinen Pizza verabschieden wir uns von diesem schwarzen Gehopler. Morgen geht’s dann wieder einmal zurück ans Festland.

Weiter geht’s …

Mittwoch, 21. Juni und wir stehen wieder auf dem Flughafen. Danke für das Taxi Jasmin und auch Dani, für den Abschied. Kurz einchecken und schon bald geht der Flieger. Über Köln geht’s zurück nach Catania. Alles Gepäck und der Stuhl mit Töff kommt wohlbehalten an und so machen wir uns auf die Suche nach einem Taxi. Der letzte hat uns mit seinen € 100.- sicher übers Ohr gehauen. Diesmal lassen wir den Meter laufen. Schlechte Idee! Vor unserer Marina stoppt das Ding erst bei € 145.- Uuuu, teuer. Alles aussteigen und die letzten paar Meter zur Ulalena holpern. Öffnen und alles einladen. Hmm, alle Stromsäulen sind dunkel. Im Schiff stink’s! Was ist da los. Kühlschrank ist aus. Super! Batterieanzeige ist auf 38%. Das gibt es doch gar nicht. War den gar keine Sonne in den letzten Wochen? Kein Strom, Batterien leer – komm wir drehen wieder um. Wir machen rechts um kehrt und gehen in einen nahegelegene Pizzeria und rätseln über unsere “Probleme”. Dabei sind wir ja überglücklich, das wir wieder heile angekommen sind.

Am nächsten Morgen sieht wieder alles anders aus. Der Fehler, der Plusleiter am Solarlader war einfach ab und beim Nachbar erhalten wir den dringend benötigten Strom. Volle Kanne, mit 99 Ampere jagt der Lader fast die Batterien in die Luft. Den Kühlschrank räumen wir auch noch kurz auf. Alles wegschmeissen, ausser dem Bier ist das Verderbliche schon fast etwas gräulich. Dann ab auf den Markt und neue Sachen einkaufen. Mega feinen Pistazienkäse, Mozzarella und ein feines Brot. Dazu viel Früchte und Gemüse. Da lacht das Herz wieder! Zurück zur Ulalena und den wieder kühlen Schrank einfüllen. Nach einer kurzen Pause, nehmen wir die Erkundung dieser wunderschönen Stadt wieder in Angriff. Rundum wollen wir Heute und durchstreifen den Park kurz vor dem Brunnen. Die Bäume sind schon einmalig.

bäume

Weiter dem schönen Weg hoch zum Brunnen.

spazierweg

Dann der berühmte Fontana Aretusa Brunnen. Die Quelle hat mal fast die ganze Stadt versorgt und sprudelt heute noch gutes Wasser.

 Fontana Aretusa

Das Kastell am südlich Ende hat schon zu und kommt morgen als ersten Posten dran. Auf der Ostseite sind es einfach die Häuser die beeindrucken.

häuser von siracusa

Die sehen schon etwas verfallen aus, haben aber einen grossen Scharm.

scharm

Die Altstadt, die ja Ortygia heisst, ist umrundet und bei den Brücken, das war ja früher alles Schützengraben, ist ja unsere Marina.

brücken von siracusa

So genug gestossen. Nur noch kurz auf die PortPolice und das Empfangsschreiben abholen. Kurze Sache mit vielen Auflagen. Danke, werden wir genauso so machen. Grosse Pause und endlich die Anschlüsse des Solarladers genau überprüfen und anziehen. Alles Funktioniert wieder. Am Abend feiern wir die Rückkehr. In einem kleinen Restaurant mitten in der Altstadt, entdecken wir ein wirklichen Juwel! Super nette Leute und ein alter Lagerraum wurde genial ausgebaut. Das Essen – ein Gedicht!
Schon der letzte Tag in dieser grandiosen Stadt. Über die Brücke und der Hauptstrasse in die Stadt.

hauptstrasse

Am Apollo-Tempel, der mitten in der Stadt geöffnet wurde, vorbei zum Dom.

apollo tempel

Zuerst aber noch am schönen Brunnen auf der Piazza Archimede vorbei.

archimede

Und da steht der Dom, der ja eigentlich auf dem Tempel der Athene auf- und überbaut worden war. Vor unserer Abreise haben wir ihn nur kurz bestaunt, jetzt wollen wir ihn auch von innen sehen.

domplatz

Wunderschön und eindrücklich. Die alten Tempelsäulen sind immer noch sichtbar. Durch die engen, kühlen Gassen geht’s nun zum Kastell. Eintritt? Gratis. Der Eingang sieht schon mal gut aus.

kastell

Leider ist die Hauptaustellung noch in Renovation und so hat es zwei kleinere die wir uns anschauen. Es zeigt die eindrückliche Historie dieser einst mächtigen Stadt. Ein wirklicher Gegenspieler von Athen oder sogar mächtiger. Aber erstaunlicherweise beide von Griechen gegründet. Aussenrum rollen wir dem Verteidigungsring zu.

mausern

Die Aussicht ist leider nicht so gewaltig, vor allem die kleinen sehen fast gar nicht. Den Leuchtturm aber schon.

leuchtturm

Gaby schaut sich andere Tunnels an. Diese Gewölbe, einst Munitionslager, sind schon beeindruckend.

tunnel

Als wir zurück zum Boot gehen, wollen wir uns noch einen Smoothy machen lassen. In einer Bar schütten sie alle Früchte zusammen die sie haben und bereiten einen überaus feinen Drink zu. Haben wir verdient, oder? Dann treffen wir endlich Luigi. Er hat gebastelt und den Steg auf unsere Seite weiter ausgebaut. Gewaltig! Danke, und danke für alles!

laufplanke

Auch die Stromversorgung ist wieder geflickt. Ein neues, dickes Kabel wurde eingezogen. Den Motor schaue ich mir noch kurz an und auch die Backskiste muss wieder eingebaut und aufgeräumt werden. Alles einwandfrei. Am Abend gehen wir nochmals ins Scialai und lassen uns verwöhnen. Gaby mag wieder essen und auch das Sprechen geht einigermassen ohne schmerzen. Diese Stadt haben wir wirklich ins Herz geschlossen. Super nette Menschen, wunderschöne Stadt und das Essen erst? Wir kommen wieder 😉 Ich glaube fast, das wir die ganze Tour nochmals machen müssen. Wir sind ja noch jung!

Wo ist der nächste Flughafen

Gut geschlafen in der Marina von Marzamemi und schon zeihen wir bereits am nächsten Tag weiter.

marzamemi

Der Wind ist immer noch etwas von Süden und hilft uns nach Siracusa zu gelangen. Das markante, schnittige Kap Murro di Porco im Naturschutzgebiet haben wir bald erreicht.

murro di porco

Dann dreht der Wind. Nord! Hmm, ist ja nicht mehr weit. Die drei Meilen sollten doch zu schaffen sein. Gaby geht es nicht so blendend. Sie hat wieder mal eine Schmerzattake im Gesicht und so wir die Einfahrt in die grosse Bucht von Siracusa etwas umständlich. Der südliche Punkt ist geschafft. Roter Turm.

südpunkt

Und in der Ferne kommt auch die Stadt immer näher.

stadt siracusa

Geschafft. Die Wellen, der Wind und die Schmerzen lassen fast schlagartig nach. Was für eine Stadt, der wir nun entlangfahren in Richtung Marina auf der Südseite.

südseite

Bis zur Office müssen wir fahren, bis uns ein Marinerio sieht. Der Kanal für den Funk haben sie nirgends angeschlagen. Was soll’s. Wir kriegen einen guten Platz und werden gut belegt. Danke Luigi!

festgemacht

Gaby schluckt noch mehr Medis und langsam lässt das Ganze gezucke nach. Alles anschnallen und ab geht’s in die Stadt. Was ist den das für ein Vogel?

sea shepherd

Nachher finden wir raus, das die Sea Shepherd eine Aktion im Naturschutzgebiet vor Siracusa am laufen haben. Cooles Teil. Wir setzen uns in eine Aperobar und besprechen die Situation von Gaby. Was machen wir? Morgen sehen wir weiter. Jetzt gehen wir mal was essen und setzen uns in eine gute Beiz in einer netten Gasse. Muscheln und Gnoggi kommen, Gaby kann aber leider nicht viel essen. Sch …. Frustriert machen wir uns auf dem Heimweg.

by nacht

Am nächsten Morgen sind wir schon früh auf. Gaby hat ganz schlecht geschlafen. Schreiben eMails und beraten uns mit dem Hausdoktor. Wie weiter. Ein neues Medi währe nicht schlecht. Also rennen wir zur nächsten Apotheke und halten ihnen das Rezept per Compi unter die Nase. Ja, kein Problem. Haben wir. Können sie uns noch das Rezept per eMail zukommen lassen? Natürlich. Das ging ja prompt. Zurück auf dem Boot sehen wir die neuste Erweiterung. Luigi hat den Steg verbreitert, damit Gaby nicht immer absteigen muss. Danke!

stegverbreiterung

Gaby macht Pause und wartet bis die Medis endlich wirken. Wollen wir, sollen wir nach Hause? Schmerzen und vor allem das fehlende Essen. Ich mache mich daran, den kaputten Helmstock herauszutrennen. Damit wir ihn endlich bestellen können. Alles raus und rein ins Vergnügen. Der Winkelschleifer hilft da nicht viel weiter, also muss es der “Fein” richten. Eine Seite habe ich schon bald. Mir fallen fast die Hände ab. Dazu noch die Hitze. Doch der Autopilot brauchen wir unbedingt.
Übrigens offiziell eingereist sind wir auch. Fast, nur noch nichts schriftliches. Am Morgen waren wir schon mal bei der Ausländerpolizei und die haben uns kontrolliert. Was? Einen Zettel braucht Ihr? Ja warum nicht, wir brauchen ja was zum vorzeigen. Das bekommt ihr nicht von uns. Also weiter zur PortPolice. Ja könnt ihr haben, wann reist ihr ab? In ein paar Tagen. Gut, dann kommt einen Tag vorher vorbei, dann bekommt ihr euer “COSTITUTO IN ARRIVO PER NAVIGLIO DA DIPORTO”. Okay. So watscheln wir wieder ab.

Die Ereignisse überschlagen sich. Wir kommen nach Hause. Innerhalb von 10 Minuten haben wir den Flug, OneWay, gebucht und informieren unsere Familien. Heute ist Dienstag der 13. Juni und der Flug geht schon um 13:00 Uhr ab Catania.
Zum Glück gibt uns der Marinerio, Luigi, grünes Licht, damit wir die Ulalena für ein paar Tage hier lassen dürfen und sein Chef gibt uns sogar noch einen “zünftigen” Rabatt! Danke vielmal! So packen wir alles zusammen, ich krieche nochmals zum Ruder hinunter und trenne den Rest ab. Fertig! Kurz duschen und schon sind wir auf der Suche nach einem Taxi. Tschau Luigi, wir sind bald wieder da und rennen zum Taxistand. Natürlich keiner da. Bei einem Stand werde ich fündig und sie bestellt uns eines. Einchecken und ab geht’s nach Hause. Wir sind etwas überfordert, als wir über unseren Weg, der Strasse von Messina, hinweg fliegen.

strasse von messina

Gut geflogen und gut angekommen. Der Doc Untersucht und Bespricht sich mit uns am nächsten Tag. Der Plan steht und Gaby kriegt endlich was zu Essen. Diese Power-Drinks sind ja scheusslich, helfen aber bei ihr genial. Der Hunger geht, die Schmerzen lassen nach diversen Medis endlich nach und so können wird die Geburtstagskinder und Verwandten doch noch Live und in Farbe geniessen. Eigentlich sind alle Happy, das wir da sind. Nur wir sind völlig im falschen Film. Kein Meer, keine Ulalena, keine Italiener … dafür können wir wieder einmal durch atmen und uns genial erholen. Ja von was den eigentlich? Ihr seid ja immer in den Ferien, heisst es des öfteren. Immer das Wetter im Hinterkopf, dann ist eigentlich alles neu und unbekannt. Dazu Gaby’s Problem – nicht ganz einfach.

Wieder alles im Griff? Am Montag den 19. Juni, der Doc sagt ja und so buchen wir schon wieder den Flug zurück nach Sizilien. Siracusa wir kommen am Mittwoch wieder. Vielen Dank an alle und bis bald.

wolken

Landeswechsel

Um sechs verlassen wir den Hafen von Mgarr, Gozo und Malta. War wirklich eindrücklich aber nahrhaft!

morgen in mgarr

Wetter stimmt, Wind auch und so motoren wir zwischen Comino und Gozo auf 46° hoch nach Sizilien. Vorbei an dem Stau in der blauen Lagune.

stau

Nicht zu fassen, was sie dort allen ihren Pickel auf die Füsse hauen. Dann noch einen kurzen Blick zurück zum Sultans Rock mit seinem Törli.

töri

Der Wind kommt genau wie angesagt von Süden, ist aber etwas schwach auf der Brust. Wir helfen nach und setzen unseren Parasailor. Ab geht’s!

parasailor

Vor lauter eindücken ist die Überfahrt recht kurzweilig und so erkennen wir kurz nach vier Sizilien.

sizilien - passero

Die Insel Passero mit ihrer schönen Festung. Hmm, der Foto ist noch auf Nachmodus und somit sind die Bilder vieeeel zu hell. Wir umrunden die Insel im grossen Bogen und laufen in den nächsten Hafen oder besser Marina ein. Absolut keine Angaben, wie wir in Italien sich verhalten muss, wenn man in eine Marina kommt. Hören die überhaupt Funk mit? Die Antwort kommt prompt. Rund ums Eck und schon kommt uns einer Abholen. Eine Nacht? Genau, bitte folgen. Paff! Eine Minute Später betretten wir schon Italien. Wir sind da. Wieder ein Meilenstein hinter uns. Viel, viel zu Müde um noch ins Dorf zu watscheln, setzen wir uns zu den Marinerios und verdücken zwei Panninis. Passt. Samstag, 10. Juni, gelandet im nächsten Land. Schon wieder eine neue Sprache 😉

Manchmal sind die Kleinen die Grössten

Donnerstag früh am Morgen. Es ist der 8. Juni und wir verlassen Malta nach nur einer knappen Wochen schon wieder. Nur etwas von der Stadt haben wir gesehen. Die ganzen Landausflüge haben wir gestrichen. Aber wir kommen wieder, ganz, ganz sicher. Der Malta-Virus hat uns gepackt. Aber da kommt ja noch die kleinen Inseln. Comino und sicher Gozo wollen wir noch anschauen.
Das Wetter mit dem vielen Wind ist noch nicht ganz abgeklungen und so stapfen wir etwas gegen den Wind und vor allem die Wellen. Ist ja nicht weit. Ein Kap ist ein Kap und da ist immer was los. In unserem Falle ist es das Rdum l-Ahmar, kurz vor dem Sultan Rock. Etwas fluchen und schon sind wir rum. Aber der Wind hält weiterhin an. Sind wir doch zu früh gestartet? Nein, nein. Denn da vorne ist schon die Einfahrt in den Hafen von Mgarr, also die Insel Gozo.

mgarr

Wir schielen zur berühmt, berüchtigten blauen Lagune herüber. Auch jetzt bei diesem Wetter, sind sie schon am anstehen. Nix für uns und rauschen an unseren Platz. Gar nicht so einfach. Alle zehn bis zwanzig Minuten kommt eine Fähre und dazwischen hunderte von Ausflugsbooten. Grausam! Zum Glück wollen die alle nicht an die Marina-Stege und so bekommen wir einen guten Platz. Ruhig? Überhaupt nicht. Im Gegenteil es holpert die ganze Zeit und das Gaby überhaupt auf den Steg kommt ist fast ein Wunder 😉 Boot hoch, Steg runter. Kurz in die Office und dann ab ins Pub. Im Schwertfisch auf der Terrasse genehmigen wir uns ein schön feines kühles dunkles Bier. Für Gaby hat es nur Saft. Weiter oben soll es ein lässiges Restaurant über dem Hafen geben mit einer genialen Aussicht. Mal schauen ob wir es finden. Auf halbem Weg ist der Überblick schon recht gut.

mgarr hafen

Tatsächlich finden wir die Beiz und wollen am Abend nochmals hoch. Die Sonne ist verschwunden und so machen wir uns auf den Weg zur Aussichtsbeiz. Bekommen einen genialen Platz und können nur staunen. Sprachlos geniessen wir die Zenerie mit Blick auf Comino und Malta!

ausblick

Als der Chef kommt, müssen wir nochmals staunen. Er ist auf Augenhöhe mit Gaby. Wow, der hat aber einen drauf! Er empfiehlt uns ein Hasen, Ravioli, Spargeln mit Käse. Ein Gedicht. Zum Schluss kommt der kleine Mann und wir unterhalten uns köstlich. Dazwischen scheucht er immer wieder mal seine Belegschaft herum. Der Weg hat sich wirklich gelohnt und auch der Chef der Country Terrasse war einmalig.
Am nächsten Tag heisst es wieder einmal Busfahren. Gaby liebt es über alles 😉 Der Bus kommt und alle drängen sich vor. Tja, warten und gewissen Leuten in die Beine fahren lässt sich fast nicht vermeiden. Bezahlen und – alle müssen wieder aufstehen. Der Rollstuhlplatz gehört uns. Danke. So fahren wir über Sannat, Munxar hoch zur Hauptstadt Victoria. Eigentlich wollten wir laufen, aber es währe schon eine gute Stunde und das bei der Hitze? Nö, Bus ist besser. Kaum ausgestiegen, setzen wir uns in ein Kaffee und geniessen die gerösteten Bohnen. Denn wir sind schon länger auf den Beinen. Waren schon im Hafen bei der PortPolice und haben bereits für Morgen Ausklariert. Weiter geht’s mitten ins Zentrum und zum Kirchplatz. Kurz reinschauen, schon wieder ein Gottesdienst. Wir geniessen einfach diese herrlich, unbekannte Sprache.

kirche

Zur Hauptattraktion der Zitadelle müssen wir eine steile Strasse hoch. Werden dafür aber mit einem genialen Museum belohnt. Die Geschichte der Insel und natürlich der Festung. Dazu gehört eine Domkirche und viel, viel Mauer. Die Show ist vorbei und so besteigen wir zusammen die Mauern. Aussicht? Momol!

zitadelle

Es hat einfach zu viele Leute und die wollen alle helfen. Wow, das hatten wir ja noch nie. Fast jeder will mit anpacken. Schon fast lästig 😉 Nein, es ist schon bewundernswert, wie die Leute auf uns zukommen und spontan Hilfe anbieten. Einer “darf” unseren Rucksack tragen, der ist aber ganz schön schwer und schnauft die Treppe hoch. Den Dom wollen wir auch noch kurz ansehen, sind aber etwas enttäuscht. Ja, nach der Dorfkirche und dem genialen Dom in Valletta sind wir schon etwas verwöhnt.

dom

Zurück zur Altstadt und wollen noch was essen. Da ruft uns aus einer Gasse eine alte Frau zu. Was macht die da? Und setzen uns zu ihr. Sie Klöppelt! Untersetzer, Lesezeichen, Decken und vieles mehr. Sie zeigt uns einen Zeitungsartikel und auch von einer Schweizer Touristin erzählt sie, die ihr jedes Jahr eine Schoggi aus der Schweiz mitbringt. Sie sitzt also da, hat ein rundes Ding zwischen den Beinen und schmeisst mit den Klöppeln um sich. Auch erklärt sie uns wie das alles geht. Uuurig einfach urig. Natürlich kaufen wir ihr ein Buchzeichen ab mit dem Malteserkreuz. Hunger. Auf dem Dorfplatz setzen wir uns in den Schatten und verdrücken einen Pannini. Wann geht der nächste Bus? Wir haben genug. Es ist heiss und Gaby ist es nicht so recht wohl. Zurück um Busbahnhof und rein in den nächsten Bus zurück zum Hafen. Coole Stadt, wirklich, Super cool. Leider auch hier. Ein Tag, eine Woche ist noch zu wenig für die ganze Insel Gozo.

Zurück auf der Ulalena, machen wir uns bereit für den kleinen, grossen Sprung nach Sizilien. Es sind ja nur 50 Meilen, dafür ein neues Land! Alles fertig und so machen wir uns auf den Weg zum Apero.

apero

Genau, mitten im Hafen hat es ein paar “vorige” Steinblöcke und da rum haben sie ein Floss gebunden. Das ist unsere Aperobar. Total gediegen, aber der Schwell merkt man auch hier gewaltig. Ein Meter nach vorn und einer zurück. Uns gefällt’s. Zum Znacht gehen wir ins It-Tmun. Ein angesagtes Fischrestaurant und genehmigen uns Tunfisch mit einem Feigensalat. Ich sag jetzt mal nichts dazu – hmmmmm.

Früh ins Bett. Schlüssel noch kurz abgeben und schon um zehn Uhr knipsen wir das Licht aus. Gozo, auch du wirst definitiv noch einmal gründlich besucht.

Die Ritter des Johanniterordens

Valletta ist da, aber wir sind immer noch nicht recht angekommen. Leute, Auto, Busse und einen guten Stadtplan, alles irgendwie ungewohnt. Aber es kommt. Mit dem grossen, schweren Rucksack, überlebenswichtig für uns, machen wir uns auf den Weg zur Altstadt. Laufen? Ja, natürlich. Sind ja nur ein paar Meter.

weg nach valletta

Entlang der Marina Msida, Super Trottoir, dann ums Eck und den Hang hoch nach Floriana. Schön unter Bäumen und gut zu laufen. Quer durch Floriana und schon sind wir am Haupteingang oder Haupt-Busbahnhof, den ich kaum wieder erkenne. Die sind wie wild am Bauen und so ist nur ein kleiner Durchgang offen nach Valletta. Eigentlich ganz einfach, nur den Touris nachlaufen 😉 Dann stehen wir auch schon auf dem Hauptplatz.

republic square

Der Republic Square sieht schon beeindruckend aus. Aber wir brauchen erst mal einen feinen Kaffee. Setzen uns in einen Starbucks-Verschnitt und geniessen dazu ein Gipfeli. Yammi! Da merken wir, das wir gerade neben einem Kino sind und da sehen wir uns prompt “Valletta Living History” an. Geniale Einführung in die gewaltige Geschichte dieser Insel. Viele Völker waren hier, wie die Phönizier, Römer, Araber, aber dann kamen die Ritter. Der römische Kaiser hat die von Rhodos vertriebenen Ritter des Johanniterordens die Insel “geschenkt” und so wurden sie sesshaft. Nach der grossen Belagerung der Türken im Jahre 1565, wurde Valletta quasi aus dem Boden gestampft und mit diesen gewaltigen Befestigungen versehen. Auch im zweiten Weltkrieg nutzte man die strategische Position der Inseln und war so mitten im Kriegsgeschehen. Wir verlassen das Kino mit grossem Staunen. Ja, das hilft schon etwas, das Ganze zu verstehen. Woher aber diese merkwürdige Sprache der Malteser herkommt, ist glaube ich nicht allen klar. Arabisch mit Englisch vermischt und einem Sprutz Italienisch und Französisch? Vielleicht? Auf jeden Fall ist es laut Wikipedia die einzige semitische Sprache weltweit, die lateinische Buchstaben verwendet!
Wir wollen Heute noch den Grandmaster’s Palace und die Armoury anschauen. Das Oberhaupt der Ritter, Grandmaster, hat hier gewohnt, regiert und daneben ist die Rüstkammer. Leider hat die EU den Palast “gemietet” und so kommen wir nur in den Genuss die diversen Waffen und Rüstungen zu besichtigen. Einfach eindrücklich, was uns der Führer im Ohr so alles erzählt. Jetzt ist aber fertig. Wir sind schon nudelfertig und machen uns auf den Heimweg. Am Abend genehmigen wir uns eine feine Pizza gleich neben der Marina.

Heute Sonntag sind wir schon früh auf den Beinen und laufen los wieder nach Valletta. In der St. John’s Kathedrale hören wir schon von weitem den Gesang. Es ist gerade ein Gottesdienst am laufen und so setzen wir uns hin und hören zu. Auf maltesisch! Kurrlig. Aber als der Chor wieder anfängt zu singen, sind wir ganz ergriffen. Die gewaltigen Stimmen in dieser wunderschönen Kirche – gewaltig. Kurz einen Kaffee und schon verschwinden wir im archäologischen Museum und versuchen die ersten Völker und ihr Treiben zu verstehen. Diese prähistorischen und megalithischen Tempel sind schon erstaunlich. Hunger. In einer die vielen Gassen, setzen wir uns in eine Beiz und probieren Thunfisch.

gassen

Die schwimmen wie die Schwertfische zu dieser Zeit hier durch die Gegend. Fein, ganz fein. Wollen wir noch weiter? Nein, es ist sehr heiss und die Wahlen auf den Inseln sind gerade fertig und das Resultat wird gefeiert. Es sind sooooo viele Rote, die vom Süden, die gewonnen haben, auf der Strasse, dass es uns Angst und Bange wird.

rot hat gewonnen

Mit dem Rollstuhl kommen wir nur mit Müh und Not durch. Gaby verdreht nur die Augen.

eng

Wir zwängen uns durch und herholen uns auf der Ulalena.

Heute ist Wasch- und Basteltag. Auf der Office bekommen wir einen Schlüssel für die Waschmaschine und so werfen wir unsere schmutzige Wäsche mal wieder in die Trommel. Handwaschen macht auf die Dauer keinen Spass 😉 Das Wetter ist noch nett und so trocknet sie Super.

wäschetag

Dann nehme ich mich der Wasserpumpe an. Sie rünnt ja schon lange und auch der Keilriemen muss ersetzt werden. Der geniale Service von Yanmar liefert mir die nötigen Ersatzteile direkt an den Steg. Einfach genial und alles was wir brauchen haben sie auch noch an Lager. Mit etwas Gefluche und ein paar Schrammen später, habe ich die Pumpe zerlegt.

pumpe

Wenn ich das nur wieder zusammen kriege!
Am Abend machen wir nur noch einen kleinen Spaziergang und setzen uns dann gleich ins Restaurant am Steg. Super feines Fleisch, Sirloin, kriegt Gaby und ich verschlinge Spagetti mit Vongole Muscheln. Gräme! Dazu die Aussicht über den Hafen.

gute nacht

Schon Dienstag und volles Program. Der Dieselman kommt um Neun, ist aber schon um halbe am Steg und füllt uns den Tank. Das ist Service. Dann kommt fast gleichzeitig der Yanmar Service und bringt die restlichen Teile. Alles einbauen und – es läuft alles. Dazu ist keine einzige Schraube “vorig” 😉 Regen. Kaum bin ich fertig und wir könnten eigentlich los, kommt der Regen. PC hochfahren und bloggen. Am Nachmittag, als der gröbste Schauer vorbei ist, machen wir uns doch noch auf den Weg und erkunden die andere Seite der Stadt. Sliema und die Manoel Insel wollen wir uns ankucken.

manoel insel

Auch hier viele Touris und grosse Häuser. Dazu viele, viele Läden. Kurz über den Hoger und am Dragut Point sehen wir uns die Wellen an. Gut, das wir Heute nicht raus müssen.
Letzter Tag auf der grossen Insel. Morgen wollen wir dann hoch und uns Gozo noch anschauen. Das Wetter ist gut und so rennen wir wieder unseren Weg nach Valletta. Beim Eingang gerade Links, da ist der wunderschöne Hastings Garden. Genialer Ausblick und erst da sieht man die enorme Dicke dieser Festung.

festung

Auch gegen Osten ist der Aussicht fantastisch.

osten

Quer durch die Gassen, oder besser rauf und runter.

gassen

Die Old Bakery Strasse sieht schon etwas “gefürchig” aus. Aber harmlos für ausgebildete Zehnkämpfer 😉 Auf der anderen Stadtseite finden wir den Lower Barrakka Garten. Stauen auch hier ein weiteres Mal. Schöner Tempel mitten in den Pflanzen.

tempel

Dazu die prachtvollen Erker an den Häusern.

erker

Und dann noch die Aussicht auf der Grand Harbour.

grand harbour

Zum Schluss wollen wir uns noch das Fort St. Elmo ganz am Ende von Valletta anschauen. Mit einer Super Ausstellung der Kriege auf der Insel. Erschreckend und trotzdem faszinierend. Fertig? Nicht ganz. Da ist noch eine Malta Experience Show. Die letzte würde grade noch passen. Kurze Kaffee-Pause bis sie Startet. Gaby hat natürlich wie immer Freikarten und ich meistens als Esel auch. Nur hier muss ich was bezahlen. Sie bekommt sogar noch ein Wasser dazu. Die Ärmste 😉 Die Show ist gewaltig und sehr sehenswert. Sogar auf Deutsch wird zu uns gesprochen. Endgültig fertig lustig. Wir machen uns auf den Heimweg und gehen nochmals in die nahegelegene Italiener Beiz für ein feines Risotto. Ja, das können sie einfach genial zubereiten! Die Italiener. Hat wirklich Spass gemacht. Pause hatten wir keine. Wir sind etwas auf den Schläuchen. Zum Glück hat’s geregnet 😉

unser bierlokal

Aufbruch in eine neue Welt

Schwer, schwer ist das Aufstehen, geschweige denn das Aufwachen Heute morgen. Es ist Dienstag, 30. Mai und wir legen um 6:05 Uhr in Pylos ab. Gaby ist wie immer gut eingepackt und bereit für die nächsten vier Tage.

gut eingepackt

Mit etwas über 16° ist es recht kühl und ganz verträumt schauen wir uns den Sonnenaufgang über Pylos an.

sonnenaufgang

Schön, einfach nur schön. Die lange Dünung setzt ein und auch der Wind fängt an zu blasen. Alle Segel setzen und gemütlich gurken wir Malta, der neuen Welt entgegen. Dann auf einmal, um zehn Uhr, ein knacksen. Das war der Autopilot! Ich schraube das Gitter weg und sehe den Fehler gleich. Der Helmstock, also dort wo der Autopilotzylinder am Ruder befestigt ist, ist halbseitig gebrochen! Der erste Gedanke ist, umdrehen und flicken. Aber was, wie, wo kann man da was machen in Pylos? Brauche ich nicht ein neuen Helmstock oder kann man den alten schweissen? Wir setzen uns kurz hin und überlegen, während die Ulalena ihre Bahnen zieht. Alles passt! Wetter, Wind, Wellen und wir sind mega Fit für die Überfahrt und jetzt das. Wir bauen den alten Autopiloten wieder ans Rad. Genau, das ist die Lösung. Ich hänge den neuen ab und bastle ein paar Minuten. Fertig. An den 12v Autostecker anschliessen und? Problemlos, wie wenn er nie weg gewesen währe.

radpilot

Pause, ich brauch erst mal eine Pause. Weiter gehts. Der Wind hält sich Super und so drehe ich den ersten Film. Segeln pur mit dem Windpilot als Steuermann.

Gegen Abend wird der Wind immer schwächer und so muss der alte, neue Autopilot wieder steuern. Wir essen Znacht und träumen vor uns hin. Alles bestens. Kurs und Geschwindigkeit passen. Die Nacht ist ruhig und wir können im Stundentakt schlafen oder besser ich kann das, den Gaby schläft wie ein Murmeltier auf ihrem grossen Bett im Salon.
Morgens um sieben haben wir schon die ersten 113 Meilen hinter uns. Der Wind verlässt uns nun endgültig und so motoren wir in Richtung Westen. Der Schiffsverkehr lässt uns einfach nicht in Ruhe. Von überall tauchen die grossen Biester auf und erschrecken uns immer wieder.

1200 fuss

Auf dem AIS haben wir schon immer alles unter Kontrolle, aber wen so ein 1200 Fuss Monster etwas zu nahe kommt – eindrücklich. Wir machen uns einen Tee und schauen dem Treiben zu.

tee

Gaby hat wieder Attacken und ich füttere sie mit Tabletten. Jetzt geht es wieder und sie schlummert seelenruhig vor sich hin. Sonst passiert Heute nicht viel. Die Routine pendelt sich langsam ein. Essen, Schlafen, Kurs checken … und lesen.
Nachtessen. Grossen Hunger. Gaby wünscht sich ein Omelette. So starte ich den Herd und brutzle uns feine Scheiben. Eine Büchse Pfirsiche dazu. Lecker.

omlette

Am dritten Tag haben wir schon den Bergpreis. Jetzt geht es bergab. Das Wetter ist immer noch sehr, sehr ruhig. Keinen Wind und keine Wellen plagen uns, aber die Grossen rundherum, schon etwas nervig.

ais traffic

Ich lade noch über den Funk, SSB, die neusten Daten herunter und auch da ist nicht viel Neues. Schwach bis zur geplanten Ankunft am Freitag. Schon komisch, zum Teil haben wir fast einen Knoten Strömung, dann gegen Abend ist der Spuck wieder vorbei und fast wie Rückenwind treiben wir Valletta entgegen. Was soll’s. Wir holen unser Buch wieder hervor und lesen. Schön, jetzt haben wir Zeit und vertiefen uns gerade in die Geschichte von Corelli’s Mandoline. Traurig und trotzdem wunderschön. Kefalonia kennen wir ja recht gut.

Der vierte Tag ist angebrochen. Logbuch, 7:20h, W 3.0, 21.3°, 1021 hPa und die 324.1 Meile. Somit sind es nur noch dreissig Meilen bis zur Insel. Einen feinen Tee und die letzten Vorbereitungen laufen schon. Flaggen wechseln.

flaggenwechsel

Dann kommen schon die ersten Ankerlieger, die weit, weit vor der Insel liegen. Schon kurrlig, aber wir haben nur etwas mehr als 50 Meter unter dem Kiel.

ankerlieger

Noch zehn Meilen bis zur Hafen einfahrt. Der Zeitplan stimmt. Wir wollen einfach an diesem Freitag vor Büroschluss zum Zoll kommen und das sollten wir genau treffen. Wir sind total aufgedreht und können es kaum erwarten. Auf der anderen Seite ist es schade, dass es schon zu Ende ist. Da, da kommt die gewaltige Stadt.

valletta hafeneinfahrt

Wir werden total überfahren. So viel kommt auf uns zu. Häuser, Menschen und viel, viel Trubel.

altstadt

Funk, Karte, Tiefe und Fotos. Hilfe!

mariakirche

Auf der Marsamxett-Seite versuchen wir unser Glück. Ganz zuhinterst ist die beste und ruhigste Marina von allen. Msida wir kommen. Das ist sie schon. Wo ist das Zollpier? Vor lauter Schiffe sehen wir gar nichts. Aufruf an die Marina. Nichts. Wir kreisen. Nach dem fünften Aufruf, eine überaus nette Stimme die uns empfängt. Waren die alle in der Mittagspause? Zwei Marinerios kommen mit dem Schlauch auf uns zu und begleiten und zu unserem neuen Zuhause. Was ist den mit dem Zoll? Kein Problem, ist an eurem Steg und das kann auch bis morgen warten. Da hatten wir uns doch wieder einmal viel, zu viele Gedanken gemacht. 15:00 Uhr, nein halt, er hat was von zwei gesagt, haben die eine andere Zeitzone? Genau, wir sind wieder auf der Berner-Zeit. Wir legen an, Mooringleinen fest, Motor aus – wir lassen uns fallen. Hey, wir haben es geschafft, sind in der neuen Welt angekommen! Geht aber gleich weiter. Wir können nicht raus! Das Gatter braucht auf beiden Seiten einen Schlüssel. Also, alles auf den Steg, Stuhl montieren und den Töff daran. Zoll-Sachen einpacken und schon stehen wir auf dem Land.

unser steg

Der Zoll ist wirklich gerade am Stag und von einem supernetten Zöllner werden wir begrüsst. Er füllt für uns sogar den Zettel aus. Sind wir im Himmel? Den es gibt keine Kosten und die sind alle so freundlich. Dann rollen wir weiter zum Office und erhalten Schlüssel, Karten und Infos über die Marina und die Stadt. Danke, zurück auf der Ulalena, brauchen wir nun endgültig eine Pause. Ein Bier, einen Drink und vor lauter staunen sind wir hin und weg. Malta, Valletta wir sind da!

Festland und letzter Hafen

Halb sechs ruft das Händy zum aufstehen. Wir haben Super geschlafen, müssen aber beizeiten los, da wir zum kleinen Finger der Peloponesen wollen. Koroni oder Methoni ist das Ziel. Der Wind ist nicht schlecht, aber die Wolken hängen sehr, sehr tief Heute. Knapp vor sechs suche ich unseren Ankerball. Der Anker ist zwar oben, aber nirgends ist der Ball. Rund ums Boot. Am Heck werde ich fündig. Lösen und schon motoren wir aus der Nordbucht von Porto Kayio.

unsere bucht

Im Dorf schlafen noch alle.

dorf

Die Sonne versucht auch aufzustehen, hat aber Heute eine etwas andere Farbe. Rot!

rot

Schaurig schön. So tuckern wir um den Mittelfinger fast in Trance, geblendet vom Rot und ganz schlafgetrunken. Da kommt schon der Leuchtturm vom Kap Tainaro. Genial schön!

tainaro

Wir wollen den Turm bestaunen, aber das AIS hornt wie wild. Kollision und nochmals Kollision. Was ist denn da los? Ein Blick auf den Navischirm zeigt alles – viele, viele grosse Brummer wollen mit uns ums Kap.

ais am kap

Alles kein Problem, die sind ja gar nicht so nah wie auf dem Schirm 😉

brummer

Der Kurs ist gesetzt und so wird es etwas ruhiger bis zum nächsten Finger. Aber was ist denn das? Grosse, schwarze Wolken. Ein Gewitter. Ich schalte den Radar ein, um die Distanz zu erfahren. Nicht ganz mitten drin und durch.

gewitter am radar

So werden wir nur etwas geduscht.

geduscht

Alles wieder sauber. Die Ulalena glänz wieder einmal. Danke! Wo wollen wir den hin? Koroni hat nur einen Dingisteg, dasselbe gilt für Methoni. Auch ist morgen Montag und somit die Burg in Methoni geschlossen. Das Wetter ist nicht sehr einladend für eine Fahrt im Schlauch. – Wir fahren direkt nach Pylos, ist unsere Entscheidung. Guter Hafen und eine lässige Stadt. So segeln wir um die beiden Inseln von Oinousai und bestaunen den Leuchtturm, denn wir im 2012 von Land erkundet haben.

oinousai

Der Wind hat ganz schön zugelegt und so ziehen wir mit der Genua schöne Linien bis fast zur grossen Bucht von Pylos. Kurz davor verlässt er uns und so motoren wir die letzten Meilen am Nisida Pylos vorbei. Das Wetter gibt alles.

 Nisida Pylos

Und schon biegen wir zu Stadt Pylos ein. Immer noch genau gleich wie letztes mal.

stadt pylos

Sogar einen guten Platz ergattern wir uns im chaotischen Hafen. Plätze hätte es wie immer genügend, aber die vielen Leinen und Bojen schrecken fast jeden ab. Ganz am Eingang legen wir uns hin. Über 60 Meilen haben wir hinter uns und stellen den Motor um viertel nach sechs ab. Pause! Das ist nun unser letzter Hafen in Griechenland und zugleich wieder einmal Festland. Hunger, grossen Hunger haben wir. Gaby’s Tasche packen und schon gehts zur Stadt. Kurz noch Bekannte besuchen, die wir in Rethymnon getroffen haben und schon wird es spät. Der Hunger plagt und so setzten wir uns in die nächste Beiz und in der Küche werde ich fündig, Super Vorspeisen. Dolmades, Artischocken, Zucchini und Randen lassen wir uns bringen. Dazu einen feinen Weissen. Einfach lecker!
Am nächsten Morgen schlafen wir wieder einmal aus. Das Wetter hat sich etwas gebessert und mit etwas über 17° wird es langsam wärmer. Volles Program! Der Dieselmann kommt schon und füllt uns den Tank und einen Reservekanister. Dann rollen wir zur Portpolice zum ausklarieren. Wir wollen ja morgen nach Malta und somit verlassen wir Griechenland schon wieder. Alles funktioniert bestens. Dann geht’s ans Essen kaufen. Brot und was zum knabbern verstauen wir in unserem Rucksack. Ein Frappee muss aber schon noch drin liegen.

strasse von pylos

Was war noch auf der Liste? Ja genau, eine Flagge von Malta. Wie sieht die schon wieder aus? Irgendwas mit einem Kreuz. Fast, der Shipchandler klärt uns auf, die offizielle Flagge ist Rot/Weiss mit einem Georg-Kreuz. Okay, kaufen wir. Eine Flasche Olivenöl bekommen wir als Geschenk. Danke. Zurück zur Ulalena und rauf auf dem Mast. Dieser blöde Radarreflecktor löst sich immer wieder. DuckTape soll helfen. Rauf und alles checken, dazu die Aussicht bewundern.

mastbesteigung

Und unser Platz ist gerade bei der Einfahrt und einen Leuchtturm zum anfassen.

leuchtturm

Der grosse Wettercheck steht noch an, denn um vier wird der neuste Bericht geliefert. Passt, wenn wir allenfalls etwas den südlicheren Kurs nehmen.

Auf zum Znacht. Mit zwei weiteren Seglern setzen wir uns in einen feinen Gyros-Tempel. Wie immer, ist das Essen fast Nebensache. Es gibt sehr viel zu erzählen und am Schluss ist es einfach immer mega, mega schade, dass unsere Weg wieder einmal in verschiedene Richtungen gehen. Der Abend war einfach genial und wir haben wirklich wunderbare Leute getroffen. Danke Euch allen. Morgen, morgen wollen wir trotz des vielen Weins früh los. Malta wartet, tschüss Griechenland.